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Belletristik
Buch Leseprobe Grundglück, Anja Blum
Anja Blum

Grundglück



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Es hatte wieder geschneit. Über Nacht gab’s ungefähr zwanzig Zentimeter Neuschnee. Feinster Pulverschnee. Und jetzt, am Vormittag dieses Samstags schneite es immer noch. Cilly hatte keine Lust mehr, in der Halle zu reiten. Der bisherige lange Winter hatte sie immer in die Halle verbannt. Es war schwierig und gefährlich, bei Schnee und Glatteis mit Romeo auszureiten, denn er hatte Eisen ohne Stollen, die sich ins Eis graben würden. Außerdem klebt der Schnee in den Eisen und das gab dann an jedem Fuß solche Bollen, als ob das Pferd auf Stöckelschuhen laufen würde. Gripeinlagen in den Eisen würden zumindest das verhindern. Aber auch Grips hatte Romeo nicht drauf. Es hatte ja auch niemand mit solch einem langen Winter gerechnet. Die letzten Jahre war es nie notwendig, da es kaum Schnee gab. Cilly stand vor dem Stall, warm eingepackt und schaute auf die weiße, bezaubernde Landschaft. Obwohl der viele Schnee die Arbeit auf dem Hof ziemlich beschwerlich machte, fand Cilly dennoch total Gefallen an der weißen Winterpracht. Heute gehe ich mit Romeo in den unberührten Winterwald. Wir werden den tiefen Schnee genießen und Romeo wird frische Luft in seine Lunge bekommen, beschloss Cilly spontan. Voller Freude sattelte sie Romeo, steckte noch den Hufkratzer ein für den Fall, dass der Pulverschnee doch in den Hufen aufstollte. Romeo stand aufmerksam im Schnee und ließ Cilly aufsteigen. Die ersten Schritte im tiefen Schnee gaben Cilly die Gewissheit, es wird prima gehen. Kein Rutschen oder Stolpern. Romeo ging vorsichtig voran. Es machte beiden einen so unglaublichen Spaß, durch die schneebedeckte Märchenwaldlandschaft zu reiten. Cilly fühlte sich völlig frei und unbeschreiblich glücklich. Sie trabten und galoppierten einige Strecken sogar und auch Romeo hatte sichtlich Freude an dieser unerwarteten Abwechslung. Die Ohren abwechselnd nach vorne und nach hinten gerichtet, um zu spüren, was seine Reiterin wollte. Ab und an fielen vereinzelte Schneehaufen von den Bäumen. Cilly dachte gerade noch, wie wohl Romeo reagieren würde, wenn er von so einem Schneehäufchen getroffen wird, als auch schon einer genau auf seinem Kopf landete. Romeo blieb völlig gelassen, schüttelte nur schnell den Schnee vom Kopf runter. Cilly war voller Glückshormone, als sie den Stall wieder erreichten. Am liebsten würde sie gleich loserzählen, wie toll das Erlebnis im Schnee war. Aber die erste, die ihr begegnete, war Lisa Feller. Und da konnte Cilly doch an sich halten und schwieg. Sie brachte Romeo in seine Box und sattelte ihn ab.


 


***


 


In Cillys Gesicht war ein Fragezeichen zu sehen. Warum übertrieb Markus auf einmal so? Ziemlich aufgebracht fuhr er fort: „Und all das werde ich nicht tun. Ich gebe auch zur Erinnerung noch mal bekannt: Unser Kerngeschäft ist die Ausbildung und der Verkauf von Pferden!“


„Das ist mir durchaus bewusst.“ Cilly wollte sich nicht vor allen wie ein kleines Schulmädchen behandeln lassen. „Und so lange dein Kerngeschäft läuft, ist ja auch alles in Butter.“ Cilly hüstelte. „Ich finde es nur so toll, wie die Leute unser Angebot annehmen und Reitstunden buchen. Sei es bei Maja und Kim oder bei Lisa. Sollten wir die Chance nicht wahrnehmen und das zweite Standbein aufbauen?“ Ganz so schnell gab Cilly nicht klein bei.
Jetzt musste Markus schmunzeln. Er liebte Cillys Kampfgeist. Cilly wiederum konnte sich keinen Reim darauf machen, wieso Markus – eben noch so aufgebracht – nun so griente. Versteh einer die Männer.
„Dann bring mir ein Konzept, Cilly. Wie stellst du dir das alles vor? Was soll das kosten? Was müsste verändert werden?“ Cilly war sprachlos. „Nur eines findet nicht statt: In meinem Haus wohnen keine fremdem Menschen!“
Cilly überlegte, wie sie mit Markus’ Aussage umgehen sollte. Sagte er das nur, weil er wusste, Cilly kann ihm diesbezüglich eh nichts Gescheites liefern? Oder traute er ihr zu, Dinge zu entwickeln und ins Leben zu rufen, an die er nicht mal im Traum dachte? Cilly, die Kämpfernatur, nahm das Angebot an. „Gut. Ich werde in einem Monat einen Vorschlag auf deinen Tisch legen."


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