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Belletristik
Buch Leseprobe Eine Woche im Bikerhotel, kuhjote
kuhjote

Eine Woche im Bikerhotel



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Kapitel 13


 


Das Handy erfüllte zuverlässig seinen Auftrag und weckte mich kurz nach sieben Uhr.


Rolf war nicht da, was mich allerdings auch nicht weiter wunderte. Ein Blick aus dem Fenster ließ meine Stimmung auch nicht weiter steigen. Regnerisch und nebelig präsentierte sich der neue Tag.


So wie es aussah, würde unsere Gruppe heute wohl ziemlich übersichtlich sein. Spontan beschloss ich gegen den heutigen Plan zu verstoßen. Ich stellte mich unter die Dusche und anschließend suchte ich im Frühstücksraum nach bekannten Gesichtern.


Erwartungsgemäß waren Charly und die fünf von der anderen Flurseite nicht zugegen. Das hätte mich auch sehr gewundert. Aber auch sonst war es relativ leer.


Walter tauchte auf und versuchte die planmäßigen Teilnehmer zu organisieren. Irgendwie fehlte die Hälfte. Das kommt immer mal wieder vor. Meistens nach bunten Abenden oder bei schlechtem Wetter.


Heute hatten wir beide Ursachen in Kombination.


Von daher ...


Ich meldete mich auch ab und musste mich deshalb auch als Schönwetterfahrer bezeichnen lassen.


Na und ... im Urlaub bestehe ich auf vernünftigem Wetter. Regen habe ich Zuhause schon genug.


Tapfer ritt die Meute vom Hof. Ich war kein bisschen neidisch.


 


Die Berge waren nicht mehr erkennbar. Alles wolkenverhangen und grau. Natürlich würde es in einigen Stunden wieder völlig anders aussehen, aber solange kann man dann auch warten.


Mit dem sicheren Gefühl, alles richtig gemacht zu haben, suchte ich wieder den Frühstücksraum auf und traf dort zu meinem Erstaunen auf ... Charly.


Der sah aus, wie er morgens immer aussah, und war ansonsten ratlos. Er hatte Dietmar nicht finden können. Ich klärte ihn kurz auf und Charly schüttelte nur den Kopf. Er hatte es nicht so mit den Frauen.


Nein, nein ... jetzt nicht grundsätzlich ... sondern eher aus leidvoller Erfahrung. Also mehr so wie ich.


Grundsätzlich schon ... aber dann doch eher mit kühlem Kopf. Jedenfalls nicht ... ganz so spontan und wahllos. Oder so!


 


Ich beobachtete Charly aus den Augenwinkeln.


Unglaublich, dass der Kerl diese Dosis schon wieder halbwegs abgebaut hatte. Der musste eine Leber wie ein Klärwerk haben.


„Hoffentlich hat er nicht vergessen, dass diese Veronika heute kommen wollte", erklärte er kauend.


Ich schaute ihn überrascht an. Die hatte ich schon fast vergessen.


Das könnte aber noch ziemlich unübersichtlich werden, in diesem Zimmer auf der anderen Flurseite.


 


Als Rolf und Dietmar dann endlich auch auftauchten, gab es schon keine Brötchen mehr. Die heißen hier allerdings auch Semmel ... aber es gab auch keine Semmel mehr.


 


Wer zu spät kommt ...!


Die beiden Spätkommer waren bester Laune und kratzten sämtliche Reste vom Frühstücksbuffet. Thomas kam dann auch und suchte ebenfalls verzweifelt nach proteinhaltigen Nahrungsmitteln.


Die Damen würden noch ein wenig Zeit benötigen, um die schlimmsten Schäden zu beseitigen. Er drückte es allerdings etwas freundlicher aus.


 


„Dann machen wir heute also eine eigene Tour", plante er schon mal los.


„Veronika kommt so gegen Mittag", erklärte Dietmar dem staunenden Auditorium. „Die kennt sich hier prima aus und kann vorausfahren."


Das hörte sich nach einem wirklich tollen Plan an.


Spontan aus einem Problem eine gute Idee zaubern. So was kann er, der Dietmar.


Ich sah mich schon an einem schönen sonnigen Nachmittag hinter einer bayerischen Hobbybikerin durch die Landschaft schleichen. Und dies alles nur, damit unser Dietmar seinen entgleisten Hormonhaushalt unter Kontrolle bekam.


„Pass mal auf ...!", setzte ich schwungvoll an, um eine umfassende kritische Beurteilung der Gesamtsituation vorzunehmen.


„Moggähhn ...", quietschte Ramona strahlend. Sie trug Jeans, die an den Knien aufgerissen und ansonsten mit glitzernden Steinchen besetzt waren. Dazu einen von diesen Pullovern wie sie gerne von Friseurinnen in Kellerdiscos getragen werden.


Ein echtes Gesamtkunstwerk aus der Reihe ... „Essen-Steele sucht den Superstar".


Ihre Freundin bevorzugte die Köln-Chorweiler-Variante.


Die mit der MCM-Tasche. Für jeden Geschmack was dabei.


Wirklich raffiniert ... die beiden goldigen Geschöpfe.


Dann fehlt ja nur noch Veronika im Dirndl ... und man weiß gar nicht mehr, wie weit man nun das Hemd aufknöpfen muss ... Das entwickelte sich alles in eine völlig unplanmäßige Richtung.


 


Charly schien die Sache ähnlich zu sehen und gab mir Zeichen.


Wir verkrümelten uns nach draußen, wo sich mittlerweile wieder die Sonne zeigte. Auf unseren Stammplätzen hatten die eifrigen Hausmitarbeiter bereits die letzten Regenreste entfernt und wir hatten den Vorplatz nun ganz für uns.


Einer der Mitarbeiter hängte gerade eilig einen Anhänger hinter den hauseigenen Landrover Defender und war demnach wohl im Auftrag des Herrn unterwegs.


Des Hausherren, natürlich.


 


Das sah nicht gut aus.


Fast immer, wenn dieses Letzte- Hilfe-Gespann ausrückte, dann gab es irgendwo auf der Strecke Kleinholz.


Es gehört zum Service des Hauses, keine Verwundeten oder Toten zurückzulassen. Ross und Reiter werden immer ordentlich aufgesammelt und weggeschafft. Die Reiter je nach Zustand meistens von der Rettung und die Rösser in den meisten Fällen vom Defender.


Die halten ihre Straßen sauber, die Tiroler.


Eigentlich wäre es eine gute Gelegenheit gewesen, über die Endlichkeit des Seins zu sinnieren.


Aber erstens war Charly für solche Dinge nicht der richtige Gesprächspartner, und zweitens hatten wir Urlaub. Von daher ... bestellten wir uns zunächst zwei große Kaltgetränke.


„Das mit den Weibern geht mir auf den Keks...", eröffnete Charly den philosophischen Dialog und legte seine Füße samt Stiefel auf einen Stuhl.


„Mhhmm ...", bestätigte ich diese tiefenscharfe und erkenntnisreiche These.


Damit war eigentlich alles gesagt und wir erstarrten in der traurigen Gewissheit, diese Analyse in Kürze vollumfänglich bestätigt zu bekommen.


 


Rolf und Dietmar erschienen auf der Bildfläche und schienen uns den weiteren Tagesablauf erklären zu wollen.


„Nächstes Jahr können wir ja nach Thailand fliegen", schlug ich vor, um die Sache schnell auf den Punkt zu bringen.


„Da mieten wir uns dann Motorroller und jeden Abend könnt ihr dann ausgiebig ..."


Dietmar schien zunächst kurz über den Vorschlag nachzudenken.


Rolf hatte aber sofort verstanden und versuchte rhetorisch ungeschickt auszuweichen. Nun endlich war auch bei Dietmar die unterschwellige Kritik angekommen.


„Ausgerechnet ... was war denn mit den Schwestern? Wer im Glashaus schwitzt, der sollte schnell die Heizung abdrehen ... Herr Kollege."


„Das war doch 'ne ganz andere Nummer", versuchte Rolf zu vermitteln.


„Und ob ... das war wirklich eine ganz andere Nummer", bestätigte Dietmar voller Überzeugung.


Damit war diese Diskussion auch beendet und das Schicksal würde eben seinen unerbittlichen Lauf nehmen müssen.


Aber man muss es wenigstens versuchen.


„Soll nachher bloß keiner sagen, ich hätte nichts gesagt ...", sagte ich.


„Ausgerechnet ...", fauchte Dietmar zum Abschluss. Aber er grinste dabei.


 


Es wurde wärmer und irgendwann auch Mittag.


Wie angekündigt bog ein Motorrad auf den Hof ein. Wir hatten vorher Wetten abgeschlossen, auf welchem Produkt die gute Veronika wohl einreiten würde.


Auf eine 900er TDM hatte keiner gesetzt.


Eigentlich war die ein bisschen hoch für eine Frau. Aber Veronika schien tatsächlich größer zu sein, als unsere Erinnerung uns vorgaukelte. Das fiel vielleicht nicht so auf, weil sie proportional ... also ich meine ... weil sie nicht ganz so dünn war.


Aber egal.


Außerdem war sie ein schöner Kontrast zu den beiden anderen weiblichen Hordenmitgliedern. Robust und praktisch in Textilklamotten verpackt, ungeschminkt und mit ihren straff nach hinten zusammengebundenen Haaren.


 


Dietmar fühlte sich wohl genötigt die Begrüßungszeremonie zu starten. Brav stellt er alle Anwesenden vor und blieb dann aber auch schnell hängen. Bevor er sich einen abbrach, organisierte ich erst mal einen Stuhl für die Neue.


So aus der Nähe betrachtet war sie eigentlich ganz passabel. Jetzt nicht gerade der Gazellentyp, aber trotzdem auch kein Elefantenweibchen. Irgendwo dazwischen. Nur um mal so die grobe Richtung anzugeben.


Klar war, dass wir nun los wollten. Das Wetter war nun optimal und die anderen Fahnenflüchtigen waren auch schon fast alle davon gerollt.


Ramona war noch übrig.


Irgendjemand musste die nun in robusten Jeansstoff verpackte Friseurin transportieren.


Thomas hatte die Freundin genommen. War ja klar.


Rolf fühlte sich nach eigener Aussage noch nicht sicher genug.


Dietmar fiel aus taktischen Gründen aus.


Und niemand traute sich Charly zu fragen.


 


Völlig unbeteiligt fummelten alle an ihren Moppeds herum und unterhielten sich über das Wetter, den lieben Gott oder sonst was.


Niemand sprach über Ramona.


Die stand da, dümmlich grinsend mit ihrem Helm in der Hand und näherte sich dann langsam und vorsichtig in eindeutiger Absicht.


„Können wir ...?", fragte Charly und stülpte sich seinen Helm über den Schädel.


Ich nickte und drehte die Federbeinvorspannung zwei ganze Umdrehungen nach rechts. Meine Standardeinstellung für 50kg Sozias.


Dietmar strahlte mich an und betätigte den Starter.


„Sag mir aber, was ich machen muss ...", kreischte mir Ramona ins Ohr. „ Ich bin noch nie auf so einem großen Motorrad mitgefahren".


Schon klar ...!


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