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Belletristik
Buch Leseprobe Heiter bis frostig, Diverse
Diverse

Heiter bis frostig


40 spannende Kurzgeschichten – 40 Autoren

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Ein langer und eiskalter Winter


von Mike Gromberg


 


Man konnte den Nachhall der soeben vernommenen Ansage noch deutlich hören, da war dem Hofnarr bereits klar, dass er den Wettstreit mit Sicherheit verlieren würde, bevor er überhaupt angefangen hatte.


„Und nun, wertes Publikum: Stolberg, der Narr von Allrode!“


Während dieser Ankündigung war er schon leise in der Dunkelheit die Treppe zur Steinbühne hinaufgegangen und blieb dabei unglücklich mit seinem blanken rechten Fuß am Treppenvor-sprung hängen. Nun ragte der große Zehnagel seines rechten Fußes senkrecht nach oben und gab den grauenhaften Blick auf blankes und blutiges Fleisch frei. Der Applaus des werten Publi-kums würde bereits in wenigen Sekunden verebben, bis dahin musste er irgendetwas unter-nehmen, um den Auftritt zu retten. Purzelbäume und wilde Tänzchen konnte er mit dieser bösen Verletzung vergessen, auch die schlagartig aufgetretene Übelkeit beim Anblick seines umge-knickten Zehnagels versprach nichts Gutes. Dabei war doch gerade er ein begnadeter Redner ... Nun jedoch würgte er tonlos und sein Atem stockte. So konnte er sicherlich kein klares Wort herausbringen.


Doch beginnen wir von vorne.


Der Hofnarr Stolberg war bereits seit Jahren auf Schloss Stiege, belustigte das hohe Volk im Rahmen ihrer Erholung von den Reisestrapazen durch das unwirtliche Harzgebirge und wurde für seine frechen Auftritte besonders von der Damenwelt geliebt. Wer aus dem edlen Gefolge von Heinrich dem Vogler ihm auch immer diese unerwartete Konkurrenz eingebrockt hatte, er wusste es nicht. Vor wenigen Tagen stand plötzlich dieser andere Hofnarr, Staiger von Quedlin-burg, im Saal und begrüßte ein verzücktes Publikum mit frischen Scherzen und gewagten akro-batischen Tänzen. Das durfte nicht sein! In wenigen Tagen würde bereits der Winter beginnen, nur ein Hofnarr würde in dieser nahrungsarmen Zeit im Schloss geduldet werden, und der ande-re hatte keine Chance auf eine Bleibe in einem der Nachbarorte oder einer der Burgen im Um-kreis von drei bis vier Tagesreisen. Hier ging es also buchstäblich um Leben und Tod. Heute nun sollte also die Entscheidung fallen, wer von den beiden Hofnarren bleiben dürfe. Stolberg war sich seines Sieges sicher, denn er wusste auf den Punkt genau, welche Art von Späßen bei den ihm vertrauten Zuschauern ankommen würden und welche nicht. Mit abschätziger Genugtuung hatte er beobachtet, wie sich sein Konkurrent Staiger bei seinem Auftritt kurz vor ihm abgemüht hatte, um zumindest Höflichkeitsapplaus zu erhaschen. Und nun das …


Stolberg war sich bewusst, dass er mit herkömmlichen Mitteln und dem böse blutenden Zeh keine faire Chance mehr auf einen Sieg in diesem absurden Wettstreit hatte. Und so holte er mit dem spontanen Mut der Verzweiflung zum Bühnengefecht aus. Mit einem gewaltigen Satz sprang er auf die harte Bühne, landete auf seinem linken Fuß, während sein rechter ihm gleich-zeitig ein Gefühl vermittelte, als ob er soeben von einem glühenden Messer durchbohrt worden wäre. „Edles Publikum, hier ist Euer ergebenster Hofnarr, schmerzhaft geblendet von der


Schönheit der lieblichsten Jungfrauen dieses Landes, hier direkt vor mir, mich deucht derweil, dass ich erblinde!“


In den verzückten Applaus der Damen im Saal hinein biss Stolberg flink in sein Revers und brüll-te seinen wahren Schmerz in sein Wams hinein. Das muntere Klatschen endete leicht irritiert und schnell, doch Stolberg streckte bereits seinen Arm in Richtung des Narrenkollegen aus und rief: „Ja, werter Staiger, so brüllt der heiße Bulle in seiner Begeisterung, der Soldat brüllt so, auch ich brülle so, und sogar deine Frau tut es, wie ich gestern beim gemeinsamen Bade bemerkte.“


Hört, hört! Hohoho und Hihihi im Saale.


Staiger von Quedlinburg setzte eine finstere Mine auf, und er konnte von Glück reden, dass sich der gesamte Hofstaat gerade auf Stolberg konzentrierte und somit seinen bitterbösen Gesichts-ausdruck nicht sah, der mit einem lustigen Hofnarren nichts mehr zu tun hatte. Stolberg spulte derweil seine besten Verse herunter und kämpfte verbissen mit seinem Gleichgewicht, da sich inzwischen um seinen rechten Fuß eine glitschige Blutlache gebildet hatte, die weiterhin vom munter blutenden Zeh angereichert wurde. Natürlich kam, was kommen musste: Er rutschte soeben endgültig auf der Blutlache aus und nutzte geschickt den Moment des Hinfallens, um einen erneuten, befreienden Schmerzensschrei abzugeben. Das Publikum tobte derweil vor Ver-gnügen, denn so verdreht, dämlich und geräuschvoll hatte sich bisher noch niemand freiwillig auf den Boden geworfen ... Was für ein lustiges Theater! Stolberg wälzte sich in Wirklichkeit vor Schmerzen hin und her, ihm wurde schwarz vor Augen, doch sein Instinkt hatte längst die Kon-trolle übernommen und ließ ihn weiter unverdrossen den Kasper spielen. Das Blut auf dem Bo-den hatte sich zwischenzeitlich mit Stroh und Schmutz verbunden und in einen sämigen Brei verwandelt, der lehmig in Stolbergs Gesicht, auf Bekleidung, Armen und Beinen verschmiert festklebte. Mühsam stand er auf und rief: „Sehet her, edle Herrschaften, nun bin ich Staiger, der andere Hofnarr. Ich fiel vom Donnerbalken herunter und tanze jetzt in stiller Ergebenheit für Euch den munteren Frühlingsreigen, um dabei mit dem Gestank meiner Exkremente den dro-henden Winter zu erschrecken.“


Auf dem linken Bein stehend, hüpfte Stolberg über die Bühne und führte einen irrwitzigen ein-beinigen Tanz auf, der sowohl seinen rechten Fuß etwas entlastete, als auch für die hohen Her-ren zum Schreien komisch aussah. Stolberg wischte sich gleichzeitig einen Klumpen des klebri-gen Schmutzblutes von seiner Hose, formte daraus eine eklig aussehende Matschkugel und warf sie in Richtung Staiger.


„Meine Damen und Herren, dieser erste Schneeball des Jahres ist für meinen lieben Kollegen der Narrenzunft, die Schlacht ist eröffnet, mit vorzüglichen Grüßen nach Quedlinburg.“


Mit einem satten Klatschen landete der Blutball in Staigers Gesicht und leistete ganze Arbeit. Aus einer undefinierbaren braunroten Fratze starrten zwei entsetzte Augen, die von abgebrochenen Strohhalmen umrandet waren und wie absurde Riesenwimpern aussahen. Spätestens jetzt war klar, dass Stolberg den Wettstreit wider Erwarten gewonnen hatte. Halb ohnmächtig sank er zu Boden und hörte wie aus weiter Entfernung den tobenden Applaus seines geliebten Publikums. Genau das erwartete man von einem guten Hofnarr: derber Spaß bis zur Ekstase.


Bereits wenige Wochen später, an einem kalten Vormittag im Dezember, starb Stolberg an den Folgen einer schweren Infektion in seinem rechten Fuß. Vom abgerissenen Zehnagel hatte sich unter der Haut ein schwarzblauer Strich bis zum Schienbein gebildet, und er konnte seit dem legendären Wettstreit nicht mehr richtig auftreten. Dem Publikum gefielen die folgenden Dar-bietungen des Hofnarrs Stolberg von Allrode bis zu seinem Tod natürlich nicht mehr. Sie ver-missten die spaßigen Tänze und diese einzigartige Leichtigkeit, Stolberg stand stattdessen nur noch ungelenk auf der Bühne, machte mit schmerzunterdrückter Stimme einige komische Witze und verbeugte sich zwischendurch nur noch grotesk steif und mit verzerrtem Gesicht. So konnte man in der unwirtlichen Winterzeit im Schloss Stiege nun wirklich keinen Spaß haben. Und ge-nau dafür leistet man sich doch einen Hofnarr! Vielleicht hätte man letztens doch für den ande-ren Spaßvogel stimmen sollen. Wie war noch mal sein Name? Staiger? Was ist aus dem eigent-lich geworden? Vielleicht ist er ja noch in der Nähe, fragen kostet ja nichts. Ach, er war das, der bei dem Sturm im Moor ertrunken ist letzten Monat? Was treibt der sich auch dort herum, der Idiot! Warum ist er denn nicht in seiner warmen Stube geblieben und hat sein Publikum erfreut? Was, er hatte gar keine Bleibe? Er schlief stattdessen die ganze Zeit unter dem hohlen Baum im Moor? Wieso das denn? Das kann man doch im Winter nicht machen, das hätte er wohl wirklich


wissen müssen. Keiner wollte ihm eine Unterkunft geben? Na ja, da darf er sich nicht wundern, als Narr war er nun nicht gerade der beste gewesen, weshalb sollte den auch jemand freiwillig durchfüttern wollen? Gegen den Stolberg war der doch zum Beispiel ein Nichts. Jedoch mit dem Stolberg war ja auch nichts mehr los, den hätten wir auch wegschicken sollen. Wisst ihr noch, wie er letztens den Staiger mit diesem ekligen Schneeball-Mist beworfen hatte? Das war wenigs-tens noch richtig lustig!


Im Torfhausmoor gab es anschließend für lange Zeit merkwürdige Gerüchte, dass Bauern des Nachts zwei tanzenden und mit Schmutzklumpen werfenden Hofnarren begegnen waren, die nach einer Bleibe für den nächsten Winter fragten. Ein kalter Winter stünde bevor, ein sehr lan-ger und eiskalter Winter.


 


Geträumt


von Marcus Watolla


 


Die dunkle Straße. Das rote Schild. Die alte Linde. Der Gebrauchtwagenhändler an der Ecke. Ein Räuber vor mir. Er ist mit einer roten Skimaske vermummt. Richtet die Pistole auf mich, fordert mein Geld, ist erregt, nervös. Die Pistole zittert. Ich wühle das Portemonnaie aus der Tasche, halte es ihm hin. Er greift danach. Doch da ziehe ich es zurück, fasse seinen Waffenarm. Wir kämpfen, rangeln. Dann ein Knall. Ein Blitz. Ich falle. Falle immer tiefer ...


Schweißnass schreckte ich aus den Kissen empor und glotzte schlaftrunken durch das dunkle Zimmer. Mein Herz raste. Der Atem ging schnell und stoßweise. Ich brauchte einige Minuten, bis ich langsam wieder zu mir fand. Die Uhr zeigte 2:15 Uhr morgens. Ich horchte in die Dunkelheit. Außer dem Ticken der Wanduhr war es still. Der regelmäßige Atem meiner Frau verriet ihren Tiefschlaf.


Was für ein Traum.


Er war so realistisch, dass mir noch immer angst und bange war. Langsam erhob ich mich, schlurfte zum Kühlschrank, nahm einen Schluck kühlen Orangensaft. Vorsichtig kletterte ich ins Bett zurück, um meine Frau nicht zu wecken. Brauchte jedoch lange, bis ich wieder zurück ins Reich der Träume fand.


Am nächsten Morgen küsste ich meinen Schatz zum Abschied, fuhr um neun ins Büro. Mein Auto machte merkwürdige Geräusche, doch ich dachte mir nichts dabei. Die Arbeit verlief wie immer. Anrufe geplagter Versicherungsnehmer füllten meinen Tag aus. Ich bearbeitete mit gewohnter Routine meine Akten, führte Telefonate, sprach mit Vorgesetzten über diese oder andere Ange-legenheiten. Als ich gegen Feierabend langsam zu meinem Auto trottete, war ich froh, dass der Arbeitstag vorüber war. Ich setzte mich hinter das Steuer. Startete. Lediglich ein jammerndes Geräusch ertönte. Nach weiteren erfolglosen Versuchen gab ich auf. Das Auto streikte, qualmte und rauchte. Per Handy verständigte ich einen Reparaturservice.


Der Monteur erschien eine geschlagene Stunde später. Er sah mit bedenklichem Blick unter die Motorhaube. Rieb sich mit säuerlichem Gesichtsausdruck das Kinn und teilte mir mit, dass der gute alte Ford wohl ausgedient hatte. Zylinderkopfdichtungen durch. Mit einem Abschleppwa-gen trat das Fahrzeug seine letzte Reise an. Also mit dem Bus nach Hause. Dass ein Arbeitstag unbedingt so enden musste ...


„Der Wagen ist verreckt“, sagte ich meiner Frau zur Begrüßung. „Da ist nichts mehr zu machen.“


„Können wir uns einen Neuen leisten?“, fragte sie mit ernster Miene und ich gestand mit schie-fem Gesicht ein: „Wenn wir unsere letzten Ersparnisse zusammenkratzen, dann könnte es klap-pen. Ich will mir nicht irgendein billiges Auto kaufen, das an der nächsten Ecke wieder verreckt.“


In den nächsten Tagen schaute ich mich in der gesamten Stadt nach einem neuen fahrbaren Un-tersatz um. Ich musste allerdings erkennen, dass die Preise gesalzen waren. Die wenigen günsti-geren Autos hielten meinem prüfenden Blick nicht stand. Sie fielen aus der Wahl, entweder zu alt, zu viele Kilometer oder andere Mängel.


Bei einem Gebrauchtwagenhändler, den ich von irgendwoher kannte, fand ich schließlich mein Auto. Der Preis war zwar auch nicht gering, doch meine Prüfungen befanden das Fahrzeug als


kaufwürdig. Ich verhandelte hart, lotete alle Möglichkeiten aus. Es gelang mir tatsächlich, den Preis um einiges zu drücken. Schließlich war das Angebot derart reizvoll, dass ich nicht mehr widerstehen konnte.


Am selben Abend wollte ich wiederkommen, um den Kaufpreis in bar zu entrichten. So viel Geld schleppte keiner in cash mit sich herum. Ich begab mich zur Bank, hob fast alles vom Konto ab und machte mich auf den Rückweg zum Händler. Ich lief die Straßen mit großer Vorfreude auf mein neues Auto entlang. Als ich in die Straße mit dem roten Schild einbog, hielt ich plötzlich inne.


Ein rotes Schild?


Ein Gebrauchtwagenhändler?


In diesem Moment erinnerte ich mich erst wieder an den Traum, der mich einige Nächte zuvor heimgesucht hatte. Mir wurde es auch erst jetzt klar: Daher war mir der Gebrauchtwagenhänd-ler bekannt vorgekommen. Ich hatte von ihm geträumt. Von dem roten Schild.


Verwirrt stutzte ich.


An der Seite stand eine alte Linde. Wie zum Hohn bewegte sie ihre Zweige im Wind. Als wollte sie sagen: „Schau her! Ich bin auch da.“


Jetzt fehlte nur noch der Räuber mit der Pistole. Vermummt mit der Skimaske. Verunsichert sah ich mich um. Die Straße war völlig leer. Kein Mensch weit und breit.


Der perfekte Ort für einen Überfall.


Vorsichtig drückte ich mich an dem roten Schild vorbei. Sollte ich weitergehen? Konnte ich ei-nem Traum glauben? Nach wie vor sah ich niemanden. In der Ferne war der Gebrauchtwagen-händler. Seine Verkaufsschilder leuchteten mir hämisch entgegen. Komm schon, schienen sie zu rufen, es passiert dir nichts. Es war doch nur ein Traum. Argwöhnisch befühlte ich unter meiner Jacke das Portemonnaie mit dem Bündel Geldscheinen. All mein Erspartes trug ich mit mir her-um. Was konnte ich tun? Sollte ich meinem Traum glauben? Die Polizei rufen? Die hätten mich doch ausgelacht.


Ein Mann kam mir entgegen. Ich zuckte zusammen. Dann erkannte ich erleichtert, dass er einen Hund an der Leine führte und sich augenscheinlich nicht für mich interessierte. Mit einem mul-migen Gefühl ließ ich ihn passieren. Hielt dabei die Hand auf die Jacke gepresst, fühlte das Portemonnaie. Vorsichtig setzte ich den ersten Schritt in die Straße.


Nichts.


Dann den zweiten.


Die nächsten Schritte gewagter, lief ich schneller und schneller. Der Gebrauchtwagenhändler war knapp dreihundert Meter entfernt. Wenn es mir gelänge ...


„Hände hoch!“


Ich erstarrte.


Die Stimme war hinter meinem Rücken erklungen. Eine tiefe, männliche Stimme. Die Worte hek-tisch ausgestoßen. Als ich mich langsam umdrehte, rutschte mir das Herz in die Hose. Vor mir stand jener Mann mit der roten Skimaske.


In seiner Rechten eine Pistole. Zitternd vor Erregung.


Das konnte doch nicht sein.


Bilder huschten in Sekundenbruchteilen an meinem inneren Auge vorbei: der Kampf, das Geran-gel, der Schuss. Ich fiel.


Nein. Das konnte doch nicht stimmen! So etwas gab es nicht.


„Gib mir deine Brieftasche, Mann!“, knurrte der Räuber und fuchtelte mit der Pistole vor meiner Nase herum.


Zitternd griff ich in die Innentasche. Zog das Portemonnaie heraus, hielt es ihm hin. Seine Pistole im Blick. Er riss mir das Geld aus de Hand.


Wenn ich jetzt zugreife ..., schoss es mir durch den Kopf. Ich wollte schon nach seiner Hand lan-gen, überlegte es mir jedoch anders. Hielt inne. Er entriss mir die Brieftasche. Drehte sich um. Floh.


Als er um die Ecke gerannt war, hörte ich plötzlich das Aufheulen einer Polizeisirene. Jemand rief: „Stehenbleiben!“ und „Waffe runter!“


Hastig rannte ich um die Ecke. Sah einen Streifenwagen. Zwei Polizisten standen daneben. Hiel-ten ihre Pistolen auf den Räuber gerichtet. Der hob die Hände. In einer hielt er noch das Porte-


monnaie. Die Beamten rangen den Ganoven zu Boden. Entwaffneten ihn, nahmen ihm die Beute ab.


„Das ist mein Geld!“, rief ich.


Einer der Polizisten sah mich an und bekam große Augen.


„Gott sei Dank“, sagte er, „Sie leben.“


Verwirrt sah ich ihn an.


„Wie? Ich lebe?“


„Das werden Sie mir niemals glauben“, sagte der Polizist. „Ich habe gestern Nacht von diesem Überfall geträumt. Deswegen sind wir auch jetzt hier. Nur waren Sie ...“ Irgendwie erleichtert lächelte er mich an. „... in meinem Traum tot ...“



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