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> Belletristik > Der Inselreitstall
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Belletristik
Buch Leseprobe Der Inselreitstall, Heike Doeve
Heike Doeve

Der Inselreitstall



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Die Fähre steuerte an diesem 18. Dezember den Hafen an. Denn sie brachte die ersten Weihnachtsgäste zur Insel Borkum. Während der Kapitän das Fährboot manövrierte, dachte er, dass er niemals zu Weihnachten in den Urlaub fahren würde. Weil das für ihn ein Fest mit der Familie war. Und er hatte die ganzen Feiertage frei, worauf der sich freute.
 Die Fahrgäste beobachten, wie die sichelförmige Bugwelle ein letztes Mal den Wasserspiegel aufwühlte. Dann legte das Boot an, welche sie zurück auf das Festland bringt. Und auf das sie schon warteten.
 Die Passagiere stiegen aus. Und sie eilten dann an den wenigen Häusern im Hafen vorbei. Diese hatten die Besitzer mit Tannengrün geschmückt. Was die Gäste aber nicht wahrnahmen, weil sie alle sofort in die Inselbahn einstiegen. Diese wartete schon auf ihre Fahrgäste. Die sie dann von der Anlegestelle in die Inselmitte brachte. Von dort aus gelangten die Gäste zu Fuß in ihre Unterkünfte.
 All das sah Sabine nicht. Denn sie ritt an diesem sonnigen Mittag am Strand entlang. Dabei dachte sie an ein Gespräch zurück, welches sie zu Beginn des Tages mit Peter geführt hatte.
„Guten Morgen, Schatz“, hatte Peter geschnarrt und sie geküsst, was sie heftig erwiderte. Es dauerte einen Moment, bis sein Atmen sich wieder beruhigte. „Wie geht es dir?“
„Danke gut!“ Sabine musterte ihn. Aber bei dem Licht konnte sie nicht viel erkennen. „Du hörst dich immer noch heiser an. Außerdem hast du wieder die ganze Nacht gehustet. Und es ist heute schon der fünfte Tag. Das gefällt mir nicht. Ich befürchte, dass du eine Lungenentzündung hast. Aber das kann nur ein Arzt diagnostizieren. Und ich besuche dich nicht in der Klinik an den Feiertagen“, drohte Sabine und erhob sich vom Bett.
„Okay! Du hast gewonnen. Ich gehe nach dem Frühstück zu Doktor Mayer“, erwiderte Peter und setze sich auf die Bettkante. „Auch weil du die Planwagenfahrt sonst cancelst. Und wir brauchen das Geld, wie du weißt.“
„Da hast du recht! Aber primär ist für mich deine Gesundheit. Und in diesem Zustand kannst du keine Kutsche lenken“, hatte sie gesagt und war in die Küche geschlurft.


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