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Belletristik
Buch Leseprobe Ch@! Freundschaft, Jörg Gschaider
Jörg Gschaider

Ch@! Freundschaft



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Schon in frühester Jugend hatte Robert leidenschaftlich gerne Briefe geschrieben. Er war für jede Brieffreundin dankbar. In Briefen konnte man sich jedes einzelne Wort gut überlegen und Dinge äußern, die man von Angesicht zu Angesicht wohl kaum in Offenheit dargelegt hätte.


Auch nach Beendigung der „Büffeljagd“ wachte Robert fast jeden Morgen sehr früh auf. Zu früh eigentlich. Schlafstörungen gehörten zu seinem Geschäft. Die frühen Morgenstunden gaben ihm aber Gelegenheit ungestört Texte zu verfassen. So schrieb er Silvia, dass er zu diesen unchristlichen Uhrzeiten lieber vor dem Computer sitze und ihr schriebe, als in irgendwelchen Bars nach übriggebliebenen Gästen Ausschau zu halten, um mit angetrunkenen Seelen über deren Frauen zu lästern. Gedanken, die Silvia wie Öl über die Kehle geronnen sein dürften. Rob erklärte, dass er keine Affäre, sondern ein sympathisches Gegenüber zwecks entspannenden Gedankenaustauschs suche.


Silvia habe ebenfalls kein Interesse an einer Liaison, schrieb sie, und fand, dass Roberts Wunsch ihn im wahrsten Sinne des Wortes aus der Masse herausragen ließe. Er hebe sich wohltuend von den Leuten ab, mit denen man nicht ernsthaft plaudern könne, weil sie immer nur das Eine suchten. Allzu oft wäre sie schleimigen Partylöwen begegnet, die sich, wenn’s darauf ankam, als Papiertiger erwiesen; die im wirklichen Leben eher Hasen denn Adler entsprachen. Silvia hatte keinen Bedarf an Männern im Allgemeinen und keinen an Machos im Besonderen. Ihr Herz sei praktisch unmöglich zu erobern.


Robert musste bei dieser Gelegenheit beichten, dass er sehr wohl Patriarch sei. Er hielte sich an Gebräuche alter Naturvölker: Er sei als Häuptling der Familie für den Kriegspfad und die Jagd - sprich dem Brötchenerwerb - verantwortlich und Desiree sei die uneingeschränkte Herrscherin im trauten Heim. Selbst der herausragendste Krieger hatte im Haushalt nichts zu melden. So, wie Frauen tunlichst ihren Senf zur Jagd für sich zu behalten hatten. Die erlegte Beute würde brüderlich geteilt. Diese Aufgabenteilung hatte sich nicht nur bei Urvölkern bestens bewährt. Er bat Silvia ihn keinesfalls falsch zu verstehen. „Krieger“ in Roberts Sinne hatte absolut nichts mit Gewalt zu tun. So ist der erste Gegner eines Kriegers seine Angst, die es zu bezwingen gelte, worauf der nächste Gegner, nämlich die Zuversicht folgen sollte, welche wiederum zu besiegen wäre….


            „Ich bin nicht gekommen euch den Frieden zu bringen. Ich bringe euch das Schwert.“


Damit war, wie es später am Ölberg sehr deutlich veranschaulicht wurde, keineswegs eine Waffe gegen Feinde gemeint. Vielmehr ein scharfes Werkzeug um sich von allerlei seelischem Unrat zu trennen.


Sogar unter unerträglichen Schmerzen, völlig erschöpft, vom Pöbel verhöhnt… selbst unter widrigsten Umständen, mit breitem Lächeln im blutverschmiertem Gesicht, um das nahende Ende wissend, noch voller Zuversicht sagen zu können „siehe, ich mache alles neu“, wäre das höchste erreichbare Niveau. In diese Richtung galt es an sich zu arbeiten.  


Leider seien viele Frauen im Herzen Europas zu Männern geworden und umgekehrt Männer zu Frauen. Daran krankten viele Beziehungen, so Roberts Überzeugung. Er sei also alles andere denn ein moderner Mitmensch und das feministische Getue wäre ihm ein Gräuel. Frauen sollten Frauen bleiben.


            „Lieber Robi“, stand in der Antwort zu lesen, „In vielen Punkten gebe ich dir Recht. Du bist kein Macho, sondern ein richtiger Mann, doch in einem täuscht du dich gewaltig: Die Angst ist ein Sicherheitsfaktor den du nicht ignorieren kannst. Bereits die Steinzeitmenschen hatten zwei Alternativen, nämlich Kämpfen oder Flüchten, um ihr Überleben zu sichern. Du kannst dich fragen, warum du Angst hast; sich aber auf die Schulter zu klopfen und zu sagen, dass die Angst besiegt sei halte ich für blöd. Natürlich hast du Angst- und das ist gut so! Sie zwingt nämlich dein Es und deinen Kopf miteinander zu verbinden. Also ich würde vor einem Löwen davonrennen, sonst wär ich nämlich dämlich genug gewesen, mutig gestorben zu sein. Na prima!“


            „Angst ist kein Sicherheitsfaktor, sondern ein falscher Ratgeber, meine Liebe! Würdest du nämlich vom Löwen davonrennen wärst du mit Sicherheit tot. Löwen sind nämlich schneller als du. In Ruhe zu überlegen, wie man die ausweglose Situation meistern könnte wäre sicherlich zielführender und könnte dich unter Umständen retten.


Es geht erstens darum, dem Löwen erst gar nicht zu begegnen – und zweitens, wenn man ihm schon begegnet - sein Schicksal in Vertrauen zu akzeptieren.


Lazarus war seit 4 Tagen tot, als ihn Jesus zum Leben erweckte. Jesus wurde unsägliches Vertrauen entgegengebracht, was ihm dieses Wunder bewirken ließ. Bei jedem seiner Wunder war es Vertrauen das es ihm erst ermöglichte es zu bewirken. „Dein Glaube hat dich geheilt“, war sein Standardspruch. Dort, wo er Wunder als reines Showprogramm erwirken sollte war er machtlos.


Jesus selbst ist nach drei Tagen auferstanden – nur um einige Zeit später wieder zu verschwinden. Doch sagte er „Ich werde immer bei euch sein“. Stell dir vor, er wäre noch immer physisch bei uns. Hitler hätte ihn vergast und drei Tage später wäre er wieder da. Nicht nur das: Er hätte kranke Lagerinsassen geheilt und so manchen toten Häftling wieder zum Leben erweckt. Pol Pot hätte ihn erschossen und drei Tage später wäre er wieder im Fernsehen zu bestaunen gewesen. Wie ein Stehaufmännchen. Massen von Pharisäern und einige wenige wirklich Gläubige würden sich um ihn scharen. Unzählige Schergen wären verzweifelt.


Warum tut er das nicht? Warum ist er nicht anwesend? Er sagte doch, dass er immer unter uns sein würde.


Nun, ein Showprogramm läuft nicht, das hat er vor 2000 Jahren schon gesagt. Er hat genügend Taten vollbracht um an ihn glauben zu können. Wer nach wie vor das Vertrauen nicht hat, dem ist nicht zu helfen. Es ist das Vertrauen, das Jesus unter uns weilen lässt - und wer es nicht aufbringt, der hat ihn nicht verdient. So einfach ist das!


Dein Reich komme, dein Wille geschehe“, aber nicht irgendwann, irgendwo, sondern hier und heute – für den, dem es gelingt sein Paradies in Liebe und Vertrauen zu erschaffen.


Da sind wir wieder beim ersten Gegner eines Kriegers: Die Angst, die am besten mit Vertrauen zu bekämpfen ist. Es liegt an uns dieses Vertrauen aufzubauen.


Dem Mutigen eilt das Schicksal zu Hilfe“, ist ein japanisches Sprichwort, das man auch in diesem Zusammenhang sehen könnte.


Am Rande sei fairerweise nur erwähnt, dass in diesem Sinne noch sehr viel Arbeit vor mir liegt, da schon ein simpler Zahnarztbesuch den „großen Krieger“ ins Wanken bringen kann (Smiley).“


 


 


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