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> Belletristik > Daheim beim Bergdoktor am Wilden Ka
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Belletristik
Buch Leseprobe Daheim beim Bergdoktor am Wilden Ka, Angela Bardl
Angela Bardl

Daheim beim Bergdoktor am Wilden Ka


Band 2

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Ein Mann, zwei Frauen – ein
zerbrochenes Herz?

Ein Mann, zwei Frauen …ein zerbrochenes Herz? Wer könnte da gemeint sein und um welche Frauen geht es?
Würde ich eine Umfrage unter Zuschauern von „Der Bergdoktor“ starten und die Frage nach dem Mann, der gemeint ist, stellen, würden wahrscheinlich 80 Prozent der Befragten mit Hans Sigl alias Martin Gruber antworten.
Diese Antwort liegt nahe, weil Filmdoktor Martin Gruber nicht selten mehreren Frauen gleichzeitig den Kopf verdreht. Doch sie ist falsch: Diesmal geht es nicht um Martin Gruber, sondern um den Mann, der am 6. Februar 2020 unseren Puls höher schlagen ließ. Da lief die vierte Folge der 13. Staffel im deutschen Fernsehsender ZDF und Max Koller stand zwischen zwei Frauen.
Auch wenn Mann oder Frau denken, sie haben ihr Leben voll im Griff und sind jederzeit in der Lage, in plötzlich auftretenden unvorhersehbaren Situationen angemessen reagieren zu können, zeigt die Realität, dass Mann oder Frau sich nicht selten überschätzen. Ich glaube, das Geschlecht spielt in Sachen „Doppelleben“ keine Rolle, auch wenn manchmal die Meinung vertreten wird, in Liebessachen würden eher Männer dazu neigen, auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen, und das ein. Ihre Liebe wächst mit jedem Tag des Zusammenseins, doch ihre Beziehung halten sie in der Öffentlichkeit geheim und wollen daran erst etwas ändern, wenn Suse aufwacht und sie ihr persönlich erklären können, was inzwischen passiert ist.
Plötzlich passiert etwas, womit Max und Maike so schnell nicht gerechnet haben: Suses Gesundheitszustand verschlechtert sich stark, ihre Nieren arbeiten nur noch ganz wenig und Suse muss Dialyse bekommen, um zu überleben. Max ist jetzt wieder sehr oft im Krankenhaus und sitzt am Bett seiner Frau. Suses Immunsystem ist sehr geschwächt und ihr Körper verkraftet die Dialyse nicht, es kommt zu einem plötzlichen Totalausfall und das Team um Dr. Kahnweiler muss sehr rasch handeln. Die Situation ist kritisch und Suses Tod sehr nahe. Die Geräte zeigen schon keinen Ausschlag mehr an. Gerade wollen Ärzte und Schwestern sich von ihr verabschieden, da erwacht Suse. Max, der zitternd und mit Tränen in den Augen alles durch die Scheibe des Krankenzimmers beobachtet, ist sichtlich erleichtert, und auch Maike, die die ganze Zeit neben ihm steht, freut sich darüber, dass Suse jetzt nicht sterben musste. Es war Maikes erster Besuch im Krankenhaus, vorher hatte sie sich nie zugetraut, hierherzukommen und Max bei seiner Frau zu sehen.
Auch Maike ist krank, leidet an Schwindel und Zitterattacken und wird von Martin Gruber behandelt, der gerade nach der Ursache ihres Gesundheitszustandes sucht Sprichwort „Wenn es dem Esel zu wohl geht, geht er aufs Eis tanzen und fällt um“, träfe eher auf Männer zu.
So etwas passiert, doch manchmal hat das Leben andere Pläne mit uns und so ein vorübergehendes Doppelleben macht erst stark für weitere Schritte in einer Partnerbeziehung.
Max Koller ist mit Suse verheiratet und sie teilen die Leidenschaft für Wanderungen in den Bergen von Tirol. Max ist etwas unzufrieden und möchte am liebsten seinen Job wechseln. Über dieses heikle Thema streiten die beiden auch bei einem gemeinsamen Wanderausflug. Es ist das Letzte, an das sich Suse erinnern kann, bevor sie wegrutscht und in die Tiefe stürzt. Die Bergrettung wird zu Hilfe gerufen und Maike Schlüter fliegt als Pilotin den Einsatz. Die schlechte Sicht und der stürmische Wind verhindern, dass Suse, die schwer verletzt ist, rechtzeitig geborgen werden kann. Als Maike den Unglücksort erreicht, liegt Suse schon im Koma und wird ins Krankenhaus nach Schwaz gebracht, wo sich Dr. Kahnweiler um sie kümmert. Für Max gibt es seitdem kaum noch ein Leben außerhalb der Intensivstation, er verbringt sehr viel Zeit am Bett seiner im Koma liegenden Frau. Die Begegnung mit Maike verändert sein Leben, durch sie kehren ein klein wenig Normalität und Freude in seinen Alltag, denn die beiden treffen sich fast täglich. Maike verliebt sich in Max, er kann und will ihrer Zuneigung nicht ausweichen und lässt sich auf eine Affäre mit ihr sprechen, nicht zuletzt, weil er Sorge hat, die Nachricht über seine neue Liebe würde Suse schwer belasten und in ihrem Zustand zu einem schlimmen Rückfall führen.
Weil Suse mit der Fragerei nicht aufhört und Max merkt, dass sein Herz zu Maike will, erzählt er seiner Frau die Wahrheit.
Suses Zustand ist weiterhin kritisch, ohne eine neue Niere kann sie nicht weiterleben – mit der derzeitigen Dialyse hält sie höchstens noch zwei, drei Monate durch. Mit dieser Nachricht konfrontiert Dr. Kahnweiler Max und teilt ihm auch mit, dass die Chance auf ein Spendenorgan schlecht steht. Max hat eine andere Blutgruppe und kommt deshalb nicht als Spender infrage. Andere nahe Angehörige haben die beiden nicht, weshalb Martin Gruber als Hausarzt von Maike auf die Idee kommt, sie zu fragen, da sie dieselbe Blutgruppe wie Suse hat.
Maike überrascht diese Idee sehr, und sie kann sich nicht vorstellen, dem Vorschlag zuzustimmen, da dieser Eingriff für sie auch bedeutet, nie wieder fliegen zu können. Dennoch geht ihr die Idee, als Spenderin Suses Leben zu retten, nicht aus dem Kopf. Schließlich geht es bei jedem Rettungseinsatz der Bergrettung genau darum: Leben retten. Wird sie glücklich sein, Rettungseinsätze mit dem Bewusstsein zu fliegen, sich selbst verweigert zu haben, als es um die Rettung von Menschenleben ging? Wenn sie die Einzige ist, die helfen kann, muss sie das tun, fährt es ihr durch den Kopf, und sie stimmt der Transplantation ihrer Niere zu.


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