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> Belletristik > Der Bayerische Griot
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Belletristik
Buch Leseprobe Der Bayerische Griot, Tormenta Jobarteh
Tormenta Jobarteh

Der Bayerische Griot


″Was für eine wilde, spannende Lebensgeschich

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© Tormenta Jobarteh 2023
KAPITEL 4
Afrika!
Der erste Flug meines Lebens! Und dann gleich auf einen
fremden Kontinent. Das war Adrenalin pur. Ich weiß noch,
dass es Nacht war, als wir in Gambia ankamen: Die Flugzeug-
tür ging auf und ein heißer Wind wehte mir ins Gesicht …
Von einer Sekunde zur anderen wurde ich in eine völlig neue
Umgebung katapultiert. Das also war der Duft der großen,
weiten Welt. Dieser einmalige, intensive und unverwechselba-
re Geruch von Afrika, für den ich bis heute keine Worte habe,
um ihn zu beschreiben. Weil so neu, so anders als alles, was
ich bisher kannte. Noch nie gefühlt, noch nie erlebt. Schlagar-
tig waren alle meine Sinne gefordert und teilweise überfordert.
Ich war überwältigt von all den neuen Eindrücken, die mich
überfluteten. Es war unbeschreiblich. Einfach wunderbar und
berauschend. Und unendlich verheißungsvoll. Ich konnte es
kaum erwarten, tiefer in diese Welt einzutauchen.
Zu jener Zeit gab es noch kein richtiges Flughafengebäude,
sondern nur ein kleines Häuschen. Ich kam ohne Probleme
durch die Immigration und plötzlich waren ausschließlich
Schwarze Menschen um mich herum. Bunt. Laut. Fröhlich.
Und geschäftig. Viele balancierten ihre Waren oder ihr Gepäck
auf dem Kopf. Fahrzeuge fuhren vor, wurden beladen und
machten Platz für die Nächsten. Um mich herum vernahm ich
ein wildes Stimmenwirrwarr, von dem ich kein einziges Wort
verstand. Auch wenn Englisch in dem kleinsten aller afrikani-
schen Länder die Amtssprache ist, war dies keine wirkliche
Option zur Verständigung für mich. Mein Hauptschul-
© Tormenta Jobarteh 2023
Englisch war schlicht eine einzige Katastrophe, wie sich her-
ausstellte. Ich konnte gerade mal »how are you« und »fine«
sagen und für den Rest verschämt lächeln. Ich gebe zu, dass
ich zum ersten Mal wirklich bedauerte, dass ich in der Schule
nicht besser aufgepasst hatte. Ich blieb zwar nie sitzen, tat aber
möglichst nur das Allernötigste. Und Englisch interessierte
mich damals überhaupt nicht. Einfach, weil ich meinen Eng-
lischlehrer nicht mochte.
Und dann das pure Gegenteil zum umtriebigen Lärm am
Flughafen: Als wir Monikas Haus erreichten, war dort alles
ganz still. Nur die leisen, geheimnisvollen Geräusche der afri-
kanischen Nacht, die ich noch nie gehört hatte. Und das alles
unter einem absolut grandiosen, tiefdunklen Nachthimmel.
Hoch, weit und mit mehr Sternen, als ich jemals zuvor gesehen
hatte. Die ganze Atmosphäre war so magisch und bezaubernd,
dass sie mich sofort gefangen nahm. Aber nicht nur die Natur
machte mich sprachlos. In meinem Zimmer angekommen,
erwartete mich ein großes, weiches, rundes Bett mit einem
Moskitonetz. Ich hatte noch nie in meinem Leben in einem so
exotischen Bett geschlafen! Glückselig segelte ich ins Land der
Träume hinüber (…)
(...) Als wir endlich in Georgetown ankamen, war es bereits
dunkel. Der Ort liegt auf einer kleinen Insel mitten im Gambia
River und war in der Vergangenheit lange Zeit ein Dreh- und
© Tormenta Jobarteh 2023
Angelpunkt im Sklavenhandel. Um dort hinzugelangen, muss-
te man sich erst einmal mit einer Fähre und einem Stahlseil,
das übers Wasser gespannt war, auf die andere Seite herüber-
ziehen. Das war etwas mühsam, aber relativ gut machbar, weil
der Fluss an dieser Stelle nicht sehr breit ist. Vielleicht so um
die dreißig Meter. Aber die Wartezeiten waren teilweise ext-
rem lang. Da Georgetown mitten im Gambia River lag und
sich das Camp auf der anderen Flussseite befand, mussten wir
den Fluss dann noch ein weiteres Mal überqueren. Diesmal
mit einem kleinen Boot, das einen Außenbordpropeller hatte.
Heute gibt es übrigens eine Brücke über den Fluss. Aber da-
mals war bei der Überfahrt noch richtig Action angesagt.
Auf der anderen Flussseite empfing uns Badou, ein alter
Mann mit hellen, faszinierend blau-silbrigen Augen. Direkt
am Wasser befand sich eine größere Hütte, in der eine Bar un-
tergebracht war. Von der aus hatte man einen schönen Blick
auf die Insel. Das Camp selbst lag mitten in einer Buschland-
schaft und wurde bei unserer Ankunft von geheimnisvoll fla-
ckernden Kerosinlampen erhellt. In der Mitte befanden sich
drei Rundhütten mit Strohdächern - eine größere und zwei
kleinere. Riesige Bäume standen wie Wächter der Dunkelheit
im ganzen Camp herum. Die Atmosphäre war toll. Ich kam
mir vor wie in einem Abenteuerfilm. Da war sie wieder, meine
Tarzan-Fantasie!
Da ich von der Fahrt doch ziemlich müde war, durfte ich
gleich eine der kleineren Hütten beziehen. Das also war jetzt
für die nächste Zeit mein neues Zuhause - ein kleiner Raum
mit einer abgetrennten Dusche. Mein Bett war diesmal eine
mit hartem Stroh gefüllte Matratze. Aber auch wieder mit ei-
nem Moskitonetz. Kurz bevor mir die Augen zufielen, sah ich
noch im Gras des Daches eine kleine Maus verschwinden.
Das Camp lag, wie gesagt, mitten im Busch und die Geräusche
© Tormenta Jobarteh 2023
der Nacht waren hier wieder völlig anders, aber nicht weniger
faszinierend als bei Monika. Für mich waren all diese wun-
derbaren fremdartigen Töne und Laute immer die »Musik der
Natur«. (...)
© Tormenta Jobarteh 2023
INHALT
Vorwort
Cordula Gerndt ................................................. 10
Sainey »Paboy« Jobarteh ...................................... 12
Prolog
Tormenta Jobarteh .............................................. 14
© Tormenta Jobarteh 2023
INHALT
KAPITEL
1 Wenn die Finger nicht mehr mitspielen .......... 15
2 Meine Kindheit .......................................... 17
3 Aufbruch in eine neue Welt .......................... 34
4 Afrika! ..................................................... 39
5 Magie der Kora und der Menschen ................ 50
Mythologische Geschichte der Kora
6 Mein neues Leben ...................................... 63
Der Prophet
Der Esel
Die Macht der Kleidung
7 Zeit der Enttäuschungen ............................. 83
8 Angekommen - Zu Hause in Boraba .............. 88
Thramakang Jobarteh
Zwei Frauen
9 Überraschende Wendungen ........................ 107
10 Indien - Reise ins Land der Gegensätze ......... 119
© Tormenta Jobarteh 2023
INHALT
11 Indien - Vom Suchen und Finden ................. 130
12 Many Lands oder die Leichtigkeit des Seins ... 146
13 Ich bin ein Jeli! ......................................... 152
Die Geschichte von der Macht und der Liebe
14 Ein unvergessliches Festival im Busch .......... 170
15 Die Weichen neu gestellt ............................ 177
16 Am Start mit Jobarteh Kunda ...................... 184
17 Wo Licht ist, ist auch Schatten ..................... 197
18 Die Musikwelt im Umbruch ....................... 211
19 Die Lust am Fabulieren ............................. 214
20 Vom Hausbau in Afrika ............................. 232
21 Schlag auf Schlag ..................................... 251
22 Das große Erwachen ................................. 262
23 Ein neuer Anfang ..................................... 277
24 Wir werden uns wiedersehen ..................... 284
Mein Dank .......................................... 291
Adinkra Symbole und Bildnachweise ........... 292


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