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> Belletristik > Heiter, lustig, ganz verrückt
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Belletristik
Buch Leseprobe Heiter, lustig, ganz verrückt, Friedhelm Marciniak
Friedhelm Marciniak

Heiter, lustig, ganz verrückt


Geschichten von Nebenan

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GLÜCK GEHABT


Paula ging in die vierte Klasse der Grundschule. Sie war schlau, hin und wieder vergesslich und galt als nicht ganz schwindelfrei, wenn ihr versteht, was ich meine. Am letzten Freitag hatte Paula mal wieder ihre Fahrkarte für den Schulbus vergessen. Sie saß auf ihrem Schulstuhl, lies den Deutschunterricht von Frau Luckner an sich vorbeirauschen und knetete Papierkügelchen, die bald Peter, ihrer Vordermann und Intimfeind aus seinem Dauerschlaf reißen würden.


Außerdem machte sie sich Sorgen um die Rückfahrt, weil gerade dann häufig kontrolliert wurde. Ohne Fahrkarte gab es Ärger. Das hatte sie schon zweimal hinter sich. Paula legte ihre berechtigte Sorge und die Papierkügelchen beiseite und band Larissa, ihrer Sitznachbarin und besten Freundin, die Schnürsenkel zusammen, was diese unglücklicherweise nicht bemerkte. Als Larissa an die Tafel kommen sollte, schlug sie lang hin, was die Klassenkameraden zu schadenfrohen Lachanfällen trieb und der Lehrerin, Frau Luckner, ein leichtes Schmunzeln entlockte. Larissa wurde nicht nur rot, sondern auch wütend, und sann auf Rache. Die Gelegenheit ergab sich schnell. Ihre Füllerpatrone war leer und sie musste eine neue einsetzen. Manchmal funktionierten die Dinger nicht richtig und sie probierte sie in der Regel vor dem Einsetzen aus. Dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn sie die Patrone nicht über Paulas Hausaufgabe, einer Bildbeschreibung von wenigen Zeilen, ausprobiert hätte. Glücklicherweise funktionierte die Patrone und Paulas Bildbeschreibung verschwand unter einem dicken tiefblauen Klecks. Das hätte niemanden gestört, am wenigsten Paula, wenn Frau Luckner Paula nicht gebeten hätte, ihre Bildbeschreibung vorzulesen. Unglücklicherweise konnte Paula konnte aber nicht lesen, was unter dem Klecks stand, und versuchte, ihre Bildbeschreibung aus dem Gedächtnis vorzutragen. Leider nicht flüssig genug. Das kam Frau Luckner verdächtig vor. Sie stolzierte zu Paulas Platz und sah die Bescherung. Das brachte Paula Nachsitzen in der sechsten Stunde ein, weil sie ihr Heft bekleckst, die Hausarbeiten nicht gemacht und auch noch geschwindelt habe. Paula war darüber nicht böse. Nachsitzen war sie gewöhnt und außerdem konnte sie dort schon die Hausaufgaben machen, hatte am Nachmittag also mehr Zeit zum Spielen. Dass diese Rechnung nur halb richtig war, interessierte Paula nicht. Sie dachte auch nicht daran, ihre Mutter anzurufen, um zu sagen, dass sie eine Stunde später nach Hause käme. Paulas Mutter wurde unruhig, als ihre Tochter nicht zur gewohnten Zeit nach Hause kam. Sie warf noch eine Portion Pommes Frites in das brodelnde Fett der Friteuse und rief dann im Schulsekretariat an, erreichte aber niemanden. Die Schulsekretärin war krank und unglücklicherweise hatte niemand den Anrufbeantworter eingeschaltet, der sonst verkündete, dass das Sekretariat nicht besetzt sei. Paulas Mutter bekam es mit der Angst zu tun, vergaß die Pommes Frites und rief bei der Polizei an. Der Beamte am Telefon erklärte ihr, die Polizei sei seit Tagen auf der Suche nach einem Mann mit einem schwarzen Auto, der um die Schule herum Kinder anspreche. Er werde sofort einen Wagen zur Schule schicken. Sie solle sich … Den Rest hörte Paulas Mutter nicht mehr.


Sie war unglücklicherweise in Ohnmacht gefallen, aus der sie glücklicherweise erwachte, als der Rauchmelder schrillte und dicker, schwarzer Rauch in das Wohnzimmer schwappte. Die Friteuse! Schreiend rannte sie in den Keller, um den Feuerlöscher zu suchen. Den hatte sie zuletzt hinter den Kisten mit dem Weihnachtszeug gesehen – vor elf Monaten. Zwei Polizisten stürmten in die erstbeste Klasse....


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