Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern



Kategorien
> Belletristik > Geschichten des Nordens - Teil 1
Belletristik
Bücher Erotik
Esoterik Bücher
Fantasy Bücher
Kinderbücher
Krimis & Thriller
Kultur Bücher
Lyrikbücher
Magazine
Politik, Gesellschaftskritik
Ratgeberbücher
regionale Bücher
Reiseberichte
Bücher Satire
Science Fiction
Technikbücher
Tierbücher
Wirtschaftbücher
Bücher Zeitzeugen

Login
Login

Newsletter
Name
eMail

Belletristik
Buch Leseprobe Geschichten des Nordens - Teil 1, Uwe Peters
Uwe Peters

Geschichten des Nordens - Teil 1


Eine historische Kurzgeschichte

Bewertung:
(272)Gefällt mir
Kommentare ansehen und verfassen

Aufrufe:
1564
Dieses Buch jetzt kaufen bei:

oder bei:
ISBN 978-3-8442-2513-6
Drucken Empfehlen

GESCHICHTEN DES NORDENS - TEIL 1
von Uwe Peters

So also ich wollte euch jetzt ja noch was sagen aber das fing ja ganz einfach an,
mit Schmerzen da fing dat an, ich bin mit einmal schon 70 und wunder mich mit mal das mir das Knie durchbricht und dann steh ich mit mal vorm Spiegel und denk dann nochmal drüber nach what war den früher überhaupt alles so, wie du klein warst, wie ich jung war,
nachher Jüngling wurde...dat ließ mich doch nich mehr los und dann wurde ich ja erst operiert und lag dann rum im Krankenhaus und irgendwie hatte ich, immer ne Unruhe drinne denk da musst du doch mal deinen Enkeln davon erzählen, what den da früher eigentlich alles los war.Erinnern kann ich mich noch ich war ja na so 5 Jahre, da war der Krieg zu Ende, vom Krieg selber hab ich ja nich viel mitgekriegt, weil bei uns nich so viel geschossen wurde aber all das andere Elend da kann ich mich noch genau, ganz genau dran erinnern.Ja das war was.Wir waren ne Familie, die wohnte schon alleine, früher sagte man
in der Verrücktenanstalt aber dat war keine Verrücktenanstalt, das war nen riesiges Gelände,da kamen all die kranken Soldaten aus dem Krieg hin und 1945 da kamen dann noch die Amerikaner noch dahin und dann wurde das aufgelöst und wie das aufgelöst wurde, dann wurde erst das richtige Elend zu Tage kam das dann.Ja als Kinder hatten wir eigentlich immer unseren Spaß daran nur es ging manchmal so schlimm zu, da konnten wir ja gar nicht satt werden Abends aber dann wir hatten ja Großvater,Großmutter,Onkel,Großtanten,Großonkels und die waren ganz clever früher, die fuhren dann einfach Abends los mit nen Wagen-, Lastwagen den hatten sie sich auch organisiert, fuhren los, besuchten irgendwo ein Bauer, der da nich mit rechnete, schlachteten gleich im Stall, das Schwein nachts, ohne das, das quieken konnte, zag und da hatten wir andern Tach Schweinefleisch gehabt.Da wurde auch schwer bestraft weil da musste das immer versteckt werden.Ja wir als Kinder wir hatten dann ja immer den Mund zu halten, ne sondern wir mussten ja so tun als ob wir nix gesehen und gehört hatten.Oft war die Militärpolizei bei uns aber die ham nie etwas gefunden.Dann hatten wir auch noch nen lustigen Opa, ne ich bin noch nich so lustig aber es kann ja noch werden und dann hatten wir nen lustigen Vater, der ist auch lustig gestorben.Na jedenfalls, die hatten immer ein Hobbie, die brannten immer gerne Schnaps, oh und wenn die Schnaps brannten, dat war ja doll.Wenn die am brennen waren, und die ersten Tropfen probiert hatten, dann hörten wir als Kinder, wir lagen ja im Bett, hörten wir wie dann mit der Handamonika unser Vater spielte dann Lieder, da wussten wir schon,ah ha die Promille in dem Selbstgebrannten sind schon da, in dem Selbstgebrannten und dann ging das immer Ruckzuck alles fertig gebrannt,
und dann wurde alles versteckt.Nächster Tag war schon wieder die Militärpolizei da.Hatten wir sogar als Kinder,hatten wir sogar unten im Bett an den Füßen, hatten wir die Schnapsflaschen liegen, lagen dann im Bett und da haben sie dann aber nie nachgeguckt.Ne weil Kinder war nich so schlimm naja und dann 1946 änderte sich alles, wurde es immer schlimmer 47, dann hat man mit einmal nix zu essen.Dann war da eine Großküche, die war da neu aufgemacht worden und dann kamen alles Kriegsgefangene und eben Gehirngeschädigte Soldaten alle in diese Blocks und das Schlimmste war dann immer, man konnte durch die Fenster sehen, wie die Essen kochten, aber dann hatten wir immer ein Trick dabei, wenn die Suppe kochten, dann wurden die Knochen ja abgekocht, es wurden ja alles abgekocht, ja alles gebraucht und dann kippten die Köche, sofort wenn sie dann die Brühe abgegossen hatten, dann kippten sie die Knochen riesige Kessel voll von vielleicht so 500kg, die kippten sie dann draußen auf die Wiese und dann kamen die Möven und dann kamen erst wir, wir Kinder wir waren 5-6 Stk., dann ankamen, dann kamen die Möven, dass war richtig ein Kampf mit den Möven, dann haben wir erst die Knochen abgelutscht und dann kam hinterher die Möven, die ham den Rest abgelutscht und wie die Sonne, dann die Knochen getrocknet hat und ham die in Sack getan und zum Klungelskerl gebracht.Ham dann noch Geld drauß gemacht aus den Knochen.Ja wir mussten gucken, das wir immer zurecht kamen und dann ging das nachher los, wenn dann die Militär dann aufmaschierte
Besatzungsmacht und dann heute sagen sie ja Nervenkranke früher sagten sie einfach das sind die Idioten.Wir als Kinder wussten das ja nicht anders.Wir mussten dann mit 10-12 Mann einen großen Wagen, was heute nen Träcker zieht oder so, durch die Straßen ziehen um neue Wege zu machen, zogen die dann hin oben vor unser Haus und dann mussten sie die Schlacke durchsieben, die aus dem Heizwerk kam und wenn se dann voll hatten, dann mussten sie alle Mann den Wagen wiederziehen und dann dahin bringen wo es gebraucht wurde.Wenn einer nich Parierte ham wir oft gesehen, die wurden dann, mit der Schaufel kriegten die was im Nacken aber es war schon eine harte Zeit.So hatte ich dann so gedacht wo mir das so gut oder schlecht ging auf deutsch gesagt und ich vor dem Spiegel stand, hatte ich so gedacht mein Gott, ne was is man doch alt geworden.70 Jahre bald aber weise geworden sind, aber weise geworden sind wir vielleicht doch dabei.Ich weiß nich.Jedenfalls erinner ich mich weiter dran, dann wurden bei uns riesige Baracken aufgebaut, dann kamen da alles Flüchtlinge rein, tausende.Alles voll an der Ostseeküste, alles voll mit Baracken, wir hatten immer gesagt hier kommen die Barackenschieters dann ham wir Spaß.Dann ham wir alles abgegeben was wir hatten, damit denen das auch gut ging ja und dann ging es nachher los.


Für den Inhalt dieser Seite ist der jeweilige Inserent verantwortlich! Missbrauch melden



© 2008 - 2021 suchbuch.de - Leseproben online kostenlos!


ExecutionTime: 4 secs