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Buch Leseprobe BULLRICH-SALZ, Matthias Gerschwitz
Matthias Gerschwitz

BULLRICH-SALZ



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Berlin 1852. Er ist schon eine stattliche Erscheinung, der groß gewachsene Mann mit der scharf gezeichneten Adlernase und dem ausgeprägten Backenbart, dem schneeweißen Haar und der jeglicher Modetracht abholden Kleidung. Seit 25 Jahren überquert er jeden Tag gemessenen Schrittes den Molkenmarkt, biegt in die Stralauer Straße ein und betritt das Haus mit der Nummer 33. Hier ist der Sitz der Firma „F. C. Stegmann“; der Mann mit dem ausgeprägten Backenbart ist ihr Inhaber: der Parfümerie- und Toiletten-seifenfabrikant, der „Hoflieferant Sr. Majestät des Königs von Preussen“ und ebenso der „Hoflieferant Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Friedrich der Niederlande“ – der Apo-theker I. Klasse August Wilhelm Bullrich. Neben eigenen Fabrikationen von Seifen, Pomaden, Rasieröl, Schminke, Eau de Co-logne, Eau de Lavande, Räucherkerzen und Zahnpulver vertreibt die weit über die Grenzen Berlins bekannte Firma „F. C. Stegmann“ Glas- und Stahlwaren, Feuerzeuge, Tabakwaren und ein Produkt, das mit dem Namen seines Er-finders zu einem Markenartikel verschmolzen ist: Bullrich-Salz – ein „Universal-Reinigungs-Salz“. Bullrich hat die heilende Wirkung dieses Sal-zes – Natriumbicarbonat – bereits im Jahre 1827 entdeckt. Zu dieser Zeit dient er noch als Provisor, als erste Fachkraft, in der Apotheke „Zum schwarzen Adler“ in der Friedrichstraße 173 bei Johann Daniel Riedel, der die vormalige „Schweizer Apotheke“ 1814 erworben hatte. Als begeisterter Pharmazeut und Wissenschaftler unterstützt A. W. Bullrich seine Arbeit in der Apotheke von Beginn an mit verschiedenen Experimenten und Selbst-versuchen. Nächtelang brütet er über chemischen Formeln, Beschreibun-gen von Heilpflanzen und deren Inhaltsstoffen sowie anderer einschlägiger Literatur, als ihm die Aufzeichnungen eines gewissen Valentin Rose des Jüngeren über Natriumbicarbonat in die Hände fallen. Rose, selbst Apo-theker und Medizinalassessor in Berlin, besitzt seit 1791 die väterliche Apotheke „Zum weißen Schwan“ in der Spandauer Straße; er entstammt einer bemerkenswerten Familie vn Gelehrten. Bullrich hat es ungleich schwerer als Rose, der in eine Apotheker- und Gelehrtenfamilie hineingeboren wurde und den Berufsstand des Wissen-schaftlers gewissermaßen mit der Muttermilch aufgesogen hat. August Wilhelm Bullrich kommt am 2. Juni 1802 in Potsdam als drittes Kind des Kaufmanns und späteren Potsdamer Stadtverordnetenvorstehers, Stadt-rates und Kirchenvorstandes Carl Wilhelm Bullrich zur Welt. Zwei Brüder seines Vaters sind Bäckermeister und führen so die Tradition ihres Urgroß-vaters fort, der als Begründer der Bullrich’schen Weißbäcker-Dynastie gilt, die über vier Generationen hält. Übrigens leitet sich der Name Bullrich, legt man das Lexikon Deutscher Namen 1985 von Hans Bahlow zu Grunde, vom slawischen Wort „bula“, bzw. „bulka“ ab, das übersetzt „Semmel“ heißt. Hier gilt offensichtlich wieder einmal das alte lateinische Sprich-wort „Nomen est omen“. Ein dritter Bruder seines Vaters dient als Amtmann in Weißensee, das heute zu Berlin gehört. Ohne also in irgendeiner Form familiär „vorbelastet“ zu sein, entscheidet sich A. W. Bullrich für die pharmazeutische Lauf-bahn. Auch wenn Handwerk bekanntermaßen „goldenen Boden“ besitzt und Bäckermeister ein äußerst reputierlicher Beruf ist; auch wenn die Arbeit in der öffentlichen Verwaltung eine ehrenvolle Aufgabe mit großer Verantwortung ist – der Stand und das Ansehen des Apothekers sind un-gleich höher. Apotheker und Pharmazeuten werden hochgeschätzt, denn nicht selten sind sie es, die die bahnbrechenden Erfindungen machen und gemacht haben, mit denen der medizinische Fortschritt, aber auch die stetig wachsende Lebensqualität der Menschen begründet wurde und immer noch begründet wird.

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