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Belletristik
Buch Leseprobe Brumm!, Helmut Barz
Helmut Barz

Brumm!


Eine schwarz/weiße Fabel für das postfaktisch

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»Brumm!«


Hat er das wirklich gerade laut gesagt?


Urs schmeckt der Silbe nach. Ja, er spürt noch das Rollen des R in seinem Rachen, das Vibrieren des M auf den Lippen. Er hat es tatsächlich gesagt: »Brumm!«


Hoffentlich erst, als die Tür schon hinter ihm ins Schloss gefallen ist.


Hoffentlich hat er da schon auf dem Bürgersteig gestanden.


Hoffentlich hat er Urs nicht gehört, der Herr Doktor mit seinen grau melierten Haaren und seinem weißen Kittel.


Andererseits: Und wenn schon! Der Herr Doktor hält ihn ohnehin für einen Idioten. Und einen Doktortitel hat er schließlich selber.


Urs – Dr. Urs A. Podini!, so ermahnt er sich streng – macht einen Schritt vorwärts. Sorgsam setzt er den Fuß, um nicht auf die Kanten der Gehwegplatten zu treten. So hat er es auch schon in seiner Kindheit gemacht. »Brumm!«


Noch ein Schritt. »Brumm?« Noch ein Schritt. »Brumm.«


Noch ein Schritt. »Brumm?!« – Ein empörtes Bärchen, rücksichtslos aus dem Winterschlaf gerissen.


Noch ein Schritt. »Brrrrummmmmmm.« – Das »R« in der Kehle rollend, das »M« auf den Lippen kitzelnd: ein Kind, das Auto spielt.


Noch ein Schritt. »Brummmmm …« – Mit einem Hauch der Verzweiflung leise verklingend: ein letzter Protest gegen das Unvermeidliche.


Noch ein Schritt. »BRUMM!« – Machtvoll in die Luft gemeißelt.


Laut, leise, sanft, schroff, zärtlich, verletzend, wütend, erfreut. Gerufen, gehaucht, geflüstert, gespien, gesäuselt und – gebrummt: »Brumm.«


Da steht Urs nun, die Füße genau auf zwei Gehwegplatten, Zehen und Hacken gleich weit von den Kanten entfernt, und erfreut sich am Klang der fünf zur Lautmalerei gereihten Buchstaben.


Warum geht ihm diese Silbe nicht aus dem Kopf?


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