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Belletristik
Buch Leseprobe Hearts on the Run, Josie Charles
Josie Charles

Hearts on the Run



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Prolog


 


Ryker


 


Apartmenthaus,
Losoya Street, San Antonio, Texas


 


Ich nehme einen Schluck von meinem Whisky und starre hinunter auf die bunten Schirme und die vollgestopften Ausflugsboote, die den San Antonio River an dieser Stelle zu etwas ganz Besonderem machen. Ich gucke mir das Schauspiel, das direkt vor meinem Küchenfenster stattfindet, äußerst ungern an, aber in der Küche befindet sich der Whisky und deshalb stehe ich in der Küche.
Normalerweise schaue ich lieber aus dem Schlafzimmerfenster, das zur anderen Seite raus geht. Dort befindet sich ein Nachtclub, der um diese Zeit langsam anfängt, interessant zu werden. Aber ich bin zu träge, um mich von der Stelle zu bewegen, geschweige denn die Wohnung zu verlassen und einfach dort herüber zugehen. Meine Heimatstadt ist für mich fremd geworden.
Ich trinke noch einen Schluck und blicke hinter mich in die dunkle Wohnung, erkenne nur schemenhaft die Möbel. Ich habe keine Ahnung, was ich hier soll. Jeder Tag ist zäh wie Kaugummi, dehnt sich bis zur Unendlichkeit und ich weiß, dass das jetzt bis zum Ende meines Lebens so gehen wird.
Was für eine Scheiße.
Es ist viel zu still hier.
Ich knalle das Glas auf die Fensterbank, doch selbst das klingt gedämpft. Ich reiße das Fenster auf, lasse die Geräuschkulisse der Stadt zu mir herein. Unter mir höre ich die Stimmen der Guides aus den Touristenbooten, das Lachen der Leute, weinende Kinder und die Motoren der Autos auf der Hauptstraße. Auch wenn all das vollkommen normal ist in einer Großstadt wie San Antonio, kommt es mir trotzdem falsch und fremd vor.
»Du gehörst hier nicht her«, knurre ich und hoffe, dass es nicht schon der einsetzende Wahnsinn ist, der mich mit mir selber reden lässt.
Ich bin noch keine Woche wieder hier und habe bereits das Gefühl, dass ich meinen Verstand verliere.
Und als es an der Tür klingelt, bin ich endgültig davon überzeugt, dass ich sie nicht mehr alle haben kann. Ich kenne niemanden in der Stadt. Zumindest nicht mehr. All meine Kameraden kommen aus unterschiedlichen Teilen der USA und keiner von ihnen ist schon aus dem Krieg zurück.
Wer also sollte um die Zeit bei mir schellen?
Doch es ist keine Einbildung.
Wieder klingelt es.
»Du wirst es nicht erfahren, wenn du nicht aufmachst«, murmle ich und seufze. »Also schön, dann wollen wir doch mal sehen.« Doch bevor ich zur Tür gehe, leere ich noch mein Glas.
Auch wenn ich ewig nicht hier war, finde ich mich im Dunkeln der Wohnung mühelos zurecht. Ich zögere noch einen Moment, denn eigentlich habe ich keine Lust auf Besuch, dann mache ich auf.
Ich höre Schritte von hohen Schuhen, gefolgt vom Fahrstuhl.
Eine Frau. Hm. Vielleicht hat sich eine der Ladys vom Nachtclub gegenüber in der Tür geirrt.
Ich schalte das Licht im Flur an und blicke der Aufzugtür entgegen. Als sie sich öffnet, tritt die Frau heraus, mit der ich am allerwenigsten gerechnet hätte.
»Ave«, sage ich. Nur ihren Spitznamen, mehr nicht.
Avery wirft sich das schwarze Haar über die Schultern. Sie sieht gut aus in dem engen Kleid, das sie trägt. Ganz anders als an dem Tag, als ich sie das letzte Mal gesehen habe.
Das war, bevor ich in den Jemen gegangen bin.
»Ryker!« Sie kommt auf mich zu, fällt mir in die Arme und mir ist sofort klar, dass etwas nicht stimmt.
Ich drücke sie an den Oberarmen von mir weg und mustere sie eingehend. »Was ist passiert?«
Man muss kein Experte sein, um zu sehen, dass sie geheult hat. Ihre Augen sind rot und die Konturen ihrer Lippen ungleichmäßig. Ich revidiere meine Meinung. Ihr Outfit sieht gut aus, der Rest von ihr jedoch ganz und gar nicht.
»Was ist passiert?«, wiederhole ich, als sie mich nur ansieht.
Dann, nachdem ich ein paar Sekunden auf eine Antwort gewartet habe, nehme ich sie am Handgelenk mit in meine Wohnung.
»Ich dachte, du wärst noch im Krankenhaus«, sagt sie und sieht sich um.
Na klar. Deswegen hat sie auch bei mir zu Hause geschellt. Ich bringe sie ins Wohnzimmer und schalte das Licht an.
»So ordentlich.« Avery nickt anerkennend und setzt sich wie selbstverständlich aufs Sofa.
»Sicher.« Was soll ich auch anderes machen als aufräumen? »Sagst du mir jetzt, was los ist?« Ich verschränke die Arme und lehne mich in den Türrahmen.
Avery fährt sich mit der Hand durch ihr pechschwarzes Haar und scheint zu überlegen. In ihren blauen Augen glitzern Tränen und ich halte es nicht länger aus.
»Mein Gott, Ave, jetzt rück schon raus mit der Sprache!«
»Ich brauche 250.000 Dollar!«, schreit sie mir im gleichen Tonfall entgegen.
250.000 Dollar. Was für ein Zufall.
»Ach ja? Und wofür?« Ich höre selber, dass meine Stimme eine ganze Spur kühler klingt als gerade eben noch.
Avery war schon immer gut darin, eine Show abzuziehen. Vor allem, wenn es darum ging, ihren Willen zu kriegen. Ich kaufe ihr ihre Krokodilstränen nicht ab und warte, was sie mir sonst noch zu sagen hat.
»Es ist …« Sie sieht weg und mich dann wieder an. »Es ist ernst. Ich bin da in etwas reingeraten …«
»Reingeraten.«
Ave nickt. »Da ist dieser Kerl …« Langsam knöpft sie den engen Blazer auf, den sie über ihrem Kleid trägt.
Ich mustere sie skeptisch. Was soll das werden? Glaubt sie, ich gebe ihr das Geld, wenn sie ein bisschen Haut zeigt?
Was ich allerdings zu sehen bekomme, sorgt tatsächlich dafür, dass sich mein Puls beschleunigt.
Ave hat die Jacke ausgezogen und präsentiert mir mit dunkelblauen Flecken übersäte Oberarme.
»Wer war das?«, grolle ich.
»Das kann ich dir nicht sagen.«
»Du musst.« Ich mache einen Schritt auf sie zu und sie sieht mich an, als würde ich ihr an die Gurgel gehen wollen.
Sie muss doch vor mir keine Angst haben!
»Wenn ich denen das Geld nicht gebe, bringen die mich um. Ich habe Zeit bis zum achten August.« Tränen laufen über Aves Wangen und ich komme mir vor wie in einem Film. »Sie holen mich. Sie haben gesagt, sie holen mich.«
Worauf hat sie sich da nur eingelassen?
Ich mustere ihre malträtierten Arme, dann gehe ich wieder zurück auf meinen Platz an der Tür.
»250.000 sagst du?«
Avery nickt.
»Ich habe so viel nicht.« Ich überlege fieberhaft, wie ich an die Kerle rankommen kann, die sie so zugerichtet haben.
»Aber die Abfindung?«
Klar, das hätte ihr bestens gepasst, aber leider ist davon so gut wie nichts übrig.
Ich schüttle den Kopf. »Ich hab nichts mehr. Du musst mir sagen, wer das war. Mit wem du Ärger hast. Ich verspreche dir –!«
»Nein, Ryker, bitte. Hör auf.«
Avery will aufstehen, aber ich kann sie jetzt nicht gehen lassen. Sie muss mir sagen, wer sie bedroht und ich schwöre bei Gott, ich werde diese Kerle fertigmachen. Am besten sollte sie erstmal hier einziehen, bis die Sache geklärt ist.
»Warte, setz dich. Wir finden eine Lösung, okay?« Ich hebe die Hände und sie setzt sich tatsächlich wieder.
»Okay …« Sie zieht die Nase hoch und sieht mich wieder aus ihren blauen Augen an. »Hast du vielleicht was zu trinken? Was Starkes?«
Ich denke an den Whisky und nicke. »Bin sofort zurück.«
Auf dem Weg in die Küche überschlagen sich meine Gedanken. Genauso wie für ihr Schauspieltalent ist Ave dafür bekannt, dass sie in Ärger gerät. Schon als junges Mädchen hatte sie die falschen Freunde, aber so heftig, wie es diesmal zu sein scheint, war es nie. Ich ertappe mich dabei, dass ich mich frage, ob sie überhaupt die Wahrheit sagt. Aber ihre Blessuren sprechen eine eindeutige Sprache.
Ich schütte ihr einen Whisky ein und will ihn ihr bringen, doch die Wohnungstür steht offen.
»Ave?!« Ich gehe ins Wohnzimmer, aber dort ist sie nicht mehr. Natürlich nicht.
Schnell laufe ich ins Treppenhaus. Der Aufzug hängt im Erdgeschoss, was bedeutet, dass sie längst unten ist.
Was soll denn das? Wieso rennt sie einfach weg?
Zuerst will ich ihr hinterher, aber das hat keinen Sinn. Bis ich die zehn Stockwerke heruntergelaufen bin, sitzt sie bereits in irgendeinem Wagen.
»So ein Mist.« Ich werfe die Wohnungstür zu und denke nach.
Ich muss mir etwas einfallen lassen …


 


***


 


Kapitel 1


 


Zoey


 


Einige Tage später


 


Parkplatz,
East Sonterra Boulevard, San Antonio, Texas


 


Shit.
Dieser Motorradhelm bringt mich schon jetzt aus dem Konzept. Ich hasse es, dass meine Sicht zu beiden Seiten eingeschränkt ist und habe das Gefühl, total wehrlos zu sein, sollte es hart auf hart kommen.
Aber ohne geht es nun einmal nicht.
Ich klappe das Visier hoch und hole tief Luft, habe aber dank der Schwüle das Gefühl, lediglich Wasser einzuatmen. Was ich hier plane, ist der totale Wahnsinn und meine Hände fühlen sich so feucht an wie nach einem Spülmarathon. Trotzdem habe ich mir vorgenommen, die Sache durchzuziehen.
Ich muss es einfach tun. Wenn ich jetzt einen Rückzieher mache und wieder nach Hause fahre, traue ich es mich wahrscheinlich nie wieder.
Und dann? Was wäre die Alternative? So weiterleben wie bisher?
Es gibt keine Alternative. Das hier ist meine Chance.
»Es wird gutgehen«, flüstere ich mir selber zu.
Ich wische mir die Handflächen an meiner Bluse trocken. Sicher gebe ich einen seltsamen Anblick ab, in kurzer Hose, mit meinem geknoteten Oberteil und dem schweren Helm auf dem Kopf. Zuerst habe ich mir überlegt, schwarze lange Klamotten anzuziehen – aber das hätte schon aus hundert Meilen Entfernung »Verbrecherin« geschrien. Deshalb habe ich mich für mein Lieblingsoutfit entschieden, denn das lässt mich aussehen wie eine ganz normale Kundin, die einfach vergessen hat, ihren Helm abzunehmen.
Sowieso habe ich alles detailliert geplant.
Es ist mitten in der Woche, die Bank schließt bald und die Straße ist um diese Uhrzeit bereits ziemlich leer. Ich habe mich bewusst für diese Filiale entschieden. Sie liegt weit genug von der nächsten Polizeistation entfernt, aber nah genug am Highway, sodass ich direkt verschwinden kann.
Eigentlich kann nichts schiefgehen.
Für den Notfall habe ich sogar schießen geübt. Immer, wenn Stephen zum Angeln war, habe ich mir seine SIG geschnappt und im Wald auf ein paar Dosen geschossen.
Das Gewicht der Pistole im Bund meiner Shorts beruhigt mich ein wenig. Die Waffe liegt kühl an meiner Haut und gibt mir das Gefühl, alles im Griff zu haben.
Zumindest halbwegs.
Mein Puls rast trotz allem und ich habe wackelige Knie. Die Wärme macht mich zusätzlich verrückt. Eigentlich liebe ich die Sommer in Texas, aber jetzt gerade wäre es mir lieber, wenn wir es ein paar Grad kühler hätten.
Noch ein letztes Mal betrachte ich das Gebäude, einen flachen, hellgelben Bau mit einem Säuleneingang, dann klappe ich entschlossen das Visier des Helms wieder herunter und steuere auf die Türen zu.


 


***


 


Zoey


 


Bankfiliale,
East Sonterra Boulevard, San Antonio, Texas


 


»Hände hoch, keiner rührt sich!« Ich ziele mit der SIG in die Runde, die nur aus drei Leuten besteht: Zwei Bankangestellten und einer alten Dame, die ich gar nicht habe reingehen gesehen.
Aber egal. Mit drei Leuten werde ich fertig.
»Niemand löst einen Alarm aus oder macht hektische Bewegungen. Ich will nicht schießen müssen.«
Das will ich wirklich nicht. Sollte ich allerdings Schüsse abfeuern müssen, muss ich mir auch keine Sorgen machen. Ich kann gut genug zielen, um jemanden einzuschüchtern, aber nicht zu verletzen.
Knapp daneben …
Die beiden Angestellten heben langsam die Hände, während mich die Oma irritiert ansieht. Anscheinend dauert es etwas, bis zu ihr durchdringt, was hier geschieht.
Sei’s drum.
Ich beachte sie nicht weiter und steuere die junge Frau hinter dem Schalter an.
»Alles Geld hier rein, na los!« Ich werfe ihr eine Sporttasche zu und sie lässt sie erstmal fallen. Ich sehe, dass ihre Hände zittern und sie den Lauf meiner Waffe unentwegt anstarrt. Am liebsten will ich irgendetwas Beruhigendes sagen, aber das machen richtige Bankräuber nicht, deswegen halte ich den Mund und warte, bis sie die Tasche wieder aufgehoben hat.
Ich richte meine Pistole nun auf ihren Kollegen, der immer noch die Hände erhoben hat. »Eine falsche Bewegung und ich erschieße ihn.«
Der Blick der Frau wird noch eine Spur ängstlicher.
»Keine Sorge, Schatz«, raunt ihr der Mann zu. »Tu einfach, was sie sagt.«
Woh, die beiden scheinen mehr zu sein als bloße Kollegen. Das ist gut, denn das bedeutet, dass ihr sein Leben sicher richtig am Herzen liegt.
Ich beobachte die junge Frau dabei, wie sie ein paar Geldbündel in die Tasche fallen lässt. Dann sieht sie zu mir auf. »Wenn Sie mehr wollen, muss ich nach hinten gehen und -«
Ich nicke. »Mach schnell. Und keine Dummheiten.« Ich trete mit der Waffe noch einen Schritt näher auf ihren Schatz zu und hoffe, dass es Wirkung bei ihr zeigt.
Die Frau verschwindet mit meiner Tasche und ich widerstehe dem Drang, mir durchs Gesicht zu wischen, was dank des Helms auch reichlich sinnlos wäre.
Hinter mir höre ich ein Flüstern und fahre herum.
Ich traue meinen Augen kaum. Die alte Dame, die ich gar nicht weiter als Bedrohung angesehen habe, hat ein Smartphone am Ohr und gibt gerade die Adresse dieser Bank durch.
Das darf doch nicht wahr sein!
»Auflegen, sofort!«, japse ich, denn vor lauter Aufregung bleibt mir die Luft weg. Ich hätte ja mit vielem gerechnet, aber nicht damit.
Die Oma sieht mich langsam an, dann drückt sie den Anruf weg, aber ich weiß, dass es bereits zu spät ist. Die Polizei wird jetzt gute acht bis zehn Minuten bis hierher brauchen – sofern nicht zufällig eine Streife in der Nähe ist.
»Entschuldigen Sie«, murmelt die alte Frau und ich werfe ihr einen vorwurfsvollen Blick durch mein verdunkeltes Visier zu.
Doch bevor ich etwas sagen kann, kommt auch schon die Bankangestellte zurück.
»Wirf sie rüber!«, fordere ich und sie schmeißt mir die Tasche vor die Füße.
Gut. Bis hierher ist es zwar nicht nach Plan, aber immerhin noch einigermaßen glimpflich verlaufen.
Jetzt noch die letzte Hürde.
»Wo parkst du?«, frage ich den Mann, der noch immer die Hände erhoben hat.
»Wo ich …?«
»Dein Auto! Gib mir die Schlüssel!«
»Aber ich bin nicht mit dem Wagen hier …«
Ich wende mich seiner Freundin zu, doch sie schüttelt den Kopf. »Wir wohnen um die Eck-« Sie beißt sich auf die Zunge und verstummt.
Sicher, es ist nicht so klug, einem Kriminellen seine Adresse zu geben.
Ich will mich an die alte Dame wenden, auch wenn ich nicht weiß, ob das eine so gute Idee ist. Wer in dem Alter mit einem Smartphone herumläuft, hat sein Auto wahrscheinlich auch mit einem GPS-Sender versehen. Doch ehe ich dazu komme, sie nach ihrem Fahrzeug zu fragen, höre ich, dass sich draußen Sirenen nähern.
Das kann doch alles nicht wahr sein!
Ich schnappe mir die Tasche und renne auf den Ausgang zu.
Zwar weiß ich nicht, wohin, denn mein Plan war es, das Auto eines Angestellten zu leihen und direkt auf den Highway zu fahren. Aber ich weiß, dass ich erstmal hier raus muss, weg von dem Bankgebäude.
Gerade trete ich aus dem Ausgang, da sehe ich, wie ein schwarzer Wagen vorfährt.
Für einen Moment glaube ich, dass es die Polizei ist und will instinktiv wieder zurück ins Gebäude.
Dann erkenne ich allerdings, dass es sich um einen gewöhnlichen Camaro handelt. Ich denke


nicht länger nach und laufe los.


 


***


 


Ryker


 


East Sonterra Boulevard, San Antonio, Texas


 


Ich mache eine Vollbremsung, als ich Sirenen von vorne höre. Die Bullen!
Schnell blicke ich in den Rückspiegel, worin ich Blaulicht aufblitzen sehe. So ein Mist. Sie kommen von beiden Seiten. Da bleibt mir nur eins.
Gerade reiße ich die Tür meines Wagens auf und steige aus, als ich mich auch schon einer Pistolenmündung gegenüber sehe.
»Einsteigen!«, fordert eine Stimme.
Auch wenn die Worte gedämpft durch einen Motorradhelm klingen, bin ich mir sicher, dass es sich um eine Frau handelt. Und auch der Körper, der halb verborgen hinter meinem Auto ist, lässt darauf schließen.
»Einsteigen, sonst schieße ich!«
Ich bezweifle, dass sie ernst macht. Frauen drücken nicht so schnell ab. Aber was bleibt mir anderes übrig? Vor mir kommt gerade ein Polizeiauto zum Stehen und auch das Blaulicht hinter mir wird immer greller.
»Schon gut, schon gut«, beruhige ich die Kleine. Das Visier ihres Helms ist beschlagen und ich fürchte, dass sie jeden Moment hyperventilierend zusammenbrechen wird. »Ich steige wieder ein, siehst du?« Ich lasse mich langsam zurück auf den Fahrersitz gleiten und kann nur hoffen, dass sie ihren Hintern, der in verdammt knappen Shorts steckt, gleich ebenfalls ins Auto bewegen wird. Denn wir müssen offenbar beide dasselbe – dringend hier weg.
Doch anstatt einzusteigen, fuchtelt sie mit der Pistole rum, von der ich glaube, dass es eine SIG Sauer ist.
»Bleiben Sie weg!«, ruft sie den Polizisten zu. »Oder ich erschieße meine Geisel!«
Oh Mann. Vielleicht sollte ihr mal jemand Nachhilfe im Umgang mit den Bullen geben. Dass sie nicht noch „Bleiben Sie bitte weg!“ gesagt hat, ist auch schon alles.
Aber irgendwie scheint ihr nervöses Gehampel die Cops zumindest für einen Moment zu verwirren, denn sie wirken unschlüssig.
Ich kann das nicht länger mit ansehen und stoße die Beifahrertür auf. »Jetzt steig schon ein!«
Die Kleine sieht verblüfft zu mir herüber, dann wirft sie eine dunkle Sporttasche in den Fußraum und setzt sich endlich.
Kaum hat sie das Polster berührt, gebe ich auch schon Gas.



 


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