Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern



Kategorien
> Belletristik > Friendzone
Belletristik
Bücher Erotik
Esoterik Bücher
Fantasy Bücher
Kinderbücher
Krimis & Thriller
Kultur Bücher
Lyrikbücher
Magazine
Politik, Gesellschaftskritik
Ratgeberbücher
regionale Bücher
Reiseberichte
Bücher Satire
Science Fiction
Technikbücher
Tierbücher
Wirtschaftbücher
Bücher Zeitzeugen

Login
Login

Newsletter
Name
eMail

Belletristik
Buch Leseprobe Friendzone, Akira Arenth
Akira Arenth

Friendzone


Zwischen Eifersucht und DIY

Bewertung:
(2)Gefällt mir
Kommentare ansehen und verfassen

Aufrufe:
40
Dieses Buch jetzt kaufen bei:

oder bei:
Signierte Prints & Merch: https://akira-arenth.com
Drucken Empfehlen

Prolog - Johnny


 


Mein bester Freund ist eine Schlampe! Um genau zu sein, eine schwule, extrem selbstsichere, massiv exhibitionistische Megaschlampe!!! Woher ich das weiß? Vielleicht weil der Typ, mit dem er gerade lauthals im Nebenzimmer poppt, nicht derselbe ist wie der gestern? Und er ist auch keiner von den beiden, die am Wochenende mit uns auf der Couch abhingen und die halbe Nacht mit unserer Konsole zockten, bevor er ihnen in der Küche das letzte bisschen Verstand rausvögelte. Ach ja, und den vier Kerlen, die er vorige Woche angeschleppt hat, sieht er auch nicht ähnlich. Was der ganzen Sache, also Canaio, noch das Krönchen aufsetzt, ist sein verboten gutes, exotisches Aussehen, das ihm einen heißen Typen nach dem anderen beschert und dass er auf jede neue Eroberung äußerst stolz zu sein scheint. Hab ich erwähnt, dass er eigentlich fest vergeben ist? Ja! Das ist er! Doch sein Daddy ist ständig auf irgendwelchen Weiterbildungen, also vertreibt sich Can alias Boytoy de luxe die Zeit mit anderen Kerlen. Er pimpert sich durch ganz fucking Berlin und seinen Lover kümmert es keinen verdammten Deut. Im Gegenteil! Die Arschkrampe ist noch stolz drauf, dass sein Liebster so selbstbestimmt ist!!! ›Durchatmen ... gaaaaanz ruhig!‹ Schnaufend lockere ich meine Finger, die sich seit einer Stunde um den Stift und in die Tischkante krallen, haue mir dann auf die Schenkel und trinke ein Glas Wasser auf ex. Nein, mir geht’s gut und ich bin auch wirklich kein bisschen eifersüchtig! Wirkt es so? Hm ... Muss an meiner leicht verzweifelten Ausstrahlung liegen. Mein Name ist übrigens Johnny. Johnny Herbst. Wie Winter, nur früher. Meine Freunde nennen mich Joh, bis auf Can, der sagt aus Spaß meistens Joy zu mir, was ich eigentlich überhaupt nicht leiden kann. Derzeit sitze ich an meinen Prüfungsvorbereitungen und danach folgt meine Bachelorarbeit, weshalb ich viel zu Hause lernen muss. Während ich also gerade mal wieder dem alltäglichen Stöhnkonzert meines WG-Mitbewohners lausche, versuche ich mich auf meine Unterlagen zu konzentrieren, die ich fein säuberlich auf dem großen Esszimmertisch vor mir ausgebreitet habe. Allerdings schaffe ich nichts und male eigentlich nur auf meinen Händen herum, statt zu arbeiten. Leider fällt es mir nämlich extrem schwer, Cans Stimme zu ignorieren, denn zwischen seinen Brunftschreien und seiner teilweise äußerst hektischen Schnappatmung vernehme ich häufig imaginäre Rufe meines Namens, die ich mir selbstverständlich einbilde. Das ist auch nicht immer so. Wie ich leider bereits anschaulich dargeboten bekam, switcht er, ist also mal aktiv und mal passiv, je nachdem ob er mit seinem Freund oder mit einem One-Night-Stand bumst. Doch jedes Mal, wenn er hinhält, klingt seine Stimme so verletzlich, geradezu herzzerreißend, dass ich ihm am liebsten zur Hilfe eilen würde. Täte ich das, würde er mich vermutlich auslachen, mir einen Vogel zeigen und mir raten, einen Lolly zu lutschen, um wieder runterzukommen. »Jooooy?« Oh nein. Die Stimmlage kenne ich. »Was?«, knurre ich und versuche, möglichst genervt aufzusehen, doch als ich seinen verstrubbelten Kopf entdecke, der da rot glühend um die Ecke linst, muss ich leider schon wieder grinsen. »Was willst du? Ich muss hier büffeln!« »Du und deine blöde Lernerei!« Er schnauft und kommt schließlich einfach nackt zu mir rüber. »Ich kann meine Kette nicht finden. Hast du sie irgendwo gesehen?« »Wozu brauchst du denn jetzt eine – ah, warte! Du meinst deine Analkette, oder?« »Klar, was denn sonst? Von einer normalen hätte der Arsch wenig. Seine Einflugschneise könnte ’nen Zeppelin aufnehmen, wenn du verstehst ...« Muss ich das kommentieren? Nein. »Die metallicblaue liegt irgendwo unter den Kissen vom Sessel.« »Nein, die schwarze. Die neue! Die man beim Ficken drinbehalten kann, du weißt schon. Hab ich dir doch gezeigt!« »Ach so, die.« Über das Ding hab ich mich noch beömmelt, weil er meinte, die gab es zum Einführungspreis. »Die hast du mit Natron eingeweicht, weil sie so nach Chemie gestunken hat. Schon vergessen? Die Schüssel steht in der Badewanne!« Warum weiß ich eigentlich besser über seine Sexspielzeuge Bescheid als er? »Aaah, stimmt! Danke Schlaufuchs!« Damit drückt er mir einen Kuss auf die Wange und läuft flugs in Richtung Badezimmer. Ein paar Sekunden schaue ich ihm hinterher und bleibe mit dem Blick an seinen nackten Pobacken hängen, die nur aus Muskeln zu bestehen scheinen und an den Seiten so süße Grübchen haben, doch dann schüttle ich den Kopf und versuche mich wieder zu konzentrieren. Ich verstehe bis heute nicht, was mich so an Canaio fasziniert. Wir haben uns als Teenies unter sehr unglücklichen Umständen kennengelernt und ich hatte schon immer irgendwie das Gefühl, ihn beschützen zu müssen. Kein Vergleich zu heute ... Also Can ist jetzt kein Bodybuilder oder so, aber er hat eine super definierte Figur, ist einen Meter zweiundachtzig groß und besitzt diesen rebellischen Rockstar-Charme, der in Kombination mit seinen schwarzen Klamotten auf Männlein wie Weiblein sehr mystisch und anziehend wirkt. Ich hingegen habe mich kaum verändert. Na ja, schon ein wenig – immerhin habe ich keine grünen Haare mehr und meine Klamotten halten durch Nähte anstelle von Sicherheitsnadeln. Aber davon abgesehen? Für Sport bleibt mir einfach keine Zeit, wobei er auch nur einmal die Woche in die Muckibude geht. Dort muss aber mehr als kollektives Eierschaukeln stattfinden, denn der Penner hat Muskeln, von denen ich Schmalhans kaum zu träumen wage. Ungerecht ist das! Also, ich bin stattliche sieben Zentimeter größer als er, weil meine Beine länger sind, und auch meine Schultern sind um vier Zentimeter breiter. Trotzdem sind unsere Arme gleich lang, was bedeutet, dass entweder er eine Art Orang-Utan ist oder ich eine Art Bernd das Brot, aber ansonsten sind wir uns ziemlich ähnlich. Selbst unsere Schwänze unterscheiden sich nur um einen Zentimeter! Woher ich das alles so explizit weiß? Tja ... ähm ... es gab da diesen einen Abend. Wir waren besoffen und uns war langweilig und da fand Can dieses Maßband und ... Na ja, da kam eben eins zum anderen. Unsere Messergebnisse liegen jetzt tief vergraben in meinem Schreibtisch, aber ich kriege die Zahlen einfach nicht mehr aus dem Kopf, ebenso wenig die Erinnerung an die Verrenkungen, die wir bei einigen Abgleichen gemacht haben. Ob die Maße wohl immer noch stimmen? Ach ist doch wurscht! Jedenfalls hätte ich niemals gedacht, dass aus klein Can, dem verschlossenen, introvertierten Gothicjungen, der von allen nur gemobbt wurde, später mal ein solch kontaktfreudiger Aufreißer wird. Und dabei weiß ich noch ganz genau, wie es war, als ich ihm vor gut vier Jahren das erste Mal in seine faszinierenden, rebellischen Augen sah.


 


Kapitel 1 – Johnny


Meine neue Familie


 


Berlin Neukölln – März 2001.


Kein Aufzug. Während ich schnaufend die Treppen in den fünften Stock des Plattenbaus hinaufsteige, denke ich noch einmal darüber nach, ob ich das, was ich gerade im Begriff bin zu tun, wirklich tun will. Meine Mutter war eine liebevolle, großherzige Frau, die völlig unerwartet noch vor ihrem sechsunddreißigsten Geburtstag verstarb. Sie hinterließ keine Sorgerechtsverfügung, die irgendwen zum Vormund bestimmte, und andere Verwandte, zu denen ich hätte gehen können, gab es leider nicht. Also wurde ich per Gesetz zu meinem Erzeuger geschickt, einem Mann, dessen Name zwar in meiner Geburtsurkunde steht, der mich aber nie als seinen Sohn angenommen hatte. Auch als ich gezwungen wurde, bei ihm einzuziehen, ließ er mich deutlich spüren, dass er mich nie wollte. Ein paar Monate hielt ich seine täglichen Wutanfälle und sein permanentes, cholerisches Gemecker aus, doch irgendwann wurde es unerträglich und ich floh auf die Straße. Nach ein paar Wochen fand ich einen Zufluchtsort bei meiner neuen Freundin, doch die hat mich dann für einen Skinhead sitzen lassen und somit war dieser dann auch dahin. Also der Schlafplatz, nicht der Skin. In den Monaten danach wurde es deutlich kälter und ich wäre mehrmals beinahe erfroren, denn die nächtlichen Temperaturen sanken bereits im Herbst auf Minusgrade. Aus diesem Grund musste ich immer wieder in einer Obdachlosenunterkunft nächtigen und dann war irgendwann der Punkt erreicht, an dem es nicht mehr ging. Diese saalartigen Räume sind mit zehn bis zwanzig Betten ausgestattet und es stinkt so extrem nach Fäkalien, dass man glauben könnte, man schliefe auf einem Bahnhofsklo! Die Hälfte der Besucher schnarcht lautstark, hustet oder röchelt, und alle zehn Minuten steht irgendwer zum Rauchen auf, knallt das Licht an oder rempelt im Dunkeln an andere Betten. Außerdem passiert es auch nicht selten, dass man morgens irgendeinen dieser Säcke hinter sich liegen hat, weil der zu besoffen war, zurückzufinden ... oder einfach nur mit jemandem kuscheln wollte. In solchen Unterkünften kriegt man also höchstens das kalte Kotzen, einen Wutanfall obendrein und vielleicht auch noch eine neue Krankheit, aber definitiv keinen Schlaf! Eigentlich hatte ich mir geschworen, nie in ein Heim oder in eine Pflegefamilie zu gehen, da ich von meinen Freunden allerlei Horrorstories darüber gehört hatte. Aber ich war das ständige Frieren und Betteln leid, konnte und wollte so auch einfach nicht mehr leben. Im Dezember kehrte ich meiner Straßen-Clique endgültig den Rücken und ging zum Jugendamt, die mich erst mal in eine Jugendschutzstelle brachten. Klar, dass meine alten Freunde das nicht verstanden und mich von diesem Schritt abhalten wollten, aber ich war so fertig, dass ich irgendwann einen Scheiß auf deren Meinung gab. In der Notunterkunft für Jugendliche blieb ich fast zweieinhalb Monate, zusammen mit zehn anderen abgewrackten Teenies, mit denen ich sogar ganz primitiv Weihnachten feierte. Mein Aufenthalt dort war deutlich länger als geplant, aber die Wohngemeinschaften der Berliner Heime sind alle voll und freie Pflegestellen gab es auch keine ... bis jetzt. Keuchend erreiche ich eine abgeschrabbelte Tür, die mit halb abgerissenen Aufklebern übersät ist, und schiebe mir verschwitzt einige Strähnen meines hochgegelten, leuchtend grünen Kurt Cobain Nichthaarschnitts hinter die Ohren. Auf dem Türschild steht Schnatz, in geschwungenen Buchstaben mit einem lila Schmetterling darüber. Dreckige Schuhe liegen im Hausflur, einige davon haben eine ähnliche Größe wie meine und dazwischen stehen hochhackige Stiefel. »So, da wären wir!«, japst auch Hannah, die Sozialarbeiterin, die mich die letzten Tage betreut hat und mit der ich gestern noch den Übergangsbogen durchgegangen bin. Ich versuche, meine rasselnde Lunge zu beruhigen, und stelle aufgeregt meine Tasche ab. Dumpfe, raue Stimmen sind zu hören, als würden sich zwei streiten, doch ich kann nicht zu hundert Prozent sagen, ob das aus der Nachbarwohnung oder aus der vor uns kommt. Ein ungutes Gefühl steigt in mir auf. Hannah ringt sich ein schiefes Lächeln ab und scheint vom vielen Treppensteigen wirklich erschöpft zu sein, denn sie hängt wie ein Schluck Wasser am Türknauf. Ein Schluck Wasser in einer Ökotüte ... aus Leinen. Mit Hanfponcho drumherum. Ich erwidere ihre Gesichtsentgleisung mit einem kurzen Grinsen, doch auch ich bin ganz schön aus der Puste, denn ich musste ja nicht nur die Treppen steigen, sondern auch noch meinen Rucksack und die zigfach geflickte Sporttasche schleppen. Darin ist alles, was ich besitze. Plötzlich rumpelt etwas hinter der Tür und eine sehr aufgebrachte Stimme schallt dumpf durch das Holz, als würde jemand wütend brüllen. Nein, das kam ganz eindeutig nicht aus der Nachbarwohnung. Gleich darauf ertönt schrilles Gezeter einer Frau und dann scheppert es, dass man es bis in den Hausflur vibrieren spürt, als hätte jemand mit ganzer Kraft eine Tür zugeknallt. ›Was tue ich mir hier bloß an? Vielleicht sollte ich doch zurück auf die Straße.‹ Mein Herz rast. ›Bin ich nicht genau vor solchen Leuten geflohen? Und jetzt komme ich wieder wohin, wo nur geschrien wird?‹ Muss am Prinzip der milieunahen Unterbringung liegen. Frau Schnatz hat vor zwei Wochen eine freie Stelle angemeldet und ist auch bereit zu dem Teenager, den sie schon hat, einen weiteren aufzunehmen. Sie bietet eine Vollzeit-Pflegestelle, die Kinder und Jugendliche in familiären Verhältnissen, wie es genannt wird, betreut. Es ist jedoch ein sehr komisches Gefühl, in die Wohnung einer Person zu ziehen, die man noch nie vorher gesehen hat, und dann soll man diesen Ort von heute auf morgen sein Zuhause nennen. Zwar habe ich das schon einmal bei der Unterbringung bei meinem Erzeuger erlebt, aber skurril ist es trotzdem, denn mit ihr bin ich ja nicht mal irgendwie verwandt. Na ja, mir soll’s egal sein, solange ich ein sauberes, warmes Bett zum Schlafen habe, einigermaßen Ruhe herrscht und ich was zu essen kriege. Außerdem bin ich im Januar sechzehn geworden und wenn ich mich hier bewähre, kann ich bald einen Wechsel ins Betreute Wohnen beantragen. Dann bekomme ich sogar meine eigene Bude! Bis dahin heißt es ruhig bleiben und kooperativ sein, denn ich muss zeigen, dass ich reif genug dafür bin, alleine zu wohnen, hat mir Hannah erklärt. Diese streicht sich gerade die gewellten, sandfarbenen Haare aus der Stirn und drückt mit ihrem schlanken Zeigefinger die Klingel. So zaghaft, wie sie das macht, könnte man fast denken, sie habe Angst hineinzugehen ... oder ihr Schuldbewusstsein plagt sie, weil sie mich in eine asoziale Pflegefamilie vermittelt, wer weiß. Die Tür wird geöffnet und eine Frau Ende vierzig streckt den Kopf heraus, um sie dann komplett aufzureißen und mit kratziger Stimme zu blöken: »N`Abend Frau Baumann, da sind Se ja endlich ma! Dachte schon, Sie bringen den Kleenen ja nich` mehr.« ›Den Kleenen? Ich bin größer als sie!‹ Frau Schnatz sieht so aus, wie sie sich anhört: billig und wenig gebildet. Ihre relativ kurzen, rotblonden Haare haben babyblaue Strähnen und sind zu einer Tolle auf dem Kopf toupiert. Sie trägt Goldglanzleggins, gelbe Sternchensocken und ein hautenges weißes Sportshirt, auf dem in Neonpink Sport steht. Sehr hilfreich. Kann man ja schließlich auch mal vergessen. Allerdings scheint sie nicht viel davon zu machen, denn sie ist ordentlich kurvig und ihr Hüftspeck ist auch nicht ohne. Ihre Oberarme haben den Umfang meiner Schenkel und ihr MakeUp sieht aus, als käme sie gerade aus einem Amateur-Porno. »Guten Abend Frau Schnatz, bitte entschuldigen Sie die Verspätung«, buckelt Hannah und reicht ihr die Hand. »Ja, ja, is jut. War nur schon beinahe vor der Glotze wegjerazt, dann hätt ick Se jar nich mehr jehört!« ›Genau. Und der Streit eben kam aus dem Fernseher oder wie? In Dolby Surround? Inklusive Vibrationseffekten beim Türzuschmeißen?‹ Hannah quetscht sich an ihr vorbei in den Wohnungsflur. »Wir haben ewig keinen Parkplatz gefunden und mussten uns sechs Straßen entfernt hinstellen. Dann noch die Treppen -« »Seh`n Se? Deswejen hab ick keen Auto! Nur Scherereien hat man mit die Scheiße!« Frau Flodder dreht sich um und folgt Hannah zur Garderobe. ›Super! Sie ignoriert mich. Geiler Anfang!‹ Die Frau ist mir ungefähr so sympathisch wie ein goldfarben angesprühter Hundehaufen und mit denen hab ich leider eine Menge Erfahrung, denn ein Kumpel von mir hat diese Form der Kunsttherapie mal hobbymäßig betrieben. Viel schlimmer als ihre grauenvolle Teenager-Kleiderwahl, die nur noch von ihrem opulenten, goldfarbenen Modeschmuck übertroffen wird, ist jedoch der penetrante Geruch nach kaltem Rauch. Dieser wabert mir mitsamt einer Welle ihres Billigparfums entgegen und lässt meinen Kopf unangenehm puckern, als ich mich in den mit Deko überladenen Flur wage, in dem sich der Gestank jetzt auch noch mit Bohnensuppenaroma mischt. Ich reiche ihr auch nicht die Hand, als ich direkt neben ihr stehe. Zum einen, weil ich mein Gepäck trage und zum anderen, weil ihre Fingernägel arg scharfkantig aussehen und ich keine Lust auf Schnittwunden habe. »Mensch, so viel Zeuch. Wo soll`n dit allet unterkomm`?«, motzt sie weiter, statt mich zu grüßen, als ich meine Sachen an die Seite stelle. Doch ich reagiere nicht, denn ich bin kurz von dem pink glitzernden Wackeldackel hypnotisiert, der neben ihr auf einer goldfarbenen Kommode vor sich hin wippt. Selbst Hannah ignoriert ihr Gemaule und hängt ihren Mantel an die Garderobe, die ich als Nächstes bemerke. ›Muss ich jetzt ernsthaft meine Jacke ausziehen?‹ Besorgt zupple ich an meinem durchlöcherten NOFX-Shirt herum, denn alles in mir weigert sich, meine mit Buttons überladene Nietenjacke an einen dieser Flamingo-Haken zu hängen. »Haben Sie denn das Zimmer freigeräumt, Frau Schnatz?«, fragt Hannah und deutet auf die angelehnte Tür gleich hinter der Pflegemutter. »Dann kann Johnny sich schon in Ruhe einrichten, während wir noch die restlichen Unterlagen abhaken.« Plötzlich druckst Frau Schnatz herum, zieht auffällig die Zimmertür zu und dreht sich weg, derweil sie murmelt: »Ja, also ... dit ging nich so schnell. Ick muss ja och wo pennen.« »So war aber die Vereinbarung, Frau Schnatz. In dem Fall müssen wir dann leider wieder gehen.« Innerlich jauchze ich auf. ›Jaaaa bitte! Sofort!‹ Aber meine Kurzzeitmutter in spe zerrt eilig eine Rechnung aus dem Schubfach der Kommode. »Ne, ne!!! Ick hab’n Doppelstockbett im Sozialkaufhaus jekooft, dit hat mein Freund jestern extra uffjebaut, im Kinderzimmer! Außerdem jabs ’n kleenen Schrank dazu, der steht jetz och drin, plus ’n Rejal! Wennse jetze gehen, war dit allet umsonst und laut Norm is der Raum groß jenuch für zweje!« Hannah seufzt. »Ja, das mag sein. Aber wir hatten doch besprochen, dass es für Canaio besser ist, wenn er sein Zimmer nicht teilen muss. Er braucht einen Rückzugsort für sich!« Trotz ihrer eindeutigen Worte sehe ich leider, wie sie überlegt. »Na gut, ich schaue es mir mal an und werde mit Canaio darüber sprechen.« Würde mich nicht wundern, wenn das auch der Grund des Streits war, den wir gehört haben. Echt eine super Basis! Noch geschickter hätte es die Madame nur noch einfädeln können, wenn sie ihm zum Kennenlernen Hausarrest und Muckeverbot aufgedrückt hätte! Jetzt schnauft sie leicht angepisst, scheint aber zu merken, dass sie mit der Sache durchkommt, also hält sie sich zurück. »Klar, machen Se dit. Der sitzt in sein Bett. Macht ja sonst nüscht, der Bengel. Jehn Sie durch, kenn` ja den Weech. Ick muss mir erstma ’n Kaffee machn oder ick penn glei wech hier.« Die Sozialarbeiterin nickt und geht zielgerichtet auf das hintere Zimmer zu, aus dem gehaltvolle Basstöne wummern. Ich nehme mein Gepäck und folge ihr, weil ich keinesfalls alleine in diesem Flur bleiben will und irgendwie hoffe, dass ich doch noch aus der Sache herauskomme. Auf jeden Fall werde ich gleich jedes noch so winzige, unpassende Müh breittreten, das auch nur ansatzweise dazu führen könnte, dass ich wieder in ihrem Auto sitze. Natürlich ist anfangs jede Umgewöhnung in solcher Größenordnung schwierig, aber das hier ist schon sehr gewöhnungsbedürftig! Mit Frau Schnatz und ihrer Motivation, als Pflegemutter zur Verfügung zu stehen, fange ich gar nicht erst an, doch die hässlichen kleinen Jahrmarktautomatenplüschtiere, die überall kreuz und quer herumliegen, sind absolut gruselig! Im Vorbeigehen erhasche ich einen Blick auf die grausam gemischten Neonfarben der Wohnzimmermöbel, vom orangeschwarzen Zebra-Sofa bis hin zum violetten Couchtisch, die sich mit der grellpinken PünktchenTapete und den roséfarbenen Blumenvorhängen beißen und spontan Augenkrebs verursachen. Aber wesentlich schlimmer ist der Zuckerparfumbohnenrauchmixgestank, der sich jetzt auch noch mit einer Wolke Katzenpisse mischt, als wir an der offenen Badezimmertür vorbeikommen. Offenbar wurde das Katzenklo, das neben der Badewanne steht, schon seit Tagen nicht mehr saubergemacht, denn es quillt bereits über. Andererseits hätte es sicher auch noch unangenehmer werden können. Immerhin ist die Wohnung gut geheizt und es scheint keinen versoffenen Ehemann zu geben, der gerne handgreiflich wird. »Ich weiß, es ist gewöhnungsbedürftig«, flüstert Hannah plötzlich, als habe sie das dringende Bedürfnis sich zu entschuldigen, ehe wir durch die zerschlissene Zimmertür gehen. »Aber deine neue Schule ist nur eine Station entfernt und Antonia, also Frau Schnatz, ist im Grunde eine verträgliche Frau. Das mit dem Zimmer regeln wir später, bis dahin wird es erst mal so gehen müssen.« Das sagt sie, als hätte sie es bereits entschieden, ohne die Bedingungen der Unterbringung überhaupt gesehen zu haben. Andererseits bleibt mir tatsächlich keine große Wahl, denn es ist ja keine andere Stelle frei, die Jugendliche in meinem Alter aufnimmt. »Wenn’s sein muss ...«, schnaufe ich daher resigniert und lege den Kopf in den Nacken. Sie nickt zuversichtlich, doch als sie ihre linke Hand auf die Klinke legt, hält sie noch einmal inne. »Ach so, noch was: Canaio, der Junge, der hier schon wohnt, ist sehr ... ähm eigenwillig und auch recht ... individuell in seinem Äußeren. Aber du wirst dich sicher mit ihm arrangieren können. Er ist im Grunde ein ganz friedlicher Typ ... meistens.« »Aha.« Ich ziehe meine gepiercten Augenbrauen hoch und sehe sie an. »Na ja, solange er mir nicht blöd kommt, wird’s wohl gehen.« »Sei bitte einfach freundlich, ja?« Sie wirkt schon beinahe flehend, was ich gar nicht verstehe, denn immerhin bin ich eine der verträglichsten Zecken auf diesem Planeten. »Er ist sehr sensibel und hat viel durchgemacht, also sei nicht gemein zu ihm!« »Jaaa dooch!«, antworte ich lachend. »Nun machen Sie doch nicht so ein Drama drum! Selbst wenn er ein einäugiger Emo-Einhorn-Nerd mit vier Armen und drei Eiern ist, werde ich nett sein und mir jeden spitzen Kommentar verkneifen.« Sie seufzt und nickt lächelnd, dann klopft sie an und öffnet die Tür einen Spalt breit, durch den sie ins Zimmer lugt. »Hey Can! Na, alles gut bei dir?« Die laute, düstere Musik übertönt ihr Rufen beinahe vollständig. »Ich hab hier deinen neuen Mitbewohner im Gepäck.« Ihre Worte klingen gespielt fröhlich, doch sie benimmt sich wie eine reuevolle Zoowärterin, die gerade eine Gazelle ins Löwengehege bringt. »Raus!«, brüllt plötzlich eine junge, männliche Stimme und Hannah weicht zurück. »Ich mach da nicht mit! Verpisst euch!!! Ich will keinen scheiß Mitbewohner in meinem Zimmer!!!« *Rumms* wird die lädierte Tür vor unserer Nase wieder zugeschmissen, ohne dass ich jemanden sehen konnte. »Na wunderbar«, seufzt Hannah frustriert, ehe sie laut durch den Flur ruft: »Frau Schnatz, haben Sie Canaio irgendwie positiv darauf eingestimmt, dass Johnny heute kommt?« Ich möchte eigentlich gar nicht wissen, ob sie das nur rhetorisch oder ernsthaft fragt. »Ick diskutiere doch nich mit dem!«, antwortet meine Pflegemutter in spe zögerlich. »Man stellt solche Kinder besser vor vollendete Tatsachen und jut is!« ›Solche Kinder?‹ An und für sich müsste sie wissen, dass Teenager keine Kinder mehr sind, und auch die Tragweite ihrer mangelnden Vorbereitung scheint ihr vollkommen wurscht zu sein. Dank ihr nimmt mich dieser Canaio jetzt als Eindringling wahr und ein friedliches Zusammenleben dürfte äußerst schwierig werden. Hannah sieht verzweifelt aus. Sie schaut auf ihre Armbanduhr und wirkt nervös, doch schließlich schüttelt sie nur noch den Kopf. »Das wird nichts. Ich kann dich jetzt nicht auf Krampf da hineinzwingen und riskieren, dass ihr euch noch prügelt. Ich denke, es wird das Beste sein, wenn ich dich zurück in die Jugendnotunterkunft bringe. Dein Bett ist zwar schon wieder vergeben, aber zur Not kannst du ja auch ein paar Tage auf der Couch im Gemeinschaftsraum schlafen. Warte bitte kurz hier, ich lese eben nochmal Frau Schnatz die Leviten.« »Okay.« Ich nicke und stelle meine Sachen ab. Im Grunde müsste ich jetzt erleichtert sein, denn immerhin wollte ich ja die ganze Zeit weg, seit wir einen Fuß in diese Bude gesetzt haben. Eine kleine Stimme in meinem Kopf sagt mir jedoch, ich sollte Canaio vielleicht wenigstens einmal Hallo sagen. ›Das ist doch absurd! Wozu? Der Typ hasst mich!‹ Ich wünschte, ich hätte jetzt einen Stift griffbereit. Immer wenn ich nervös bin, male ich mir irgendwelchen Blödsinn auf die Hände, denn das lenkt mich gut ab. Je länger ich hier nun doof in diesem stinkenden Flur herumstehe, desto größer wird mein Bedürfnis, die Klinke runterzudrücken. ›Genau genommen kann er mich ja gar nicht hassen. Er hat mich schließlich noch nie gesehen, geschweige denn kennengelernt. Außerdem gehe ich ja gleich wieder und bin keine Bedrohung mehr für seine Privatsphäre.‹ Ehe ich weiter darüber nachdenke, klopfe ich schon und öffne dann einfach die Tür. »Ey!!! Ich hab gesagt, ich will nieman-« »Keine Angst, wir sind gleich weg!«, unterbreche ich ihn und luge in das schmale Räumchen hinein. »Frau Schnatz hat dem Jugendamt Scheiße erzählt. Sie hat versprochen, dass ich ein eigenes Zimmer kriege und nicht, dass wir hier zusammengesperrt werden, also düsen wir wieder ab. Darf ich trotzdem kurz reinkommen? Wir sind ab morgen in derselben Klasse, daher wollte ich wenigstens mal Hallo sagen.« Erst antwortet er nicht, doch dann scheint er sich zu beruhigen und brummt schließlich »Na schön, komm rein.« »Danke.« Ich schließe die Tür hinter mir und erahne mehr, als dass ich etwas erkenne. Das ganze Zimmer ist sehr düster eingerichtet: Teppichläufer, Lampen, blickdichte Vorhänge, ein Doppelstockbett, und selbst der Klamottenberg, welcher sich halb in und halb vor dem Kleiderschrank stapelt, sind schwarz. Licht spenden nur einige rote Kerzen und eine kleine Leselampe, die am oberen Bett angebracht ist und zur Decke gedreht wurde. Ein Schulmalkasten liegt auf dem Boden, daneben mehrere breite Pinsel, und nun erkenne ich auch, dass Canaio alle neuen Möbel, die ursprünglich sicher mal eine Standard-Kiefernholz-Optik hatten, mit schwarzer Wasserfarbe angemalt hat. War wohl eine Trotzreaktion auf den unverfrorenen Stilbruch seiner einheitlichen Farbwahl. Ich entdecke Canaio erst, als er sich bewegt, um seine Anlage leiser zu drehen, die auf dem Schrank neben dem Bett steht. Als sich unsere Blicke kreuzen, setzt mein Herz einen Schlag aus. ›Wow ...‹ Von der oberen Matratze des klapprigen Doppelstockbettes, das rechts neben der Tür an der Wand steht, nur minimal angeleuchtet von der kleinen Lampe, schaut ein Junge auf mich herunter, bei dessen Anblick mir ernsthaft der Atem wegbleibt. Er ist so hübsch, dass er beinahe etwas unecht, ja fast schon puppenhaft aussieht. Seine schwarzblauen Haare, die vollen Lippen und seine milchkaffeefarbene Haut deuten darauf hin, dass er zumindest ein farbiges Elternteil haben muss. Zottelige, brustlange Dreads hängen ihm in verschiedenen Längen ins Gesicht und sehen aus wie filzige, fingerdicke Spinnenbeine, die seinen Kopf wie eine Krone umgeben. Diese und der schwarze Strich, den er sich um die Augen gezogen hat, lassen ihn fast wie eine junge ägyptische Gottheit aussehen. Viel faszinierender finde ich jedoch das einzige, was so gar nicht ins Bild hineinpasst: seine zwei glasig wirkenden, ozeanblauen Augen, die trotz des spärlichen Lichts zwischen all den dunklen Farben hervorstechen ... neben den violetten Flecken in seinem Gesicht. Er wirkt etwas verheult, seine Lippen sind so gerötet, als hätte er darauf herumgekaut und seine Wangen glühen fiebrig. Seine Miene spiegelt recht widersprüchliche Emotionen: aggressive Erregung im Wechsel mit Melancholie – eine atemraubende Mischung, die mich fasziniert. »Hi«, quetsche ich wortkarg hervor und reiche ihm meine Hand hoch, da ich das dringende Bedürfnis verspüre, ihn einmal anzufassen und zu fühlen, ob er wirklich echt ist. Canaio reagiert skeptisch, fast schon scheu. Sein trotziger, fiebriger Blick löst sich von meinem Gesicht und schwenkt auf meine Finger, als würde er prüfen, ob ich ihn verarschen will. Schließlich lehnt er sich jedoch zögernd über die Bettkante und berührt mit seiner Hand vorsichtig die meine. Sein Händedruck ist schwach, fast als hätte er dabei Schmerzen, und ich spüre auch gleich den Grund dafür, denn seine Fingerknöchel sind verschorft. »Wie heißt du?« »Johnny«, sage ich leise und kann den Blick nicht von seinen Augen lassen, was anscheinend sogar auf Gegenseitigkeit beruht. Der Ausdruck in seinem Gesicht wird etwas sanfter, dann nickt er. »Ich bin Can. Sorry für die Anmache, ich hab nur einfach ungern Fremde in meinem Zimmer.« »Verstehe ich voll und ganz!«, bestätige ich und versuche zu lächeln. »Und ich will auch noch gleich in dein Bett ... Sauerei so was.« Ich glaube, er versteht erst, dass ich den unteren Teil des Doppelstocks meine, als ich ihm grinsend die Zunge rausstrecke. Trotzdem verzieht er nur träge die Oberlippe und weicht wieder ein Stück zurück. »Bist`n Scherzkeks, hm?« »Nur donnerstags von acht bis dreiundzwanzig Uhr. Normalerweise bin ich ein Vollzeit-Trauerkloß.« »Oh Mann.« Er prustet und sieht zur Seite, doch ich sehe, wie sich kurz darauf seine Mundwinkel heben. »Wer hätte denn ahnen können, dass sie mir einen albernen Punk schicken? Und dann auch noch einen mit grünen Haaren!« »Ey, nix gegen meine Schimmelmatte! Die ist sehr schön und im Wald bin ich damit gut getarnt.« Ich frage lieber gar nicht erst nach, wen er mit sie meint, vermutlich das Jugendamt, aber ist ja auch wurscht. »Na ja, ich fahr jetzt mit Hannah zurück in die Auffangstelle und warte darauf, dass ein anderer Platz frei wird. Hat mich trotzdem gefreut dich kennenzulernen und ich hoffe, dass Frau Schnatz ihr Schlafzimmer freigeräumt haben wird, bevor sie sich den nächsten Karteikastenteenager aussucht. Bye, bye.« Ich drehe mich zur Tür, doch als ich die Klinke drücken will, lehnt sich Canaio über die knarzende Reling und hält die Hand an die obere Türkante. »Schnarchst du?« Oho! Ändert da etwa jemand seine Meinung? »Nicht dass ich wüsste. Zumindest hat sich noch keiner beschwert.« »Hast du Blähungen?« Ich lache und schüttle den Kopf. »Wenn es nicht gerade Chili con Carne gibt, dann nicht.« »Wie lange willst du hierbleiben?« »Nur so lange wie unbedingt nötig«, antworte ich wahrheitsgemäß und komme mir langsam vor, als wäre ich bei einem Verhör. »Maximal ein halbes Jahr, dann wechsel ich ins betreute Einzelwohnen.« »Hrmpf.« Ich sehe förmlich, wie er überlegt, doch schließlich seufzt er und sieht mich kritisch an. »Na schön, kannst hierbleiben. Aber wehe, du fasst meinen Kram an, und keine rassistischen Sprüche in meiner Gegenwart!« »Gut, dass du es sagst, normalerweise haue ich im zehn Sekunden Takt Mein Kampf-Zitate raus.« Ich ziehe zynisch die Augenbrauen hoch und schaue kopfschüttelnd an mir herunter. »Mal ernsthaft, seh ich so aus, als wär ich rassistisch?« »Nein«, giggelt er nun und wirft mir eines seiner kleinen Kissen in meine formschöne Visage. »Aber bekloppt bist du auf jeden Fall.« »Pöh! Ich geb dir gleich bekloppt!« Kurz darauf beschmeißen wir uns gegenseitig mit sämtlichen Nackenpolstern, die da sind. Nein. Ich möchte hier nicht mehr weggehen.


Für den Inhalt dieser Seite ist der jeweilige Inserent verantwortlich! Missbrauch melden



© 2008 - 2019 suchbuch.de - Leseproben online kostenlos!


ExecutionTime: 3 secs