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> Belletristik > Die Wölfe Roms Band III
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Belletristik
Buch Leseprobe Die Wölfe Roms Band III, Stefanie Gräf
Stefanie Gräf

Die Wölfe Roms Band III



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Der Römer zog sein Schwert. Langsam teilte ein böses Lächeln seine Lippen, die weißen, gleichmäßigen Zähne blitzten wie bei einem Raubtier hervor, das bereits die vor Angstschweiß feuchte Haut seines Opfers witterte.Lauernd stand der Fabier da, während die Soldaten des Oberpriesters ihn drohend umkreisten. Immer wieder zuckte probeweise eines der Schwerter vor, versuchte die Deckung des Römers zu durchstoßen und so den Kampf zu eröffnen. Doch der war auf der Hut. Aus den Augenwinkeln nahm Gaius noch die kleinsten Bewegungen wahr, wirbelte geschmeidig herum, ohne dabei den Überblick zu verlieren. Langsam wich Gaius zurück, versuchte die Wand zu erreichen, mit den Regalen, um sich so den Rücken freizuhalten. Larthia schloss die Augen, schickte ein Stoßgebet zu allen hilfreichen Göttern, flehte um deren Beistand. Noch nie zuvor hatten sie deren Hilfe so sehr bedurft.Ein hässliches Klirren, Metall prallte auf Metall. Der letzte Kampf um Gaius’ Leben hatte begonnen. Zögernd öffnete die Frau die Augen; wollte sie wirklich sehen, wie nun alles endete? Verbissen drangen die Männer auf den ehemaligen Letham clan ein, er schlug ihre Angriffe entschieden zurück. Ausfälle, Vorstöße, zuckende Klingen im Zwielicht. Wie lange würde sich Gaius gegen die Übermacht erwehren können? Und dann? Selbst wenn es ihm gelingen würde, diese hier zu töten, was dann? Neue Männer würden kommen, mit frischen Kräften, immer mehr... Bis seine Kräfte erlahmten. Ihr Schicksal war bereits besiegelt, warum kämpften sie noch so verzweifelt dagegen an? Vielleicht würde alles so viel weniger schmerzvoll sein, wenn sie sich einfach in das Schicksal ergaben?Die Vejenterin stockte in ihren Gedanken. Was tat sie? Verriet sie nicht in diesem Moment all das, wofür sie sich geschworen hatte zu kämpfen? Hatten die Priester nicht in eben diesem Moment endgültig den Sieg über sie errungen? Larthia riss die Augen auf.Noch immer wehrte sich der Römer, kraftvoll und energisch. Zwei seiner Gegner lagen bereits am Boden, einer leblos, der andere hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die durchbohrte Schulter. Gaius’ Gesicht war konzentriert, verbissen.Das war der Moment, in dem sich Quintus Claudius einschaltete. Er warf dem Oberpriester einen vielsagenden Blick zu. Der Claudier hatte genug gesehen, er würde all diesem endlich ein Ende bereiten. Mit gezücktem Schwert trat er vor Gaius. Dieser ließ für einen Moment seine blutbefleckte Klinge sinken, knirschte zwischen den Zähnen hervor:»Ah, der Verräter! Willkommen!«Sein Schwert zuckte empor, blitzte auf, um sich schließlich in die Kehle des letzten Soldaten zu bohren. Blut spritzte, der tödlich Getroffene sackte in sich zusammen. Quintus Claudius schob den Körper nachlässig mit dem Fuß aus dem Weg, ehe er auch dem verwundeten Soldaten bedeutete, sich zurückzuziehen und ihm diesen Mann zu überlassen. Gerne machten der dem Römer Platz und floh aus dem Gewölbe, seinen Herrn und Meister, den Oberpriester, anscheinend vollkommen vergessend. Böse lächelte der Fabier dem Claudier zu, bleckte dabei die Zähne wie ein wilder Hund, ein Wolf. Komm her! sagte sein herausfordernder Blick. Er war bereit.Quintus Claudius nickte seinem früheren Freund gelassen zu. Ein versonnenes Lächeln umspielte seine schmalen Lippen, während Erinnerungen an andere Zeiten vor seinem inneren Auge vorüberzogen. Bilder aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Lachen war da gewesen, Zuneigung und Vertrauen, ehe die Ansichten und Pläne ihrer Eltern die Unbeschwertheit zwischen ihnen vergiftet hatte. Sei’s drum! knirschte der Claudier innerlich. Schuld an allem, auch dass sich die beiden ehemaligen Freunde nun als Feinde auf Leben und Tod gegenüber standen, hatte allein Gaius’ Vater, der Konsul. Niemand sonst. Er tat dem ehemaligen Freund also eigentlich nur einen Gefallen, wenn er ihn zu seinen bereits toten Verwandten und Vorvätern schickte, damit sich die Seuche des Verrats nicht weiter unter den Römern verbreiten konnte.Früher hatten sie oft aus Spaß und zur Übung miteinander gefochten – nun sollte es also blutiger Ernst sein. Nur einer von ihnen würde diesen Raum lebend verlassen.Schwerfällig wandte sich der Claudier seinem Gegner zu. Der Oberpriester blickte genießerisch von einem zum anderen, musterte aufmerksam die sich gegenseitig belauernden Männer, von denen jeder genau die Schwächen des anderen kannte. Lässig applaudierte er ihnen mit den Spitzen seiner Finger.»Nun, dann sollt ihr also endlich euren Spaß haben. Mögen die Götter den Würdigeren gewinnen lassen!«Mit gezückten Klingen umkreisten sich die beiden wachsam, warteten auf den einen Moment der Unachtsamkeit des Gegenübers. Quintus lächelte überheblich:»Na, noch immer so vorsichtig wie ein Weib?«Um den Spott noch zu unterstreichen, zuckte seine Klinge vor wie eine angriffslustige Schlange, die ihren Gegner reizen will. Der Fabier lächelte nur eisig. Nichts schien sich bei dem Claudier in all den vergangenen Jahren verändert zu haben. Wenn er doch bloß viel früher begriffen hätte, wieviel Rücksichtslosigkeit, Stolz und Falschheit in Quintus Claudius lauerten! Gaius wusste, wenn auch der Claudier noch immer derselbe war, er, Gaius, hatte sich die letzten Jahre verändert. Er war kälter geworden. Er hatte gelernt, zu kämpfen, mitleidlos und kaltblütig, und ebenso auch zu töten. Ahnte der andere, dass der Fabier diese neuen Eigenschaften besaß?Für einen kurzen Augenblick ließ er die Schultern sinken und entspannte sie noch einmal, bevor der Kampf entbrannte.Der Oberpriester unternahm einen halbherzigen Versuch, den Claudier zu warnen:»Vorsicht! Unterschätze ihn nicht! Meine besten Krieger haben ihn ausgebildet, der Fabier hat Fortschritte gemacht...«Der Claudier warf dem Tusker einen überheblichen Blick zu. Diesen Moment nutzte Gaius, verzichtete auf weiteres besonnenes Abwarten. Wild stürmte er auf Quintus los.Überrumpelt reagierte der Claudier viel zu langsam, konnte sich kaum der Schwerthiebe erwehren. Wohlüberlegt drang Gaius auf ihn ein, kühl suchte er freie Stellen in der mühsam aufgebauten Deckung des anderen. Verbissen kämpften die beiden miteinander, schweigend. Jeder getrieben vom Hass auf sein Gegenüber. Kaum hörbar waren ihre Schritte und Bewegungen, die einzigen Laute hier unten waren das helle Klirren der aufeinander treffenden Klingen. Beide Männer waren zum Äußersten entschlossen.Viel zu viele Jahre waren verstrichen, in denen er gezweifelt hatte an sich. Jahre, in denen Gaius beinahe zerbrochen war. Doch nun lag alles so klar vor ihm, jedes Teilchen passte ins andere. Er war kein Mörder, kein Verbrecher, gleichgültig was auch immer die Priester ihn hatten glauben machen wollen. Auch er war eines ihrer Opfer.Und nun stand er so kurz davor, sein Leben zu befreien von all dem, was ihn belastet hatte. Nur noch zwei Menschen, nein, zwei Mörder, standen zwischen ihm und seiner Freiheit.Der eine war der Claudier. Bei dem anderen handelte es sich um den Oberpriester. Sein Tod war nötig, sollte der Fabier jemals wieder unbeschwert atmen können. Mit einem kurzen Seitenblick streifte Gaius erneut die Vejenterin, die mit bangem Blick den Kampf der beiden Römer beobachtete. Larthia... Auch um ihretwillen musste der Oberpriester sterben. Denn nur dann würde sie in Frieden in ihrer Heimat leben können; vorher war sie nirgends vor ihm sicher. Die Prinzessin beobachtete angsterfüllt die verbissen Kämpfenden. Jedes Mal, wenn der Römer einen guten Treffer landete, stöhnte sie innerlich auf. Es durfte einfach nicht sein, dass der Claudier siegte!Er war stark und schwer. Seine Schwerthiebe besaßen eine tödliche Wucht. Und doch... Unerwartet zuckte Cailes Klinge vor, blitzte in dem unsicher flackernden Licht der Fackeln hell auf. Die Antwort war ein schwacher Fluch aus dem Munde des Claudiers. Blut sprudelte aus dessen linken Oberarm hervor. Langsam zeichnete sich eine Entscheidung ab: Die Bewegungen des Claudiers wurden schwerfälliger. Geschickt wich der Fabier den ungelenken Schwerthieben des anderen aus. Innerlich schüttelte er den Kopf, wie war es diesem Mann früher nur gelungen, ihn zu besiegen?»Wer hat euch geholfen? Wer hat euch die Pläne meines Vaters verraten?« verlangte Gaius zu wissen. Keuchend lachte der Claudier zwischen zwei wütenden Hieben:»Ihr wart alle so arglos! Der Verräter kam direkt zu meinem Vater und hat uns alles von euren lächerlichen Plänen berichtet.«»Wer war es?« verlangte Gaius zu wissen, während er sich mühelos unter den Schwerthieben wegduckte. »Nur mein Vater, mein Onkel und ich wussten von der Angelegenheit mit Veji...«»...und der Klient Deines Vaters. Dein Vater hatte geplaudert; vielleicht drückte ihn das schlechte Gewissen, weil er erkannte, dass eine Heirat zwischen einem einfachen Bauern und einer Claudierin vollkommen unmöglich war und ist. Egal wie viel Reichtum man auch angehäuft haben mag! Aber auch die beiden Bauern haben inzwischen für ihre Frechheit gebüßt...«Gaius starrte den anderen entsetzt an. Für einen kurzen Moment war er unachtsam, das Schwert des anderen ritzte seinen linken Oberarm. Gaius packte sein Schwert fester.Enttäuschte Liebe und die Schande einer Zurückweisung waren die Ursache für all dies gewesen, für die vielen Toten, für den Schmerz? Die Liebe seines Jugendfreundes Mucius zu einer Claudierin?Gaius hatte genug erfahren. Nun würde er dieser Episode hier endlich ein Ende bereiten.»Wie...?!«Ungläubig blinzelte der Claudier bei der entschlossenen Attacke des Fabiers. Er war zu erschöpft, um schnell genug darauf reagieren zu können. Die Klinge des Fabiers traf den anderen präzise, ohne weitere Vorwarnung, direkt in den ungeschützten Hals, durch die erlahmende Abwehr hindurch. Wie ein gefällter Baum brach der Andere zusammen, mit einem schwachen Röcheln das Leben ausatmend.Die unerwartete Wucht des Sturzes hatte dem Fabier den Griff seines Schwertes entrissen. Er trat vor, um das Schwert aus dem Körper des toten Claudiers zu ziehen.Die Bewegung in seinem Rücken nahm Gaius nicht rechtzeitig wahr. Dürre Greisenarme schlossen sich von hinten um die Kehle des Fabiers, krampften sich unerbittlich zusammen und schnürten ihm die Luft ab. Der erstickte Schreckensschrei Larthias ging in dem gehässigen Kichern des Oberpriesters unter. Der verstärkte den Griff um Gaius’ Kehle und zischte ihm ins Ohr:»Jaja, mein lieber Gaius, nun wirst Du endlich sterben! Das letzte Mal bist Du entkommen – ich weiß nicht, wie es Dir gelungen ist – aber nun werde ich Dich höchstpersönlich zu Deinen Ahnen in die Unterwelt schicken!«

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