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Belletristik
Buch Leseprobe Geweihte Kurzgeschichten, Yvonne Wagner
Yvonne Wagner

Geweihte Kurzgeschichten



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Nur eine Mutter   


Vor ein paar Monaten, als ich meine Kinder von der Schule abholte, kam eine andere Mutter, die ich gut kannte, auf mich zu. ″Sandra″, rauchte sie mit einer leichten Empörung. ″Weißt du, was wir sind?″ sie antwortete,  bevor ich ein Wort sagen konnte, sich Selbst.    


Es schien, als wäre sie gerade von einem Büro des Rathauses zurückgekehrt, oder ähnliches. Auf die Frage der Angestellten ihren Beruf anzugeben, hatte Nadine gezögert und unsicher, wie sie sich Selbst einordnet, sagte sie erstmal 


nichts. ″Was ich meine ist″, erklärte die Dame im  Büro ihr, ″haben Sie eine   


Arbeit oder sind Sie nur eine ...?″ ″Natürlich habe ich eine Arbeit.″ Nun war ich in ihr Geschehens, unfreiwillig involviert.   


Sie war in der Führerscheinstelle des Rathauses, einer Nachbarstadt.   


″Ich bin eine Mutter. „erzählte Nadine. ″Das antwortete ich.″ ″Wir zählen ′Mutter′ nicht als Beruf ... ′Hausfrau′ deckt das ab,″ sagte die Angestellte nachdrücklich.   


Ihr Sohn Jonas kam und sie gingen mit einem ″tschüss″, hinfort.   


Ich habe alles über ihre Geschichte vergessen, bis ich mich eines Tages in derselben Situation befand, in unserem eigenen Rathaus.   


Die Angestellte war offensichtlich eine Karrierefrau, bereit, effizient und besaß einen ′Beamtinnen Titel′. ″Und was ist Ihr Beruf?″, fragte sie. Was mich dazu brachte, dies zu sagen,  weiß ich nicht. Die Worte sprangen einfach aus mir heraus.   


 


″Ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich   


Kinderentwicklung und menschliche Beziehungen.″ Die   


Angestellte guckte mich an, der Kugelschreiber erstarrte in der Luft und sie  sah auf, als hätte sie nicht richtig gehört. Ich wiederholte den Titel langsam und betonte die wichtigsten Wörter.  


Dann starrte ich verwundert, als meine pompöse   


Äußerung auf dem offiziellen Fragebogen in fetter, schwarzer Tinte stand. ″Darf ich fragen″, sagte die Angestellt mit Interesse. ″Was ist das genau, dass Sie in Ihrem Bereich tun?″ Ich versuchte kühl und ohne eine Spur von Aufregung in meiner Stimme zu antworten: ″Ich habe aktuell ein laufendes   


Forschungsprogramm  im Labor und in den Außenstellen   


(″normalerweise hätte ich drinnen und draußen gesagt″,  meine Gedanken 


rasten.) Ich arbeite für den obersten Chef und habe bereits vier Laborassistentinnen″.   


″Natürlich, diese Arbeit ist eine der anspruchsvollsten in den 


Geisteswissenschaften und ich arbeite oft 15 Stunden am Tag oder mehr. Aber der Job ist anspruchsvoller als die meisten normalen Karrieren, und die Belohnungen auf anderer Ebene, sind eher zufriedenstellend als nur das Geld.″ 


Immer mehr Respekt in den Augen, der Angestellten war zu sehen, als sie das Formular ausfüllte. Plötzlich stand  sie auf und verabschiedete  sich so persönlich, mit einem festen   


Händedruck, als wollte sie sagen, ″sie sind eine faszinierende Frau.″   


Als ich zu Hause in unsere Einfahrt fuhr, angeheizt von meiner glamourösen 


Karriere, wurde ich von meinen Assistentinnen begrüßt - im Alter von 12, 6 und 


3. Von oben konnte ich unser neues Versuchsmodell hören, es läuft seit 4 Monaten. Im Rahmen des Programms zur Kinderentwicklung, unseres Berufes, habe ich ein neues Muster getestet und ich fühlte mich triumphierend. Ich hatte die Bürokratie übertroffen. Und ich hatte mich auf die offiziellen Rekorde gestützt, als jemand, der für die Menschheit differenzierter und für die Menschheit unverzichtbarer war als nur ′eine Mutter′. Mutterschaft ... was für eine glorreiche Karriere. Vor allem, wenn ein Titel an der Tür steht.   


 


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