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Kapitän Carol Thunderstorm


Der Wirbelwind,ihre Mission&die Galaxy

von Saskia V.Burmeister

science_fiction
ISBN13-Nummer:
9783940951038
Ausstattung:
Softcover
Preis:
15.00 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
P & B
Leseprobe

12. Kapitel

Mitternachtshorror auf der Galaxy

 

Carol hatte einen schrecklichen Albtraum und mitten in der

Nacht wachte sie auf. Sie saß senkrecht im Bett und kalter

Schweiß stand auf ihrer Stirn. Es dauerte einen Moment, bis sie

begriff, wo sie war. Sie schaltete das Licht an und Min hob den

Kopf. Sie lag am Bettende auf der Decke und sah sich

verschlafen um. Eigentlich gehörte sie in ihr Körbchen, doch

dort hatte sie noch nie geschlafen. Warum auch? Auf Carols

Bett war es viel bequemer und warum sollte nur ihr Frauchen

den Luxus genießen? Sie konnte ruhig einmal versuchen, in so

einem Körbchen zu schlafen, dann wüsste sie, warum Min das

Bettende vorzog.

Verschlafen rieb Carol sich die Augen. War sie wirklich wegen

des Albtraumes aufgewacht? Sie hatte das Gefühl, durch einen

Schrei geweckt worden zu sein. Doch wer hatte geschrien?

Während Carol noch verwirrt war, erklang erneut ein

Hilfeschrei. Sofort war sie hellwach, warf sich ihren seidenen

Morgenmantel über und rannte aus der Kabine. Min wetzte mit

großen Sätzen durch die Gänge hinterher.

Abrupt stoppte Carol und erbleichte. Auf dem Boden des hell

erleuchteten Ganges lag jemand. Carol brauchte einen Moment,

um sich von dem Schrecken zu erholen. Dann kniete sie

sich hin und wollte nachsehen, ob die Peron noch lebte, als

diese sich stöhnend aufrichtete. Es handelte sich um einen

Mann. Er hatte ein weißes Gesicht, große schwarze Augen und

blondes Haar. Er war ein Zila, genau wie Laura. „Was ist mit

Ihnen?", fragte Carol ganz aufgelöst. Ihr Crewmitglied gab

einen seltsamen, krächzenden Laut von sich, dann sah Carol,

dass Blut seinen Arm herablief. Sofort sah sie sich die Sache

genauer an. Der Untergebene hatte eine Stichwunde am Arm.

Der Einstich war aber viel zu klein,

um von einem Messer herzurühren und zu groß für eine

Spritze. „Was ist hier los?", fragte plötzlich jemand. Karl und

Lilli bogen um die Ecke. Der Gentleman hatte seine

Angebetete gerade auf ihr Zimmer bringen wollen. Carol holte

tief Luft. „Schnell! Bringt ihn auf die Krankenstation!" Die

beiden gehorchten und schleppten den Verletzten, zusammen

mit Carol, zum Krankensaal. Die Nachtschwestern alarmierten

Bianca. Die Oberärztin kam auch sofort, leise murmelnd. Sie

hatte gerade so wunderbar geträumt, von dem Film, den sie

gesehen hatte. Im Traum hatte sie die Rolle der Hauptdarstellerin

eingenommen und war vom gut aussehenden Helden

gerettet worden, vor einem riesigen Monstrum. Nun aber nahm

sie sofort die Arbeit auf und verarztete den Mann. Nachdem es

geschafft war, atmete sie tief durch. Carol sah sie fragend an.

„Was fehlt ihm?" Bianca wurde sehr nachdenklich.

„Mindestens ein Liter Blut, wenn nicht noch mehr. Er bekommt

jetzt eine Infusion. Das bringt ihn wieder auf die Beine.

Die Menge Blut, die er verloren hat, war nicht lebensbedrohlich.

Ich frage mich nur, wie es dazu kam. Durch diese

kleine Wunde hätte so schnell nicht derart viel Blut austreten

können..." Carol schluckte. In der Tat war nur wenig Blut auf

den Boden des Ganges geflossen. Sie standen vor einem

Rätsel. „Auf jeden Fall hat er einen Schock", diagnostizierte

Bianca. „So schnell wird er uns nicht sagen können, was

geschehen ist." Ein ungutes Gefühl beschlich Carol. „Es ist

noch nicht vorbei", ging es ihr durch den Kopf. Sie wusste

nicht, warum, aber sie verließ den Krankensaal und trat in den

Gang. Dort liefen einige Crewmitglieder herum, die ebenfalls

den Schrei gehört hatten. Carol schickte sie in ihre Kabinen

zurück und befahl, diese nicht mehr zu verlassen, egal, was

geschah. Die Mannschaft gehorchte. Im Schiff waren zu dieser

Zeit nicht viele Leute unterwegs, die meisten schliefen längst.

Das Kino, die Schwimmhalle, die Bar und andere Räume

waren längst geschlossen. Aber auf der Brücke arbeitete die

Nachtschicht und die Nachtwächter streiften pflichtbewusst

durch die Gänge und sahen nach dem Rechten. Der verletzte

Mann war aber nicht von der Nachtschicht,

 

er war sicher aus anderen Gründen durch die Gänge

geschlichen. Vielleicht kam er von dem Besuch bei einer

Dame. Carol ging es nichts an, was ihre Crew privat trieb. Viel

mehr interessierte sie sich dafür, was geschehen war. Doch

bevor sie auch nur einen klaren Gedanken fassen konnte,

durchdrang ein neuer Schrei die Gänge. Sofort kam Bianca aus

dem Krankensaal gerannt, zusammen mit Karl und Lilli. Die

beiden hätten schlafen gehen können, waren aber viel zu

aufgekratzt.

Carol hatte sich noch nicht sehr weit vom Krankensaal entfernt

und rannte gemeinsam mit ihnen durch die Gänge. Sie bogen

um eine Ecke und sahen jemanden auf dem Boden sitzen, an

die Wand gelehnt. Carol entdeckte noch mehr, einen Schatten,

der in einem Gang verschwand. Was war hier nur los? Die Frau

auf dem Boden hustete, sie war bei Bewusstsein. Bianca und

Lilli untersuchten sie sofort. Carol betrachtete die Frau, sie war

eine Dorsanin und hieß Klothilde. Sie war stärker als ein Stier.

Carol wusste das und ein Schauer lief ihr den Rücken hinunter.

Die Frau schnappte nach Luft. „Was ist geschehen?", fragte

Karl leise. Klothilde keuchte und fand dann ihre Stimme

wieder. „Ich weiß auch nicht! Ich war auf Nachtstreife! Ich

ging ahnungslos durch die Gänge und sah nach, ob alles in

Ordnung ist. Plötzlich schoss ein Schatten aus der Dunkelheit.

Der Angreifer war verflucht stark, ich schrie ... dann hörte ich

Schritte und der Widersacher verschwand." Sie atmete tief

durch. Bianca winkte Carol heran und zeigte ihr etwas am Hals

der Frau, einen Einstich. Carl schluckte. „Genau wie bei dem

Mann. Bringt sie in den Krankensaal", murmelte Carol. Bianca

nickte. Sie und Lilli brachten Klothilde fort. Karl und Carol

blieben zurück. „Was nun?", fragte Karl beunruhigt. „Gehen

wir", murmelte der Kapitän entschlossen. „Bist du verrückt?

Willst du nicht lieber Balthasar holen? Oder gleich alle

Drillinge?" Carol schüttelte den Kopf. „Ich glaube, das hätte

keinen Sinn. Ich kenne diese Frau. Sie ist verdammt stark und

wenn sie von dem Unbekannten überrumpelt werden kann,

haben auch die drei keine Chance." „Aber was sollen dann wir

ausrichten können?" Carol antwortete nicht,

 

sondern holte ihre Pistole aus ihrem seidenen Strumpf. „Folge

mir", befahl sie, „der Gang führt in eine Sackgasse. Der

Schatten ist hier hinein verschwunden. Dort befindet sich nur

einer der Lagerräume." Sie trat in den Gang. Karl tappte

hinterher. Man sah ihm an, wie sehr er sich grauste. „Was

meinst du, was das war? Ein Geist? Ein Eindringling?" „Nein",

murmelte Carol, „es muss jemand von Bord gewesen sein.

Wäre jemand eingedrungen, hätte der Sicherheitscomputer es

gemeldet." Karl sah sie misstrauisch an. „Meldet der auch

Gespenster?" Carol schnaubte. „Hör mit dem Blödsinn auf!

Seit wann können Geister jemandem etwas tun? Man kann

durch sie hindurchfassen. Wenn es sie überhaupt gibt, können

sie nicht mehr als heulen, spuken und mit Ketten rasseln! Nein,

Karl, das war garantiert kein Geist. Das muss ein lebendiges

Wesen gewesen sein." „Aber wer würde so etwas tun? Wer

würde jemanden mit einem spitzen Gegenstand in den Hals

oder Arm stechen?", jammerte der Obermechaniker. Carol

huschte weiter den Gang entlang. „Ich glaube eher, dass

jemand die beiden gebissen hat. Das Blut, was sie verloren

haben, war auf jeden Fall nicht auf dem Boden. Es sieht ganz

danach aus, als hätte man es ihnen ausgesaugt." Karl zuckte

zusammen und blieb abrupt stehen. „Du glaubst doch nicht

etwa...!", empörte er sich. Carol sah ihn an. „Ich glaube gar

nichts! Sehen wir nach! Wenn es kein Geist war, muss der

Übeltäter ja noch da sein. Fangen wir ihn und dann sehen wir

weiter!" Karl zog den Kopf ein, sie hatte Recht. Trotzdem

wollte er es nicht glauben. Nein, so etwas würde sein Kumpel

niemals tun, oder etwa doch? Anderseits kannte er niemand

anderen an Bord, der Interesse am Blut anderer hatte. Es passte

alles zusammen.

Carol blieb stehen. Vor ihr befand sich die Tür, die in den

Lagerraum führte. Sollte der Täter irgendwohin verschwunden

sein, dann dort hinein. „Gehen wir und sehen nach", murmelte

Carol und zückte die Waffe. Sie öffneten die Tür und traten

ein. Lichter flackerten auf. Carol sah sich um. Der Lagerraum

war leer. In einer Ecke standen nur ein paar Kisten. „Seltsam",

murmelte Fräulein Thunderstorm.

 

Der Obermechaniker holte tief Luft. „Sieht aus, als hätte sich

das Phantom in Luft aufgelöst. Also war es doch ein Geist! Ein

beißender Geist! Es gibt vieles zwischen den Gestirnen, auch

das Unglaubliche." „Ruhe!", zischte Carol. „Nicht so voreilig!

Ich spüre, dass hier jemand ist!" Karl runzelte die Stirn. „Wo

denn? Der Raum ist doch leer! Wo soll das Phantom bitte

stecken?" Carol antwortete nicht, sondern hob den Blick. Karl

schluckte und schielte. Tatsächlich, unter der Decke klebte

etwas. „Was ist denn das?", fragte Karl entsetzt. Carol zuckte

mit den Schultern. „Keine Ahnung, auf jeden Fall etwas

Materielles!" Durch dieses materielle Etwas ging in diesem

Moment ein Ruck, dann ließ es los und stürzte von der Decke

herab. Mit einem lauten Krachen kam es auf dem Boden auf.

Carol war elegant zur Seite getreten. Ein Fauchen war zu

hören, dann rappelte sich das Ding auf. Karl schrie entsetzt und

saß im nächsten Moment auf dem Hosenboden, einen solchen

Schreck hatte er bekommen.

Carol runzelte die Stirn. Der Angreifer fauchte und fletschte

die blutbeschmierten Zähne. Dem Kapitän lief ein Schauer den

Rücken hinunter. Das Phantom, das nur eine kurze Hose trug,

krümmte den Rücken, wie eine wütende Katze. Man konnte

jeden Wirbel und alle Rippen hervortreten sehen. Die Sehnen

waren bis zum Zerreißen angespannt.

„Was ist nur mit ihm geschehen?", fragte Carol fassungslos,

denn sie erkannte ihn kaum wieder. Feine rote Rinnsale liefen

aus seinen Mundwinkeln und tropften zu Boden. Ein tiefes

Grollen kam aus seiner Kehle, seine schwarzen Haare standen

noch wirrer vom Kopf ab, als die von Karl, wenn er sich

ungekämmt zum Dienst meldete, weil er verschlafen hatte.

Auch seine Augen hatten sich verändert, sie leuchteten nicht

mehr grün und blau, sondern stechend rot. In Kombination mit

der weißen Haut und den Blutflecken, wirkte er wie ein

Dämon, untypisch war nur die Zahnlücke.

„Leo", murmelte Carol, „was ist denn nur in dich gefahren?"

Anstatt zu antworten, hieb er nach ihr. Seine abgefeilten Nägel

waren wieder zu Krallen herangewachsen. Carol erschrak,

wich dem Schlag aus und tat das einzig Richtige.

 

Sie feuerte ihre Waffe ab und traf. Leo kreischte in

schrecklichen Tönen, taumelte und stürzte zu Boden. Karl

sprang vor Schreck wieder auf die Beine. „Ich kann es nicht

fassen", stammelte er, nervlich am Ende. „Ich begreife das

nicht ... das ist nicht Leo! Das kann er gar nicht sein!" Carol

runzelte die Stirn. Zweifellos handelte es sich um den Zix.

Allerdings war er verändert, nicht nur vom Wesen her. Ein

Ruck ging durch seinen Körper. Carol zuckte zusammen. Das

konnte doch nicht wahr sein! Die Dosis an Betäubungsstrahlen,

die er intus hatte, hätte ausgereicht, um Balthasar und seine

Brüder für eine halbe Stunde in Tiefschlaf zu versetzen! Doch

Leo schien wesentlich mehr zu vertragen. Langsam richtete er

sich auf. Wütend starrte er zu Carol. Er verzog das Gesicht zu

einer schrecklichen Visage und fletschte dabei die Zähne. Nun

winkelte er die Arme an, wie ein Raubvogel, kurz bevor er sich

auf sein Opfer stürzte. Seine Hände sahen den Klauen eines

solchen Vogels ähnlich, seine Krallen hätten mit denen eines

Adlers sicher mithalten können. Karl begann zu zittern. „Was

tun wir nur?", fragte er verzweifelt. Carol atmete tief durch, sie

durfte sich jetzt nicht von der Angst übermannen lassen. Um

die Nerven zu behalten, musste sie ruhig bleiben, dann hatten

sie eine Chance. Also nahm sie allen Mut zusammen. „Leo!

Was ist bloß in dich gefahren? Komm zur Vernunft! Das bist

nicht du, du bist nicht das Monster, das man dir nachsagt!

Komm zu dir!" Leo knurrte tief. „Leo?", fragte der Zix mit

tiefer, böser Stimme, die nicht seine war. „Wer soll das sein?

Ich bin nicht Leo, ich bin Leved!" Carol schluckte. „Also gut

... Leved ... wer bist du? Was willst du?" Leved lachte.

„Leben. Was sonst?" Carol war leicht irritiert. Karl zitterte wie

Espenlaub. „Aber ... du lebst doch." Wieder lachte der Zix.

„Ja! Jetzt schon!" Carol verengte die Augen. „Du bist wirklich

nicht Leo! Woher kommst du? Und was willst du wirklich?

Antworte!" „Sie sind nicht dumm. Ich nehme an, Sie sind der

Kapitän, ja?" Carol nickte unwillig. Litt Leo etwa an einer

unerkannten Persönlichkeitsspaltung oder hatte er allen etwas

vorgespielt und zeigte nun endlich sein wahres Gesicht? Doch

das wollte und konnte Carol nicht glauben...

Klappentext

Kapitän Carol Thunderstorm

Teil I

Carol Thunderstorm ist ein wahrer Wirbelwind

Und zugleich Kapitän der „Galaxy"

Als Kapitän mit argen Stimmungsschwankungen

Hat man es nicht leicht in unbekannte

Gefilden und mit dem Auftrag neue Völker für

einen Bund anzuwerben. Gefahren und Feinde

Gibt es genug da draußen, denn nicht alle Spezies

Sind so umgänglich wie die verschiedenen

Rassen auf Carols Raumschiff.

Neben unfreundlichen Aliens und dem Schweinehund

Günther, kommt zu allem Überfluss auch noch ein

Fremder an Bord. Leo, Angehöriger des mysteriösen

Volkes der Zix, über das man sich viele unheimliche

Geschichten erzählt. Er entpuppt sich als wandelndes

Katastrophengebiet und stürzt Carol in ein

Gefühlschaos.

Wird Carol dennoch ihre Aufgabe erfüllen?

Was wird sie in den Weiten der Galaxie erwarten?

Kapitän Carol Thunderstorm ist ein packender

Extraterrestrischer Science Fiction Roman,

In dem viele Aberteuer zu bewältigen sind