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Buch Leseprobe Am Fluss meines Lebens, Hans Georg van Herste
Hans Georg van Herste

Am Fluss meines Lebens


Band 1 der Van-Herstre-Saga

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Für alle, die auf meiner Strecke blieben, und für alle, die mich auf meinem Seil ohne Halt begleitet haben und noch begleiten. Für alle, die mir ihre Liebe und Zuneigung geschenkt und dazu beigetragen haben, ein glücklicher Mensch zu werden. Ich habe alle Orte und Namen verändert. Ich habe einen Roman aus meinem Leben gemacht und nicht vor, jemanden zu verunglimpfen oder zu schädigen. Denn, wie heißt es doch so schön in einem der bekanntesten Märchenbücher der Welt, der Bibel, ganz treffend: „Die Rache ist mein, sprach der Herr." Heute bin ich keinem Menschen mehr böse, da ich weiß, dass jeder in sein Umfeld hineingeboren wird, so wie es ist. Manche haben den Mut, etwas zu ändern, die meisten allerdings nicht. Sie leben so, wie auch schon ihre Eltern und Großeltern gelebt haben, weiter. Natürlich schreitet die Technik rasant voran. Wer hätte am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts gedacht, dass wirklich einmal ein Mensch zum Mond fliegt oder dass wir einmal per Flugzeug in wenigen Stunden Australien erreichen können? Trotz dieser Neuerungen, schaffen es nur wenige, sich zu verwirklichen und wirklich glücklich zu sein. Die Ausrede, „man kann eben nicht über seinen eigenen Schatten springen“, lasse ich nicht gelten. Ich weiß heute, dass es geht und dass jeder es schaffen kann, wenn er nicht zu feige ist und wirklich etwas verändern will. Wie ich darauf komme und so überheblich daher rede? Ganz einfach, weil ich es geschafft habe, glücklich zu werden. Weil ich es geschafft habe, alles, was mich stört, abzustellen, auch in mir. Weil ich mich so verändern konnte, dass ich selbst in der härtesten Zeit nie aufgegeben habe und heute wirklich glücklich bin. Ich freue mich über jeden Tag meines Lebens. Ich freue mich jeden Tag über mein Glück, das ich mir selbst erschaffen, selbst erkämpft habe. Ich freue mich über jeden Tag, den ich an der Seite meiner lieben Frau verbringen darf. Ich danke dir, liebe Lisa Marie, für jede Sekunde des Glücks, der Zufriedenheit, der Freude. Wie alt ich bin? Warum ich jetzt meine Geschichte aufschreibe? Manchmal fühle ich mich, als sei ich fünfzig, manchmal wie hundert oder tausend. Manchmal wähne ich mich im Kindergarten, wenn Männer in meiner Nähe über ihre Autos streiten oder Frauen sich über die angeblich richtige Farbe ihres Lidschattens in die Haare kriegen. Manchmal fühle ich mich jung, manchmal uralt. Ich habe hin und wieder den Verlauf meines Lebens in meinen Gedanken Revue passieren lassen und erkannt, welche Erlebnisfülle ich hinter mir herziehe. Viele Ereignisse hatte ich lange vergessen oder verdrängt. Erst beim Schreiben kehrten sie in mein Bewusstsein zurück. Erst beim Schreiben erkannte ich, dass einige Erlebnisse, die ich zuvor für banal gehalten hatte, erst später eine unglaubliche Wichtigkeit erlangten, die Weichen in meinem Leben stellten, die ich zuvor gar nicht wahrgenommen hatte. Ich habe früh, also als Kind, erkannt, dass es wichtig ist, immer einmal öfter aufzustehen, als hinzufallen. Ob ich dabei von selbst ausgerutscht bin oder gestoßen wurde, spielt keine Rolle. Mir ist ziemlich früh klargeworden, dass das Liegenbleiben keine Alternative für mich ist. Wenn man auf dem Bauch liegt, mag das für kurze Zeit ganz erholsam sein. Man kann sich aus der Perspektive einer Maus den Staub und die Grashalme anschauen, abendfüllend ist das allerdings nicht. Also, auf, auf! Die Welt ist bunt. Überall lauern neue Erfahrungen. An jeder Straßenecke kann mir ein fremder Mensch begegnen, der nach außen hin vielleicht unscheinbar erscheint, aber vielleicht eine äußerst interessante Geschichte zu erzählen hat. Dogmen oder Sprüche wie „was könnten die Nachbarn dazu sagen“ oder „die Leute werden mit Fingern auf dich zeigen“ sind in dieser Hinsicht eher hinderlich und verstellen den Blick für das Echte, für die wahre Schönheit eines Menschen. Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom. Ich bin nie davor zurückgeschreckt, mich mit Sündern an einen Tisch zu setzen. Viele dieser Sünder waren nämlich gar keine. Sie wurden nur von ihrer Umwelt dazu gemacht. Frauen, die sich nicht mit ihrem selbst erlebten Missbrauch abfinden wollen. Homo-, Trans- und Intersexuelle, die sich weigern, ihre angeborenen Neigungen zu verstecken. Frauen, die sich vom prügelnden Ehemann trennen, weil sie einer Hölle entfliehen wollen. Wie oft habe ich gehört, „Ach, Herr van Herste, Sie sind ja ganz in Ordnung. Aber das Gesocks, mit dem Sie sich abgeben, gefällt uns gar nicht“, kann ich nicht mehr erinnern. Mit diesen Schuldigen, die eigentlich Opfer sind, habe ich lieber gesungen, als mit selbst ernannten Heiligen geweint. Oft wurde mir übel mitgespielt. Allerdings hat mich das eher angespornt, als abgeschreckt. Ich würd´ es wieder tun. Mein Leben ist schön...


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