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> Belletristik > Café con leche
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Belletristik
Buch Leseprobe Café con leche, Heida Bert
Heida Bert

Café con leche


Ein Mallorca-Roman

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Ein paar Tage später sah Anna in der Zeitung ein Bild. Ihr Herz machte einen Hüpfer. Das war er doch. Der Kavalier, der ihr bei einer netten Gelegenheit diesen unglaublichen Handkuss auf die Hand gehaucht hatte. Besagter Kavalier hatte eine Lesung in Palma gehabt. Am Abend zuvor. Anna starrte auf die Zeitungsseite. Zu spät. Dabei hätte sie ihren Kavalier zu gerne wieder gesehen. Einfach so. Aus der Menge heraus. Anonym aber präsent. Anna legte die Zeitung weg. Weshalb informierte sie ihr Schicksal über wichtige Ereignisse zu spät? Diesmal wollte sie ihr Schicksal herausfordern, das auf dem besten Wege war, sie zur typischen Zuspätkommerin zu machen. Die Buchpräsentation war vorbei. Aber zumindest wollte sie sich das Buch kaufen. Ein Buch übers Segeln. Genauer gesagt über eine längere Segeltour, die er im Alleingang gemacht hatte. Ein Blick ins Internet half ihr sicher weiter. Ein paar Informationen müsste sie da finden. Unter seinem Namen fand sie enttäuschend wenig. Beim Stichwort „Segeln“ lief die Suchmaschine zur Hochform auf und bot ihr tausende Weblinks an, die Anna auch nicht weiterbrachten. Also erst das Buch kaufen, beschloss Anna. Sie schaute auf die Uhr. Wenn sie sich beeilte, konnte sie noch in die Stadt fahren, um dort das Buch zu suchen. Marco hatte keine Lust im heißen Auto in die heiße Stadt zu fahren und überredete seine Oma ihm Fleischbällchen zu kochen. Anna griff schnell nach ihrer Handtasche und rannte mit einem „bin bald wieder zurück“, los. In der Eile war ihr entfallen, wo sie das Auto vergangene Nacht geparkt hatte. Vor dem Haus stand es nicht. Die Straße war so voll geparkt gewesen, dass Anna eine Runde um den Block gedreht hatte. Sie schaute die Straße hinauf. Nichts. Ihr Blick glitt über die parkenden Autos. Ihres war nicht dabei. Anna rief sich zur Ruhe. Das passierte ihr ständig, dass sie vergaß, wo sie ihr Auto geparkt hatte. In ihrer Straße war es diesmal nicht. Sie ging bis zur nächsten Straßenkreuzung. Da stand ihr Auto. In einer der abzweigenden Straßen. Anna setzte sich hinein und fuhr los in Richtung Stadtzentrum. Die Straßen waren trotz der Hitze voll mit Autos, die alle in die Stadt wollten. Anna überlegte, wo sie mit der Suche nach dem Buch starten wollte. Nach kurzer Überlegung fuhr sie zum größten Einkaufshaus der Stadt. Die hatten eine Tiefgarage und eine große Buchabteilung. Die Tiefgarage war gut belegt, aber Anna fand noch einen Platz zum Parken. Nun wollte sie sich gut merken, wo sie ihr Auto abgestellt hatte. In ihrer Straße nahm sie das mit Humor, aber die Autosuche in einem Parkhaus mutierte bei ihr zum planlosen, erschöpfenden Hin- und Her-Rennen. Im Einkaufshaus ging sie direkt zur Buchabteilung. Eine Verkäuferin war schnell gefunden. Die hatte von dem Buch noch nie gehört. Die zweite Verkäuferin kannte das Buch sofort, nur sei das seit einigen Tagen vergriffen. Wann sie das Buch wieder vorrätig hätten, konnte sie Anna nicht sagen. Anna drehte sich um und überlegte sich, wo sie nun als nächstes hingehen könnte. Da fiel ihr Blick auf eine weitere Verkäuferin, die gerade beim Einsortieren von Büchern war. Die wollte sie nach einer anderen Buchhandlung fragen. Auf Annas Frage, in welcher Buchhandlung sie das von ihr gesuchte Segelbuch finden könne, reagierte diese überrascht. „Aber das können sie hier bei uns kaufen.“ „Schon, nur ist es vergriffen“, bedauerte Anna. „Das kann nicht sein. Vorhin waren noch ein paar Exemplare da. Ich schaue schnell nach.“ Triumphierend kam sie mit dem Buch zurück. „Ist es das?“ Das war es. Anna war auf dem besten Wege, sich wieder mit ihrem Schicksal auszusöhnen. Gutgelaunt, mit ihrem Neuerwerb unter dem Arm, schlenderte sie in die Lebensmittelabteilung. Sie wollte ihrer Mutter und Marco etwas Leckeres mitbringen. Für Marco fand sie Kekse mit dicken Schokostückchen drin. Die würden ihm sicher schmecken. Für ihre Mutter suchte sie einen feinen Rotwein aus. Die hatten hier ein tolles Sortiment, so dass Anna die Wahl schwer fiel. Sie entschied sich für einen der Inselweine, die in den letzten Jahren anfingen, sich den Respekt der internationalen Weinwelt zu gewinnen. Zuhause angekommen, setzte sich Anna sofort an das Buch. Seite um Seite verschlang sie es, im Bestreben zwischen den Zeilen mehr über den Autor zu erfahren. Im Einband fand sie eine Internetadresse. Das konnte ein Hinweis sein. Anna schaltete ihren Computer an, der heute glücklicherweise problemlos funktionierte, und gab die gefundene Adresse ein. Die Seite, die sich öffnete, enttäuschte sie etwas. Sie hatte sich eine persönlichere Seite gewünscht. Das was sie nun auf ihrem Bildschirm hatte, war ein Album seiner letzten Segeltouren mit Fotos und Beschreibungen. Nicht sehr aussagekräftig und über ihn selbst fand Anna wieder nichts. Der Mann war interessant. Aus einer angesehenen spanischen Familie mit entsprechendem politischen und wirtschaftlichen Einfluss. Sie klickte sich durch die Seiten. Da war eine Emailadresse. Die klang nach der allgemeinen Informationsadresse eines Verbandes, aber immerhin. Es war eine Spur, der Anna nachgehen wollte. Kurzum formulierte sie eine höfliche Email und schickte sie ab. Zufrieden schaltete sie ihren Computer aus. Das war zumindest eine Aktion. Sinn machte die nicht viel, aber Anna liebte diese kleinen sinnlosen Verrücktheiten. Am nächsten Morgen dachte sie nicht an diese Email, als sie ihren Emaileingang anschaute. Sie stutzte. Dann hielt sie den Atem an. Da war eine Email mit dem Namen ihres Kavaliers. Eine direkte Antwort von ihm und so schnell? Anna konnte es kaum fassen und klickte mit zitterndem Finger die Email an. Er war es. Er hatte ihre Email erhalten und schrieb sie persönlich an. Anna war begeistert. Für einen Augenblick, dann wich die Begeisterung einer totalen Ratlosigkeit. Was sollte sie nun machen? Soweit hatte sie nicht geplant. Sie wollte einfach so einen Kontakt machen. Der war jetzt da, nun sollte sie höflicherweise auch antworten. Anna kam sich wie ein Schulmädchen vor, das bei einem Streich ertappt worden war und von dem nun eine Reaktion erwartet wurde. Seine Antwort war sehr schnell gekommen, also blieb Anna nicht viel Zeit, sich eine Antwort einfallen zu lassen. Allerdings auch nicht zu schnell. Das könnte von ihm falsch verstanden werden. Anna gab sich Zeit bis zum nächsten Morgen. So hatte sie ausreichend Zeit, über eine vernünftige Antwort nachzudenken. „Ob das nun vernünftig war“, zweifelte Anna, als sie die Email abgeschickt hatte.


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