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> Belletristik > EINTAGESROMAN [8.8.8]
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Belletristik
Buch Leseprobe EINTAGESROMAN [8.8.8], Klaus Klausens-Achtlinger
Klaus Klausens-Achtlinger

EINTAGESROMAN [8.8.8]


Romanovelle

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Koppje wollte nicht, dass das geschieht. Er wäre lieber weitergegangen, um die Menschen aufzusaugen, damit sie ihm Inspiration brächten. Aber jetzt diese kleine Frau mit den engen, brillianten Augen und dem deutschen Klang in der Stimme. Das ging überhaupt nicht. Koppje tat also so, als ginge er weiter, als hätte es dieses Zurren an seinem Ärmel nie gegeben. Aber die Frau, die war wohl 30 oder 32 Jahre alt, ließ nicht locker. „Sie müssen mir helfen“, sagte sie. Und diese Stimme schien zu einem ganz anderen Körper zu gehören. Ihm kam es seltsam vor. „Was wollen Sie denn?“, erwiderte Koppje nun, etwas barsch, aber auch etwas milde. An so einem Tag hatten es Chinesen bestimmt nicht leicht. Alle Welt schaute auf China, und in Deutschland ging es immer um Menschenrechte, Zensur, Gewalt, und alles das. Armes China! „Also bitte, reden Sie schon!“ Er stand nun und schaute auf die kleine Person herab. Wahrscheinlich war sie nur 158 cm. „Ich kenne Sie!“ „Ach fein, und woher?“ „Sie sind Schriftsteller!“ „Ach ja?!“ „Sie haben doch den SCHNELLBUCHROMAN geschrieben!“ Koppje schämte sich etwas, denn der SCHNELLBUCHROMAN war ein seltsames Werk gewesen, das er aus dem Nichts heraus verfasst hatte. Und diese Frau kannte den Roman einer Woche. Woher nur? Wie nur? „Ich kenne alle Ihre Bücher!“ „Es sind doch nur zwei!“ „Genau. Ich kenne den SCHNELL-BUCHROMAN und ich kenne den EIN-TAGESROMAN.“ „Aber der ist doch noch gar nicht geschrieben!“ „Doch! Bald!“ Es war wie eine Prophezeiung. Er schrieb ja an dem Roman vom 8.8.8., sie hatte recht. Aber aus dem Roman war doch nichts geworden. Er hatte solange an diesem Roman rumgearbeitet, ziellos, sinnlos, dass er es nun auch geschafft hatte, den 8.8.2008 zu verschlafen, ohne dass der Roman geschrieben oder gar veröffentlicht worden wäre. Es war schlicht kein Roman da. Es waren nur Notizen. Und Milli schaute unter anderem auch deshalb so mürrisch, in letzter Zeit, weil sie meinte, er käme ja zu nichts, während sie immer mit ihren Bergen befasst war. „Können Sie mir denn helfen?“ Nun schaute Koppje diese Frau seltsam überrascht an, fast schon hilfesuchend. Ein Strohhalm, ein Anker. Die kleine Frau mit den chinesischen Augen sagte: „Ich kann! Ich kann es tun!“ Dann schüttelte sie sich und strich sich durch diese platten schwarzen Haare, die kaum Volumen zu haben schienen. Vielleicht hatten ihre Haare nur ein Zehntel von dem Durchmesser, den Koppjes Haare hatten. Deutsche und Chinesen. Was ihn jedoch störte war diese herrliche Stimme, ohne jeden Akzent, mit dem großen Volumen, wenn man dazu dann den kleinen Körper setzte. Das passte nicht.


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