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Belletristik
Buch Leseprobe Du und ich, Ellen Echtzeit
Ellen Echtzeit

Du und ich


Ein Versuch, mit Liebe eine toxische Beziehun

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Prolog
Du betrittst nach einem anstrengenden Arbeitstag den Raum. Siehst mich. Nimmst mich in die Arme.
Drückst dein Gesicht kurz in meine Halsbeuge und sagst, dass du dich freust, endlich bei mir zu sein. Du strahlst mich an, streichst dir mit einer Hand durch die Haare, so wie du es oft tust.
Ich lächele. Freue mich aufrichtig, dass du da bist, und deute mit einer Geste auf den gedeckten Tisch. Ich habe für uns gekocht und du weißt das zu schätzen.
Wir sind froh, dass wir einander haben. Das zeigt sich an den vielen kleinen Gesten, während des Essens und danach. Nachdem wir gemeinsam das Küchenchaos beseitigt haben, schauen wir uns eine DVD an. Eine romantische Komödie oder einen Fantasyfilm. Später lieben wir uns, einfühlsam und zärtlich und so, wie ich es gerne mag.
In der Nacht liege ich eng an deinen Körper geschmiegt, dein zärtliches „Gute Nacht“ noch im Ohr.
Ich bin eine glückliche Frau, denn ich weiß, dass ich mich auf dich verlassen kann. Auf deine Liebe, deine Loyalität und dein Wort … Diese imaginäre Szene schwebt mir immer dann vor Augen, wenn mir noch der letzte Streit in den Knochen sitzt, du in der Nacht nicht nach Hause gekommen bist oder mich vor deinen virtuellen Freunden lächerlich gemacht hast. Denn genau so hätte ich mir ein Leben mit dir gewünscht. Von mir aus mit Zoff zwischendurch, dann aber konstruktiv und niemals beleidigend.
Ein kleines Glück. Mehr habe ich nie gewollt. Aber eine solche Beziehung wäre dir schnell langweilig geworden.
Wie schade. Denn du hast nie versucht, dich voll und ganz auf mich einzulassen. Du fandst es bequem, dass ich da war. Und auch nicht fortgelaufen bin, wenn ich wusste, du warst in der Nacht mit anderen Frauen unterwegs, verspieltest dein letztes Geld in irgendeinem Casino, oder wenn du mir im Zorn empfahlst, mich doch von der nächsten Brücke zu stürzen.
Liebe ist immer da. Nicht nur an guten Tagen. Aber so etwas willst du nicht hören. Weil man sich Liebe deiner Meinung nach verdienen muss, die Frau an deiner Seite jedenfalls. Und miteinander reden …? Im Rückblick besehen, wolltest du nie etwas über mich wissen. Ich weiß noch, wie du stauntest, als ich dir – ganz nebenbei – erzählte, dass ich Englisch und Russisch spreche, Klavier spielen kann und mein Abi im Fernstudium nachgeholt habe. Kannst du dir eigentlich vorstellen, wie ich ohne dich gelebt habe? Wie meine Kindheit und Jugend verlief und wie glücklich ich als kleines Mädchen war?  

 Erstes Kapitel
Meine Kindheit war wirklich schön. Ich wuchs auf dem Land in unberührter Natur auf, lebte in einem Mehrgenerationenhaus, umgeben von Obst- und Gemüsefeldern (mein Vater war Gärtner) und fühlte mich von allen geliebt. Eine besonders enge Bindung bestand zu meiner Großmutter väterlicherseits. Sie galt als Familienoberhaupt, wusste über alles Bescheid und hielt zu jedem einzelnen Familienmitglied Kontakt, obwohl wir untereinander zerstritten waren. Sie besaß das, was man allgemein Helfersyndrom nennt, erkannte die Bedürfnisse und Nöte anderer Menschen und stellte ihre eigenen Interessen notfalls hinten an.
Oder anders gesagt: Egal, wie viel Scheiße jemand gebaut hatte, sie hielt zu demjenigen, unabhängig, was die anderen sagten. Sich so zu verhalten, imponierte mir ungemein, und ich verinnerlichte, später auch einmal so einfühlsam und hilfsbereit zu sein.
Oma starb an Krebs, als ich zwölf Jahre alt war. Ein heftiger Schlag für mich und meine Familie. Danach ging es bergab. Meine Eltern ließen sich scheiden.
Vater blieb auf dem Hof zurück, den er von meiner Oma geerbt hatte, und Mutter zog gemeinsam mit meinem jüngeren Bruder und mir in eine Vierzimmerwohnung, einen Ort weiter. Dort wohnten wir, bis Mutter einen neuen Mann kennenlernte, mit dem ich mich vom ersten Moment an gut verstand. Wir zogen dann noch einmal um, und als ich 15 Jahre alt war, bekamen mein jüngerer Bruder und ich noch ein Halbgeschwisterchen.
Nie werde ich den Morgen vergessen, als ich erfuhr, was zwischen meinen Eltern wirklich los war. Wir hatten Chemieunterricht und plötzlich rief ein Mitschüler von hinten laut durch den Klassenraum: „Ey, Ellen, dein Vater fickt meine Mutter.“ Ich reagierte völlig entsetzt, vor allem wegen der derben Wortwahl.
Zu Hause erzählte ich sofort meiner Mutter von dem peinlichen Erlebnis. Wahrscheinlich hoffte ich, dass das Gerücht sich als böse Verleumdung herausstellen würde. Väter sollen ja keine Liebhaber, sondern Helden sein.
Aber ja, bestätigte meine Mutter und machte keinen Hehl daraus, ziemlich sauer zu sein. Allerdings auf den Jungen, der die Affäre schamlos herausposaunt hatte. Außerdem schien die Sache kompliziert. Diese Frau war tatsächlich der Scheidungsgrund gewesen.
Doch es hatte zwischendurch noch eine andere Person in Vaters Leben gegeben, und jetzt waren sie wieder … Ach, ist ja auch egal.
Obwohl wir von meinem Vater getrennt lebten und ich in gewisser Weise enttäuscht von ihm war, bedeutete mir die Familie alles. Jetzt, wo ich einen zweiten Papa hatte, konnte ich zudem viel besser mit der familiären Situation umgehen. Ich merkte ja, wie gut sich meine Mutter mit ihrer neuen Liebe verstand.
Vielleicht legte ich deshalb keinen Wert auf Freundschaften.
Freundinnen treffen, mit ihnen weggehen, Geburtstage gemeinsam feiern oder gar außer Haus übernachten, kam mir nicht in den Sinn. Nach der Schule zog ich mich am liebsten in mein Zimmer zurück, las Bücher und hörte Musik. Schon möglich, dass ich mich auch deshalb zurückzog, weil ich in der Klasse gemobbt wurde. Mich interessierten halt keine Jungs (noch nicht), ich versuchte nicht, heimlich zu rauchen, und über gewisse intime Dinge wollte ich nicht reden.
Ich sah mich selbst als Einzelgängerin. Eine graue Maus, stets ein wenig ängstlich und darauf bedacht, nicht im Mittelpunkt zu stehen. Wenn die Lehrerin mich ansprach, brachte ich oft keinen Ton heraus, auch wenn ich die Antwort wusste. Und wenn mich an einer Benotung etwas störte, beschwerte ich mich nicht selbst, sondern bat meine Oma mütterlicherseits, die früher Schuldirektorin gewesen war, mit der Lehrkraft zu reden. Ich war zu schüchtern. Gleichzeitig fühlte ich mich erfahrener und reifer als viele meine Klassenkameradinnen.
Durch mehrere Todesfälle in der Familie, die Scheidung meiner Eltern sowie der Lektüre der Bücher, die ich las – meist wahre Geschichten –, konnte ich mit Gleichaltrigen wenig anfangen.
Vielmehr zogen mich ältere Menschen magisch an, und ich hörte gespannt zu, wenn sie von ihrem Leben erzählten. Saß ich jedoch mit Schulkolleginnen an einem Tisch, bekam ich Schweißausbrüche, so unwohl fühlte ich mich.
Und da steckte noch etwas in mir. Eine Kämpfernatur.
Aber nur dann, wenn ich für andere einstehen konnte.
Ging es um mich, fehlte mir jegliches Selbstbewusstsein.
Weil ich Menschen helfen und mich in die Gesellschaft einbringen wollte, lernte ich nach Abschluss der Schule den Beruf der Erzieherin. Ich konnte gut mit Kindern umgehen, fand mich nervenstark und arbeitete gern kreativ. Ich war fit im Multitasking, verlor nicht gleich den Überblick und packte, wo es nötig schien, ohne zu zögern mit an. Fähigkeiten, die mir in der Kita zugutekamen. Aber vielleicht auch, um sie in einer Partnerschaft anzuwenden.
Ich weiß nicht, ob du es jemals von mir wissen wolltest, doch es gab drei Freunde vor dir. Mit dem ersten versuchte ich eine Fernbeziehung. Mit dem zweiten war ich ziemlich lange zusammen. Ein Mann, für den Haus und Garten sein Ein und Alles schien und der fand, dass eine Frau an den Herd gehörte. Eigentlich war er ein netter Kerl und die Trennung fiel mir schwer, zumal ich aus Liebe mit ihm zusammenlebte.
Doch mir war klar, dass ich unter seinen Bedingungen nicht auf Dauer glücklich werden konnte. Als ich dann endlich den Absprung schaffte, ergab sich eine kurzfristige Beziehung mit einem Mann, der … jedenfalls passte es nicht zwischen uns. Ich zog mich zurück, konzentrierte mich auf mein eigenes Zuhause (ich wohnte mittlerweile in Berlin-Steglitz in einer Zweizimmerwohnung) und ging davon aus, dass mir Mister Right irgendwann über den Weg laufen würde.
Und dann kündigte sich Silvester an. Ich wusste, dass ich den Jahreswechsel bei meinen Eltern (meiner Mutter und meinem Stiefvater) verbringen würde. Hatte aber nicht die leiseste Ahnung, was an diesem Abend noch geschehen sollte. Dabei begann alles mit Dries, einem Coach aus dem Fitnessstudio, in dem ich seit geraumer Zeit trainierte, den ich ziemlich sexy fand.


 


 Du betrittst nach einem anstrengenden Arbeitstag den Raum. Siehst mich. Nimmst mich in die Arme. Drückst dein Gesicht kurz in meine Halsbeuge und sagst, dass du dich freust, endlich bei mir zu sein. Du strahlst mich an, streichst dir mit einer Hand durch die Haare, so wie du es oft tust. Ich lächele. Freue mich aufrichtig, dass du da bist, und deute mit einer Geste auf den gedeckten Tisch. Ich habe für uns gekocht und du weißt das zu schätzen. Wir sind froh, dass wir einander haben. Das zeigt sich an den vielen kleinen Gesten, während des Essens und danach. Nachdem wir gemeinsam das Küchenchaos beseitigt haben, schauen wir uns eine DVD an. Eine romantische Komödie oder einen Fantasyfilm. Später lieben wir uns, einfühlsam und zärtlich und so, wie ich es gerne mag. In der Nacht liege ich eng an deinen Körper geschmiegt, dein zärtliches „Gute Nacht“ noch im Ohr. Ich bin eine glückliche Frau, denn ich weiß, dass ich mich auf dich verlassen kann. Auf deine Liebe, deine Loyalität und dein Wort … Diese imaginäre Szene schwebt mir immer dann vor Augen, wenn mir noch der letzte Streit in den Knochen sitzt, du in der Nacht nicht nach Hause gekommen bist oder mich vor deinen virtuellen Freunden lächerlich gemacht hast. Denn genau so hätte ich mir ein Leben mit dir gewünscht. Von mir aus mit Zoff zwischendurch, dann aber konstruktiv und niemals beleidigend. Ein kleines Glück. Mehr habe ich nie gewollt. Aber eine solche Beziehung wäre dir schnell langweilig geworden. Wie schade. Denn du hast nie versucht, dich voll und ganz auf mich einzulassen. Du fandst es bequem, dass ich da war. Und auch nicht fortgelaufen bin, wenn ich wusste, du warst in der Nacht mit anderen Frauen unterwegs, verspieltest dein letztes Geld in irgendeinem Casino, oder wenn du mir im Zorn empfahlst, mich doch von der nächsten Brücke zu stürzen. Liebe ist immer da. Nicht nur an guten Tagen. Aber so etwas willst du nicht hören. Weil man sich Liebe deiner Meinung nach verdienen muss, die Frau an deiner Seite jedenfalls. Und miteinander reden …? Im Rückblick besehen, wolltest du nie etwas über mich wissen. Ich weiß noch, wie du stauntest, als ich dir – ganz nebenbei – erzählte, dass ich Englisch und Russisch spreche, Klavier spielen kann und mein Abi im Fernstudium nachgeholt habe. Kannst du dir eigentlich vorstellen, wie ich ohne dich gelebt habe? Wie meine Kindheit und Jugend verlief und wie glücklich ich als kleines Mädchen war? Erstes Kapitel Meine Kindheit war wirklich schön. Ich wuchs auf dem Land in unberührter Natur auf, lebte in einem Mehrgenerationenhaus, umgeben von Obst- und Gemüsefeldern (mein Vater war Gärtner) und fühlte mich von allen geliebt. Eine besonders enge Bindung bestand zu meiner Großmutter väterlicherseits. Sie galt als Familienoberhaupt, wusste über alles Bescheid und hielt zu jedem einzelnen Familienmitglied Kontakt, obwohl wir untereinander zerstritten waren. Sie besaß das, was man allgemein Helfersyndrom nennt, erkannte die Bedürfnisse und Nöte anderer Menschen und stellte ihre eigenen Interessen notfalls hinten an. Oder anders gesagt: Egal, wie viel Scheiße jemand gebaut hatte, sie hielt zu demjenigen, unabhängig, was die anderen sagten. Sich so zu verhalten, imponierte mir ungemein, und ich verinnerlichte, später auch einmal so einfühlsam und hilfsbereit zu sein. Oma starb an Krebs, als ich zwölf Jahre alt war. Ein heftiger Schlag für mich und meine Familie. Danach ging es bergab. Meine Eltern ließen sich scheiden. Vater blieb auf dem Hof zurück, den er von meiner Oma geerbt hatte, und Mutter zog gemeinsam mit meinem jüngeren Bruder und mir in eine Vierzimmerwohnung, einen Ort weiter. Dort wohnten wir, bis Mutter einen neuen Mann kennenlernte, mit dem ich mich vom ersten Moment an gut verstand. Wir zogen dann noch einmal um, und als ich 15 Jahre alt war, bekamen mein jüngerer Bruder und ich noch ein Halbgeschwisterchen. Nie werde ich den Morgen vergessen, als ich erfuhr, was zwischen meinen Eltern wirklich los war. Wir hatten Chemieunterricht und plötzlich rief ein Mitschüler von hinten laut durch den Klassenraum: „Ey, Ellen, dein Vater fickt meine Mutter.“ Ich reagierte völlig entsetzt, vor allem wegen der derben Wortwahl. Zu Hause erzählte ich sofort meiner Mutter von dem peinlichen Erlebnis. Wahrscheinlich hoffte ich, dass das Gerücht sich als böse Verleumdung herausstellen würde. Väter sollen ja keine Liebhaber, sondern Helden sein. Aber ja, bestätigte meine Mutter und machte keinen Hehl daraus, ziemlich sauer zu sein. Allerdings auf den Jungen, der die Affäre schamlos herausposaunt hatte. Außerdem schien die Sache kompliziert. Diese Frau war tatsächlich der Scheidungsgrund gewesen. Doch es hatte zwischendurch noch eine andere Person in Vaters Leben gegeben, und jetzt waren sie wieder … Ach, ist ja auch egal. Obwohl wir von meinem Vater getrennt lebten und ich in gewisser Weise enttäuscht von ihm war, bedeutete mir die Familie alles. Jetzt, wo ich einen zweiten Papa hatte, konnte ich zudem viel besser mit der familiären Situation umgehen. Ich merkte ja, wie gut sich meine Mutter mit ihrer neuen Liebe verstand. Vielleicht legte ich deshalb keinen Wert auf Freundschaften. Freundinnen treffen, mit ihnen weggehen, Geburtstage gemeinsam feiern oder gar außer Haus übernachten, kam mir nicht in den Sinn. Nach der Schule zog ich mich am liebsten in mein Zimmer zurück, las Bücher und hörte Musik. Schon möglich, dass ich mich auch deshalb zurückzog, weil ich in der Klasse gemobbt wurde. Mich interessierten halt keine Jungs (noch nicht), ich versuchte nicht, heimlich zu rauchen, und über gewisse intime Dinge wollte ich nicht reden. Ich sah mich selbst als Einzelgängerin. Eine graue Maus, stets ein wenig ängstlich und darauf bedacht, nicht im Mittelpunkt zu stehen. Wenn die Lehrerin mich ansprach, brachte ich oft keinen Ton heraus, auch wenn ich die Antwort wusste. Und wenn mich an einer Benotung etwas störte, beschwerte ich mich nicht selbst, sondern bat meine Oma mütterlicherseits, die früher Schuldirektorin gewesen war, mit der Lehrkraft zu reden. Ich war zu schüchtern. Gleichzeitig fühlte ich mich erfahrener und reifer als viele meine Klassenkameradinnen. Durch mehrere Todesfälle in der Familie, die Scheidung meiner Eltern sowie der Lektüre der Bücher, die ich las – meist wahre Geschichten –, konnte ich mit Gleichaltrigen wenig anfangen. Vielmehr zogen mich ältere Menschen magisch an, und ich hörte gespannt zu, wenn sie von ihrem Leben erzählten. Saß ich jedoch mit Schulkolleginnen an einem Tisch, bekam ich Schweißausbrüche, so unwohl fühlte ich mich. Und da steckte noch etwas in mir. Eine Kämpfernatur. Aber nur dann, wenn ich für andere einstehen konnte. Ging es um mich, fehlte mir jegliches Selbstbewusstsein. Weil ich Menschen helfen und mich in die Gesellschaft einbringen wollte, lernte ich nach Abschluss der Schule den Beruf der Erzieherin. Ich konnte gut mit Kindern umgehen, fand mich nervenstark und arbeitete gern kreativ. Ich war fit im Multitasking, verlor nicht gleich den Überblick und packte, wo es nötig schien, ohne zu zögern mit an. Fähigkeiten, die mir in der Kita zugutekamen. Aber vielleicht auch, um sie in einer Partnerschaft anzuwenden. Ich weiß nicht, ob du es jemals von mir wissen wolltest, doch es gab drei Freunde vor dir. Mit dem ersten versuchte ich eine Fernbeziehung. Mit dem zweiten war ich ziemlich lange zusammen. Ein Mann, für den Haus und Garten sein Ein und Alles schien und der fand, dass eine Frau an den Herd gehörte. Eigentlich war er ein netter Kerl und die Trennung fiel mir schwer, zumal ich aus Liebe mit ihm zusammenlebte. Doch mir war klar, dass ich unter seinen Bedingungen nicht auf Dauer glücklich werden konnte. Als ich dann endlich den Absprung schaffte, ergab sich eine kurzfristige Beziehung mit einem Mann, der … jedenfalls passte es nicht zwischen uns. Ich zog mich zurück, konzentrierte mich auf mein eigenes Zuhause (ich wohnte mittlerweile in Berlin-Steglitz in einer Zweizimmerwohnung) und ging davon aus, dass mir Mister Right irgendwann über den Weg laufen würde. Und dann kündigte sich Silvester an. Ich wusste, dass ich den Jahreswechsel bei meinen Eltern (meiner Mutter und meinem Stiefvater) verbringen würde. Hatte aber nicht die leiseste Ahnung, was an diesem Abend noch geschehen sollte. Dabei begann alles mit Dries, einem Coach aus dem Fitnessstudio, in dem ich seit geraumer Zeit trainierte, den ich ziemlich sexy fand.


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