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> Tierbücher > Pfötchen,Huf und Ringelschwanz
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Tierbücher
Buch Leseprobe Pfötchen,Huf und Ringelschwanz, mehrere Autoren
mehrere Autoren

Pfötchen,Huf und Ringelschwanz


Anthologie

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Wirbelwind



Heidemarie Rottermanner


 


Ben, der schwarze Pudel mit den braunen


Knopfaugen, tollte im Hof des Tierheims


mit den anderen Hunden. Auf einmal setzte


er sich auf seine Hinterpfoten und blickte


zu der hohen Mauer. Ob wohl dahinter die


große Freiheit begann? Wir herrlich müsste


es sein, mit Kindern in die blühende Wiese


zu laufen, Blumen und Gras zu


beschnüffeln. Endlose Traurigkeit schlich in


das Herz des schwarzen Pudels. Doch


traurig sein tat nicht gut, dann rebellierte


das Herz und veranlasste zu bösem Tun.


Von der schönen Liegedecke blieben dann


nur noch die Fransen übrig. Die


Plastikschüssel wurde zerbissen und


zernagt und der Tierpfleger Max schimpfte.


Ben durfte dann für einen Tag nicht in den


Hof laufen und er konnte nicht verstehen,


warum die Menschen böse auf ihn waren.


Keiner ahnte etwas von seinen trübsinnigen


Gedanken.


Und somit kamen die braven, leisen und


nicht bellfreudigen Hunde an den Mann




oder die Frau und deren Kinder. Doch Ben


blieb dem Tierheim erhalten.


Eines Nachmittags öffnete sich die Tür und


Max, der Hundebetreuer, steckte seine Nase


herein. „Hier, sieh dich um, Ralf", sagte er


zu einem Jungen. Das struppige schwarze


Haar fiel dem Burschen unbändig ins


Gesicht. In seinen Augen lag ein trotziger


Ausdruck. Ben stürmte heran, stutzte und


erblickte das Taschentuch, das aus der


Hosentasche lugte. Flugs sprang er hoch,


stibitzte dieses, machte kehrt und lief den


Gang entlang. Der Junge, mit der


zerrissenen Hose und den schmutzigen


Schuhen, lief schreiend hinterher: „Du


Miststück, gib es her, aber sofort! Wehe,


wenn ich dich erwische, ich ziehe dir die


Ohren lang."


Beide stürzten in den Hof. In diesem


Augenblick kreuzte der Dackel Jim auf und


lief dem Burschen vor die Beine. Ralf


stolperte und fiel bäuchlings zu Boden. Ben


kehrte blitzschnell um und legte seine


Pfoten auf den Rücken des Burschen. Ralf


versuchte, den Hund abzuschütteln. Ben


knurrte leise. Der Bub war wie erstarrt, da


schmiegte sich die Hundeschnauze




vertrauensvoll in seine Hand. Eine rosa


Zunge schleckte sein Gesicht ab.


Ralf befreite sich lachend, setzte sich auf


und legte die Arme um den Pudel. „Du bist


mir vielleicht ein Schlingel. Willst du mit


mir gehen?" Fragend sah er den Hund an.


Seine Augen bekamen einen sehnsüchtigen


Ausdruck. „Willst du mein Freund sein?


Immer bei mir bleiben? Möchtest du mit


mir auf den Fußballplatz laufen? Nie mehr


hätte ich Angst vor den großen Jungs. Du


wärst bei mir. Und ich gebe auf dich Acht.


Gehe mit dir spazieren und gemeinsam


schreiben wir die Hausaufgaben. Du liegst


zu meinen Füßen. Ja, das wäre schön. Aber


zuvor müssen wir noch meine Mutter


überreden. Mann oh Mann, das gibt


Arbeit."


Beide eilten zurück ins Hundezimmer. Das


Taschentuch lugte aus dem Maul des


Hundes.


Max und die Mutter von Ralf waren im


Gespräch vertieft. Verwirrt blickte die


Mutter ihren Sprössling und den Pudel an.


Ihre Blicke rasten hektisch hin und her.


„Du wirst doch nicht diesen Wildfang...?",


begann sie stockend.


Ben lief graziös näher. Anmutig legte er das


Taschentuch zu Füßen der Frau, sprang




hoch und hob bittend die Pfoten. Seine


Hundeaugen blickten die Mutter flehend


an. „Mama, ich möchte diesen Hund. Ich


verspreche dir, dass ich in Zukunft meine


Hausaufgaben sauber erledigen werde.


Ordentlich räume ich von nun an mein


Zimmer auf...", Ralf blickte zerknirscht


auf seine schmutzige Hose, sah seine Mutter


gewinnend an und flüsterte: „Zu Hause


ziehe ich mich um, wasche und kämme


mich. Sage doch bitte endlich JA!"


„Na gut", seufzte die Frau aus tiefsten


Herzen. „Mein lieber Sohn, du hast dir viel


vorgenommen. Ich bin sehr gespannt, ob du


all dies schaffst... na ja, meinetwegen... du


darfst diesen quirligen, stürmischen


Wildfang behalten. Aber eines sage ich dir:


„Ein Hund ist eine große Verantwortung


und ich hoffe, dies ist dir bewusst. Und


dieser schwarze Kerl geht gemeinsam mit


dir in die Hundeschule. Vielleicht lernst du


dort Manieren. Einverstanden?"


Ralf nickte zustimmend. Er hätte wohl alles


versprochen, sogar, den verhassten


Mülleimer in den Hof zu tragen. Auch noch


Englisch-Vokabeln zu pauken und das WC


zu putzen, wenn er dafür seinen geliebten


Ben mit nach Hause nehmen durfte.



 



Und so geschah es. Zwischen Ralf und Ben


entwickelte sich eine treue Freundschaft,


die allem Stand hielt, Sonnenschein, Regen


und sogar manch Hagelgewitter.



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