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> Science Fiction > Behemoth 2333 Band 2
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Science Fiction
Buch Leseprobe Behemoth 2333 Band 2, Joshua Tree
Joshua Tree

Behemoth 2333 Band 2


Der Hyperraum Krieg

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1. Jeremy UNS Concordia, im Orbit um Ozeana (P3X-989), Unbekanntes System, 22. November 2333, 15:07 Uhr. Captain Jeremy Brandt, neuerdings wieder Teil der Unions Navy, rieb sich mit einer Hand über sein unrasiertes Kinn und beugte sich in seinem Kommandosessel vor. Auf dem virtuellen Bildschirm, der vor ihm hing wie ein Fenster in die digitale Welt, befand sich eine exakte Abbildung des Locust-Schiffes. Es grenzte sich keine zweitausend Kilometer entfernt scharf von der Silhouette von Ozeana ab. Der langgestreckte Ovoid sah so fremdartig aus, dass es ihn vor dem was nun folgen würde irgendwie gruselte. Dieses perfekte, stromlinienförmige Gebilde war so anders als alles, was Jeremy bisher durchs Weltall hatte fliegen sehen. Keine speerartigen Sensorphalangen, wie bei menschlichen Schiffen, keine klobigen Wärmeableitpaneele und Plasmaauswürfe am Heck. Nein, dieses organische Raumschiff, mit dem sie sich hier, in den weiten des unkartografierten Raums angelegt hatten, sah aus wie ein lebendiger Teil des sonst so lebensfeindlichen Vakuums. Ganz wie ein Hai unter Wasser der perfekt angepasste Räuber der Meere gewesen war. Während dieser Vergleich durch sein Gehirn zuckte, dankte er dem Schicksal für seine Milde, dass die Locusts im Moment ebenso kampfunfähig zu sein schienen, wie seine Concordia. „Captain?“, drängte Agiou von ihrer Konsole hinter dem virtuellen Bildschirm und drehte sich auf ihrem Sessel in seine Richtung. „Wir sind bereit, sobald du es bist.“ „Äh, ja. Natürlich!“, Jeremy räusperte sich und streckte den Rücken durch, obwohl er sich dabei irgendwie lächerlich vorkam. „Was soll ich bloß sagen?“ Er blickte ein wenig hilflos erst zu seiner XO Marcella nach links und dann zu Simmons nach rechts. „Ach“, sagte die indisch-ethnische Schönheit scheinbar leichthin, konnte ihre eigene Anspannung aber nicht vollständig verbergen. „Sei einfach du selbst. Schließlich geht es bloß um den ersten Kontakt zwischen Mensch und Alien überhaupt, was soll da schon schiefgehen?“ „Na vielen Dank! Bloß keinen Druck aufbauen!“, schnaubte er und wandte sich mit gerunzelter Stirn an Macella, die ihn wie immer auf ihre humorlose, analytische Art ansah. Unter ihren Augen fühlte er sich immer wie ein Affe auf dem Seziertisch. „Wenn Sie mich fragen, sollten Sie Ihre Worte mit Bedacht wählen. Nicht nur ist die gesamte Besatzung in das Gespräch eingeklinkt, auch die Aufzeichnungen dieses möglicherweise historischen Moments werden nach unserer Rückkehr mit ziemlicher Sicherheit zu politischem Sprengstoff.“ „Nicht für mich“, entgegnete er und biss sich kurz darauf auf die Unterlippe. Er durfte nicht unvorsichtig werden. Wenn die Besatzung erfuhr, dass er nur noch wenige Wochen oder gar Tage zu leben hatte, würde sie jede seiner künftigen Entscheidungen anzweifeln. „Wie meinen Sie das?“, fragte Macella irritiert. „Ach nichts. Ich bin nervös.“ Er machte eine wegwerfende Handbewegung und gab Agiou das Zeichen, einen Kanal zu den Aliens zu öffnen. „Hier spricht Captain Jeremy Brandt, an Bord des Kreuzers Concordia der Kolonialen Union.“ Einen kurzen, kaum wahrnehmbaren Moment lang hielt er inne und fuhr dann fort: „Wir haben Ihr Schiff bisher verschont, um mit Ihnen über Ihre Kapitulation zu verhandeln. Wir haben kein Interesse an weiterem Blutvergießen, doch ich werde nicht zögern, unsere hochgefahrenen Waffen abzufeuern, sollten Sie mein Schiff oder meine Crew in Gefahr bringen.“ Alle Blicke auf der virtuellen Brücke richteten sich auf ihn. Er zuckte nur mit den Schultern und wartete auf die Antwort auf seinen Bluff. Es dauerte nicht lange, da empfingen die Sensoren der Concordia erneut dieses fremdartige Signal aus exotischer Strahlung, dass der KI-Kern dieses Mal direkt zu übersetzen versuchte. „Zustimmung“, ertönte die wie immer etwas enrückte Stimme des semiintelligenten, zentralen Quantencomputers, während die 3D-Bilder des Locust-Signals erst einen formlosen Ring darstellten und dann ihre beiden Schiffe in paralleler Position. „Empfange Annäherungsvektor“, übersetzte der KI-Kern weiter. „Toxische Gefahr. Zeit von Zeitlosigkeit.“ „Zeit von Zeitlosigkeit?“, blaffte Jeremy die KI an. „Was soll das denn heißen?“ „Diese Anfrage kann ich leider nicht mit einer signifikant hilfreichen Antwort bearbeiten. Die Datengrundlage ist unzureichend.“ „WizKid?“ „Der KI-Kern weiß noch nicht genug über die Beschaffenheit der Kommunikation der Locusts, um alles eindeutig zu übersetzen. Für die dreidimensionale Darstellung einer Zeitachse, die immer kürzer wird, hat er exakt 268 Bedeutungsmöglichkeiten errechnet“, antwortete seine Chefanalystin und runzelte die Stirn, als sie sich ihm zuwendete. „Gehen wir einfach einmal davon aus, dass sie sagen möchten, die Zeit sei knapp.“ „Ich stimme zu“, schaltete sich Macella in das Gespräch ein und machte einen Schritt nach vorne, um auf die riesenhafte Darstellung des fremden Schiffes zu deuten, dass holographisch vor ihnen schwebte. „Das Feindschiff verliert Atmosphäre an mehreren Stellen und wird nicht mehr stabilisiert. Ohne unsere Hilfe werden sie in einigen Stunden in den Gravitationstrichter von Ozeana gezerrt und dann verglühen.“ „In Ordnung“, sagte Jeremy und strich seine bereits makellos sitzende, virtuelle Uniform glatt, bevor er sich aus seinem Kommandosessel erhob. „Machen wir weiter.“ Als WizKid ihm mit einer eindeutigen Geste bedeutete zu sprechen, reckte er instinktiv das Kinn vor. „Wir kommen an Bord.“ Auf der Brücke wurde es schlagartig noch stiller, als es ohnehin schon war. Entgeisterte Blicke richteten sich auf ihn, doch er ignorierte sie so gut er konnte. „Jeder Akt der Aggression wird entsprechend beantwortet. Ich verspreche Ihnen, dass wir lediglich an Bord kommen, um mit Ihnen zu kommunizieren und nicht, um sie gefangenzunehmen.“ Indem er sich mit einer Hand über den Hals fuhr, bedeutete er WizKid, die Verbindung zu trennen. „Bei allem Respekt, Sir“, kam es von Macella und sie stellte sich direkt vor ihn, sodass er ihrem stechenden Blick nicht entfliehen konnte. „Das ist eine strategisch dumme Idee.“ „Hey, Macella“, sagte er gespielt überrascht und klopfte ihr scheinbar leichthin auf die Schulter, obwohl er selbst ganz und gar nicht sicher war, ob er gerade einen riesigen Fehler beging. „Sie werden ja noch richtig informell. Das gefällt mir!“ „Das ist nicht…“, beharrte sie, doch Jeremy schnitt ihr das Wort ab und sprach ein wenig lauter, damit auch der Rest des Brückenpersonals ihn gut verstehen konnte: „Sehen Sie, Macella: Wir haben noch einige Predator Drohnen da draußen, die bald zu uns zurückkehren. Wir haben auch noch einige in den Startrampen, die wir auswerfen werden, damit sie das Feindschiff aus nächster Nähe umzingeln. Wenn Sie sich rühren, fegen wir sie aus dem All.“ Als sie erneut etwas erwidern wollte, brachte er sie mit erhobenem Zeigefinger zum Schweigen. „Ja, wir haben immer noch keinen Saft für die Startrampen, aber wir können einige der Ersatzdrohnen manuell aus der Luftschleuse bugsieren. Das werden Sie veranlassen, während ich mit den Marines auf das gegnerische Schiff gehe.“ „Sie? Das ist vollkommen ausgeschlossen!“, polterte Macella und schüttelte vehement den Kopf. „Das verstößt gegen so ziemlich jede Navyvorschrift, die jemals verfasst worden ist.“ Anstatt zu antworten, warf er einen Blick in die Runde und fand nur Zustimmung für die XO in den Gesichtern der anderen Besatzungsmitglieder. „Commander“, sagte er leise. „Auf ein Wort!“ Macella war ihre Erregung anzusehen. Ihre Nasenflügel bebten und verliehen ihren scharf geschnittenen Zügen etwas beinahe Attraktives, das er zuvor noch nicht bei ihr gesehen hatte hinter all der kühlen Berechnung. Sie – oder besser gesagt ihre Gehirne – wechselten in einen separaten, virtuellen Raum: Seine Kabine, die der KI-Kern exakt nachgebildet hatte. Seine XO sah sich kurz mit gerunzelter Stirn um, hatte sich aber schnell wieder auf ihn fixiert und stemmte die Hände in die Hüften. „Ich habe unter ihrem Kommando viel mitgetragen, aber ich kann Ihnen nicht erlauben, dass sie entgegen der Vorschriften dieses Schi…“ „Ich sterbe, Macella“, unterbrach er sie ruhig, beinahe sanft, und es schmerzte ihn beinahe zu sehen, wie die Gesichtszüge seiner Stellvertreterin zuckten und sie immer unsicherer wurde. „Ich…“, setzte sie heiser an und kniff irritiert die Augen zusammen. „Wovon reden Sie da? Was meinen Sie?“


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