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Belletristik
Buch Leseprobe Bitterkeit und Süsse, Rosa Rhoot
Rosa Rhoot

Bitterkeit und Süsse



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Eskapade in der Nacht


 


   Der Spielabend nähert sich dem Ende. Die Doppelkopfrunden verliefen spannend, die Stimmung am Tisch temperamentvoll. Ich bin müde, möchte ins Bett. Morgen erwartet mich ein anstrengender Tag. Ich sollte wohl oder übel ausgeruht sein.


Auf dem Nachhauseweg habe ich nach wie vor die Geräuschkulisse der letzten Stunden im Ohr, gleichwohl mich kühle Luft und nächtliche Funkstille mit jedem Schritt mehr, wieder runterkommen lassen. Lautlos verabschiedet sich der Abend. Die Nacht hat nun das Sagen.


Ungemütlicher Nieselregen setzt ein. Ich schlage den Kragen hoch, schiebe die Mütze über beide Ohren, grabe meine Hände in die Jackentaschen, gehe mit raschem Schritt durch die gottverlassenen Straßen. Hin und wieder drehe ich mich um. Die Stille, die mir folgt, lässt mich wachsam sein. Trotz Dunkelheit nehme ich sie wahr, die zweite Ecke dahinten, wo ich rechts abbiegen muss, um endlich anzukommen. Mein Heimweg zieht sich entlang der grauen Wohnblöcke. Abgestellte Autos stehen davor, dicht geparkt, ein Ende kaum abzusehen. Der künstliche Schein von Straßenlaternen reflektiert auf dem feuchten Asphalt eine beklemmende nächtliche Trostlosigkeit.


Auf einmal taucht links zwischen den Autos, eine nachtaktive Katze auf, huscht an mir vorbei, bleibt auf der unteren Steinstufe des Hauses stehen, faucht, zeigt mir den gesträubten Buckel. Spontan denke ich an den Orakelspruch: »Schwarze Katze von links bringt Unglück«.


Im Allgemeinen bin ich nicht abergläubisch, rede mir jetzt trotzdem ein, dass der ziehende Streuner gar nicht so pechschwarz ist. Weiterhin bleibt mein Schritttempo energisch, bin auf Wachsamkeit programmiert.


Ein ordinäres Geräusch hinter mir, lässt mich doch leicht zusammenzucken. Deftig räuspert sich ein Mann, rotzt ungehobelt auf die Straße. Nachdem er sich der störenden Sache im Hals entledigt hat, steigt er ins Auto, knallt die Wagentür zu, fährt anschließend rasant an mir vorbei. Langsam beruhige ich mich. Die roten Schlusslichter zeigen noch ihr Signal, werden klitzeklein, bis sie sich gänzlich in der Finsternis verlieren.


Dunkelheit und eine menschenleere Straße werden wieder mein. Ich spurte durch, will endlich zu Hause ankommen.


Auf einmal stört ein fragwürdiger Schall die nächtliche Stille. Ich bin sensibilisiert, kann den Ton allerdings nicht sofort zuordnen, vergewissere mich aufgrund dessen nach allen Seiten. 


Ein helllichtes Fenster, mittig der riesigen Fassade im gegenüberliegenden Mietshaus, fordert mich. Die Geräusche kommen von dort oben. Mein Augenmerk gilt dem gelblich schimmernden Fleck, eingerahmt von bedrückender Finsternis. Er macht mich neugierig, sodass ich kurz stehen bleibe. Gemütliches Zimmerlicht erlaubt, hinter einem hauchzarten Fenstervorhang die Umrisse einer Frau zu erkennen. Sie läuft hektisch am Fenster vorbei, immer von links nach rechts, von rechts nach links. Sie stoppt abrupt, beginnt lebhaft mit Händen und Armen zu gestikulieren.


Den spontanen Gedanken sie würde mir zuwinken, verwerfe ich sofort wieder. Dennoch, ich bin jetzt beunruhigt. Ein Geistesblitz jagt mir durch den Kopf, da oben könne etwas nicht stimmen, er irritiert mich. ..


©Rosa Rhoot


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