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Belletristik
Buch Leseprobe Freund & Helfer, Annamoneé Bendragon
Annamoneé Bendragon

Freund & Helfer



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Friederike sah ein wenig halbherzig zu wie ihr Kollege Oliver die Justierung der beiden kleinen Kameras vorne im Wagen mit Hilfe seines Laptops vornahm.


 


Weitaus interessanter fand sie es, die beiden Polizisten zu beobachten, die neben dem Wagen standen.


 


Joachim Emmerich verfolgte die Aktionen des Kameramannes mit offensichtlichem Interesse während Torsten Nehrmann hingegen seine Blicke immer wieder über die Straße vor der Polizeiwache schweifen ließ, so, als wäre ihm die ganze Sache eher unangenehm.


 


Zwar kannte sie die beiden aus den zwei Vorgesprächen, die sie für die Sendung miteinander geführt hatten, dennoch fühlte sie sich in ihrer Gegenwart noch immer ein wenig befangen.


 


Schließlich hatte sie es hier mit echten Polizisten zu tun.


 


Torsten, der Größere von Beiden, wirkte in seiner schwarzen Lederjacke, die er trotz des warmen Julimorgens trug, ebenso beeindruckend wie die Handschellen und die Waffe, die sich gut sichtbar an seinem Dienstgürtel befanden.


 


Friederike war sich ziemlich sicher, nicht so schnell zu vergessen, wie sie die Beiden das erste Mal in Ausübung ihrer Tätigkeit erlebt hatte.


 


Es war bei ihrem zweiten Vorgespräch gewesen, Bernd Rotum, ihr begleitender Redakteur, und sie hatten auf der Wache auf Joachim und Torsten warten müssen, die zu einem Einsatz unterwegs waren.


 


Eine Weile später waren die beiden mit einem drogenabhängigen Ladendieb erschienen, den sie gefasst hatten, und obwohl sie nur kurz die Prozedur, die den Verhafteten über den Flur in das Dienstzimmer befördert hatte, mitbekamen, fühlte Friederike sich bereits schwer beeindruckt von der autoritativen Art und Weise, mit der Torsten den schnodderigen kaugummikauenden Jugendlichen behandelt hatte.


 


Der Junge hatte zwar keine direkte Gegenwehr geleistet, doch seine Bewegungen waren trotz der Handschellen störrisch gewesen, Joachim und Torsten hatten einige Mühe gehabt, ihn über den Flur in das entsprechende Büro zu bugsieren.


 


Doch sie waren unnachgiebig gewesen und erfolgreich.


 


Dann hatte sich die Tür geschlossen und war ihnen das Geschehen dahinter auch weitgehend verborgen geblieben, Torsten Nehrmanns laute strenge Stimme hatte sich als unüberhörbar erwiesen und ebenso der zeitweise, wenn auch bloß ganz sachte Anklang von Sarkasmus darin.


 


Joachim, so hatte sie den Eindruck bekommen, war der etwas Lockerere der Beiden, doch durfte man bei ihm nicht den Fehler machen und diese Zugewandtheit als mangelnde Autorität auslegen.


 


Es war ein eher kleines Polizeirevier hier in Rheinsberg.


 


Das angerundete Eckhaus stand mit der Front an einer viel befahrenden Hauptstraße während sich an der Rückseite ein kleiner Park erstreckte.


 


Links neben dem Gebäude lag der Parkplatz für die Dienstfahrzeuge und daneben, noch einmal ein wenig abgegrenzt, der Parkplatz für weitere Dienstfahrzeuge und die Autos der Besucher der Dienststelle.


 


Erst heute Morgen, bei ihrem mittlerweile dritten Besuch hier, war Friederike auf die schmale Einfahrt aufmerksam geworden, die von dem Zusatzparkplatz hinab offensichtlich in eine unterirdisch gelegene Parkebene führt und sie vermutete, dass die Beamten dort ihre Privatfahrzeuge abstellten, auch wenn sie bisher kein einzige Mal ein Auto hatte hinunterfahren oder hinauskommen sehen.


 


Jetzt hörte sie wie aus dem Funkgerät, das Torsten Nehrmann in der linken Brusttasche seiner Jacke trug, eine unverständliche Meldung kam.


 


Als sie zu ihm herüber sah beugte er sich, während er sich meldete, leicht zu dem Gerät herunter und wandte sich ab.


 


Friederike konnte eine leise undeutliche Stimme von dem Funkgerät hören, übertönt von einem starken Rauschen.


 


′Und dabei stehen wir hier direkt vor der Leitstelle!′ dachte sie, nicht ganz ernst gemeint, und musste ein kleines bisschen schmunzeln dabei.


 


Doch Dank der kleinen Mikrofone, die die beiden Polizeibeamten an ihren hellblauen Hemden trugen, bekam sie die Antwort glasklar mit, auch wenn Torsten etwas entfernt vom Wagen stehen geblieben war.


 


“Ja, zwölffünfunddreißig, haben verstanden! Wir kümmern uns darum! Melden uns mit dem Sachverhalt sobald wir vor Ort sind und fahren jetzt los!”


 


Er drehte an dem Knopf an seinem Funkgerät und kam dabei wieder zum Wagen zurück, meinte dann auffordernd in Olivers Richtung: “Wir haben einen Einsatz, wir müssen los!” während Joachim ihn fragend ansah.


 


“Was denn?”


 


“Ein paar … “ Torsten schluckte “... Obdachlose am Marktkauf … “


 


Friederike hatte den Eindruck, dass er zuerst ein ganz anderes Wort hatte benutzen wollen.


 


“ … der Filialleiter hat angerufen weil Alkohol im Spiel ist, ein paar Kunden haben sich beschwert. Ist auch nicht ganz so schön weil der Kindergarten da direkt in der Nähe ist, det muss morgens um kurz nach acht in der Öffentlichkeit nicht sein! Eventuell soll et da auch so was wie eine Schlägerei gegeben haben!”


 


Sein rheinischer Einschlag war unüberhörbar.


 


“Hm, Marktkauf.” meinte Joachim und kam langsam um den vorderen Teil des Wagens herum.


 


“Das hat den Vorteil, dass wir zur Not zum Einsatzort laufen können falls er da drinnen nicht bald fertig wird!”


 


Joachim sprach normales Hochdeutsch.


 


Er schien nicht hier im Rheinland geboren zu sein.


 


Während er das sagte sah er seinen Kollegen an, er war etwas kleiner als Torsten, und er machte dabei eine kleine rasche Kopfbewegung in Olivers Richtung.


 


Dann steckte er seinen Kopf kurz in das Innere des VW-Bullys.


 


“Wir müssen los! Wir haben einen Einsatz!”


 


“Kein Problem! Kann sofort losgehen!” erwiderte Oliver.


 


Joachim hatte sich umgewandt und reichte Torsten nun einen Wagenschlüssel.


 


“Hier! Du bist dran!”


 


“Wieso bin ich heute dran?” fragte Torsten.


 


Es klang ehrlich verdutzt.


 


“Weil ich gestern gefahren bin!” gab Joachim zurück und es schien so selbstverständlich für ihn zu sein, dass er nicht einmal mehr abwartend zu seinem Kollegen sah sondern schon gleich die wenigen Schritte zur Beifahrertür machte.



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