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> Satire > Und sie dreht sich DOCH ! - M. K. Ruppert
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Buch Leseprobe Und sie dreht sich DOCH ! - M. K. Ruppert, M. K. Ruppert
M. K. Ruppert

Und sie dreht sich DOCH ! - M. K. Ruppert



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Die Pestbeule 



Also wenn Sie mich fragen, und die meisten tun dies, warum auch immer... Ich finde, wir sollten uns einfach weigern, unter solchen Umständen zu heiraten. Früher einmal wollte ich noch heiraten, heute will ich nicht einmal mehr wollen, geschweige denn dürfen wollen und schon gar nicht mehr wollen sollen, wie dies Susanna oftmals fordert. Sehen Sie es? Jetzt haben es auch Sie eingesehen. Tja, Argumente waren schon immer meine starke Seite. Böse Zungen behaupten, neben den Ausreden, meine einzig starke Seite. Um diese bösartigen Zungen ruhig zu stellen, habe ich mich mit ihr verlobt. Es ist eben alles ein Frage von Entwicklung und Reifeprozess, ja dies scheint mir evident zu sein. Wissen Sie was ich glaube? Ich glaube, das Problem liegt viel tiefer, viel, viel tiefer. Ich würde sogar noch weiter gehen mit der Behauptung, der Krieg zwischen Mann und Frau liegt tief in unserem Unterbewusstsein verankert. Noch aus den Urzeiten stammend, wie das Jäger- und Sammlersyndrom beispielsweise. „Gib mir sofort meine Tochter... mit dir rede ich kein Wort mehr...", so begann das erfreuliche Telefongespräch mit dem leeren Versprechen meiner Schwiegermutter. Da ich mit ihr Waffenstillstand koaliert hatte, verstand ich diese gefühlsstarke Aussage nicht. Als Frau im Allgemeinen und als Italienerin im Speziellen überraschte mich der Meinungswandel und der Bruch des Friedensvertrages allerdings recht wenig. Das Beben ihrer Nasenflügel erreichte bereits 6,5 auf der nach oben offenen Emotionsskala, wie ihr Mann im Hintergrund verlauten ließ. „Erlaube mir die Frage", erlaubte ich mir die Frage, „womit ich dein Missfallen auf mich gelenkt habe?" Ausgenommen der Tatsache, dass ich nun bereits vier Jahre ohne Trauschein mit ihrer Tochter lebe und schlimmer noch, Susanna so nicht frei für einen Zahnarzt oder einen Bankdirektor ist. „Ob du etwas gemacht hast? Erinnere mich bloß nicht daran... du hast dich aufgeführt wie ein Berserker." Im Verlauf des nun einsetzenden Gespräches wurde mir klar gemacht, dass ich ihr, der Schwiegermutter letzte Nacht im Traum erschienen bin. Abgesehen davon, dass ich dies nicht freiwillig getan haben konnte, muss ich mich aufgeführt haben wie die berühmte Axt im Schlauchboot. Obwohl ich einräumen muss, noch nie eine Axt im Schlauchboot gesehen zu haben, und ich habe schon einiges Erschütterndes gesehen. Unter Schluchzen und Ohrenflattern berichtete sie weiter. „Es war im glorreichen Jahr 1783", krächzte sie weiter „Mozart beendete gerade seine Krönungsmesse, Amerika hatte gerade seine Unabhängigkeit erklärt und Mongolfière stieg zum ersten Mal in seinem Ballon auf. Und gerade dieser kühne Held wollte mich am nächsten Tage heiraten. Und nun rate mal, wer sich mit ihm duelliert hat, und ihm die Kartoffel vom Hals geschlagen hat?" Das Raten fiel mir nicht schwer, obwohl ihr ständiges Gemurmel in der Muschel ein wenig störte.  Bei genauerem Hinhören fiel mir allerdings auf, dass sie gar nicht murmelte... Genau genommen schrie sie sogar... „Du meinst doch nicht etwa, ich...?", spielte ich den Erschrockenen. „Doch, du hast ihn abgemurkst und zwar mit dem eiskaltem Lächeln deines Pokergesichtes." Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass es wenig schicklich war, den zukünftigen Vater meiner Freundin zum großen Ballonfahrer zu schicken. Und es war ebenso unschicklich, ihn mit einem Schwert die Eingeweide aus dem Leib zu räumen, mal ganz abgesehen von den Schmerzen, die dies für ihn mitgebracht hätte. Nicht einmal meinem ärgsten Feind, meiner Ex-Frau zum Beispiel, hätte ich dies gewünscht... nicht immer jedenfalls. Und dies alles hatte ich getan, ohne den geringsten Hinweis auf eine Gefühlsregung. Wenn ich recht überlege, konnte ich ihre Wut auf mich verstehen. „Aber vielleicht hast du mich verwechselt. Damals haben doch alle so lange weiße Perücken getragen", versuchte ich zu retten, was nicht zu retten war. „Erzähl hier keine Märchen.




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