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Bcher Satire
Buch Leseprobe Teeny-Elfe, Margaretha Main
Margaretha Main

Teeny-Elfe


Band 3 der Elfen-Reihe

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Nach einigen Abenden in der Fahrschule und etlichen ausgefüllten Testbögen, war endlich der Tag der Führerscheinprüfung angebrochen. Walburga und ich hatten kräftig gepaukt, um ja alles richtig zu machen. Denn das einzige, was wir nicht wollten, war durchfallen und noch länger auf das Moped fahren verzichten.
Wir fuhren mit den Fahrrädern zur Fahrschule und harrten der Dinge, die da auf uns zukommen mochten. Etwa zwanzig Leute waren zur Prüfung erschienen und alle redeten aufgeregt durcheinander. Zwei Frauen, die die Prüfung für den Autoführerschein machen wollten, standen in einer Ecke und hielten sich gegenseitig im Arm. Die eine heulte sogar. Na, das kann ja noch heiter werden, dachte ich so bei mir. Wenn Erwachsene schon heulen müssen.
Endlich kam unser Herr Blohm und öffnete die Tür. Er ging hinein und alle folgten ihm in den Raum. Jeder nahm auf seinem Stammplatz Platz und Herr Blohm stellte sich wie immer vorn neben seiner Tafel auf. ??So, Leute, jetzt wird es ernst. Wir machen zuerst die Prüfung für die Klassen vier und fünf. Die anderen gehen bitte noch mal nach drau?en. Unser Prüfer, der gleich hier erscheinen wird, möchte, dass jeder für sich allein an einem Tisch sitzt und das geht nur, wenn wir Gruppen bilden. Nun kriegt euch wieder ein. Der hat noch keinem den Kopf abgerissen. Ich habe damals auch bei ihm Prüfung gemacht und ihr seht, mein Kopf ist immer noch da, wo er hingehört. Also, Kopf hoch! Wir kriegen das schon hin.?
Bedröppelt standen die meisten auf und verlie?en den Raum. Wir wurden so verteilt, dass wir keine Chance zum Abschreiben bekamen. Nach endlosen Stunden ?? es waren natürlich nur höchstens zehn Minuten ?? kam endlich der Prüfer. Er begrü?te uns freundlich, ging durch die Reihen und verteilte die Fragebögen.
Sofort stürzte ich mich auf den Bogen. Bis auf ein oder zwei Fragen, wusste ich alle Antworten sofort. Die, die ich nicht sofort wusste, lie? ich erst mal bis zum Schluss übrig und kreuzte die anderen Antworten an. Danach befasste ich mich wieder mit den übrig gebliebenen Fragen und konnte auch diese nach kurzem ?berlegen lösen.
Walburga war auch schon fertig und so standen wir auf, gaben unsere Zettel ab und verlie?en leise den Raum, da andere noch mit ihren Bögen be-schäftigt waren. Drau?en gesellten wir uns zu den anderen und wurden sofort bestürmt. Einer der dort wartenden Männer hopste immer von einem Bein aufs andere und rauchte eine Zigarette nach der anderen. Er bot uns auch eine an und da wir ja nun schon ziemlich erwachsen waren, griffen wir zu.
Er gab uns Feuer und wir pafften freudig vor uns hin. Die Erwachsenen Raucher atmeten, im Gegensatz zu uns, den Rauch der Zigarette richtig ein. Das musste ich auch mal probieren. Was die konnten, konnte ich natürlich schon lange. Ich zog also an der Zigarette und atmete ein.
Eine hei?e Keule schlug mir im Halse runter und traf meine Lunge völlig unvorbereitet. Ja, damals gab es noch keine Light-Zigaretten. Damals wa-ren die noch alle ohne Filter und mit einem gar fürchterlichen Kraut ausge-stopft. Als der Keulenschlag meine Lunge erreicht hatte, wurde mir nur noch schlecht. Für einen Moment wurde mir sogar schwarz vor Augen und ich taumelte. Walburga ging es auch nicht anders und so fielen wir uns gegenseitig in die Arme, um nicht lang hinzuschlagen.
Die Kippen schmissen wir sofort weg und so nach und nach kam wieder Leben in unsere malträtierten Körper. Nee, nee, das mussten wir nicht haben. Wie die anderen das den ganzen Tag aushielten, war uns ein Rätsel.
Dann erschien der Fahrlehrer und bat uns hinein. Mit leichtem Wiegeschritt folgten wir seiner Aufforderung und setzten uns auf unsere Stühle. Er uns, dass nur zwei seiner Prüflinge durchgefallen seien. Mir rutschte das Herz in die nicht vorhandene Hose. Jetzt war ich durchgefallen. Das war die Strafe für meine Raucherei. Und wieder überkam mich eine Welle der ?belkeit.
Der Prüfer sa? vorn am Tisch und blätterte geschäftig in seinen Unterlagen. Dann rief er die Leute auf, die bestanden hatten. Die mussten zu ihm nach vorn gehen und durften ihren nagelneuen Führerschein in Empfang neh-men. Der erste stand auf und ging nach vorn; der zweite hinterher; dann der dritte und der vierte. Ich versuchte eine Reihenfolge auszumachen. Das ging aber nicht, da die Leute nicht alphabetisch aufgerufen wurden. Walburga war an der Reihe. Auch sie erhielt ihren Führerschein und kam freudestrahlend zurück.
??Margaretha Main!?
??Margaretha Main, bitte!?
Erst jetzt begriff ich, dass er mich meinte. Ich sprang auf und rannte zu seinem Tisch. Mit einem Lächeln überreichte er mir den frisch von ihm unterschriebenen und abgestempelten Führerschein.
??Ich finde es toll, dass jetzt auch junge Damen den Führerschein machen. Ich gratuliere dir. Aber, bitte, tu mir einen Gefallen: Fahr dir nicht deinen äu?erst hübschen Hals ab, okay??
Ich konnte vor Ergriffenheit nur tonlos nicken. So stand ich da und betrachtete meinen grauen Lappen. Ein Traum hatte sich erfüllt.
??Du darfst dich jetzt wieder setzen.?
Ach ja, ich durfte mich wieder setzen.
??Hallo, du darfst dich wieder setzen!?
Ja, ja, ich durfte mich wieder setzen.
??Nun geh schon an deinen Platz. Die anderen wollen auch noch dran.? Mit einem leichten Schubs schickte mich der Prüfer fort. Wie im Traum schwebte ich durch die Reihen und wäre fast an meinem Stuhl vorbeige-schwebt, hätte Walburga mich nicht am Kleid festgehalten.
Ich setzte mich und betrachtete meinen Führerschein. Was war das doch für ein schönes Ding. Nein, schön war eigentlich nicht der richtige Ausdruck. Er war himmlisch und auch von himmlischer Farbe. So schön grau. Ich glaubte, noch nie ein so schönes und leuchtendes Grau gesehen zu ha-ben. Nein, ohne ?bertreibung: dieses Führerscheingrau war doch wirklich und wahrhaftig die schönste Farbe der Welt. So ein Grau aber auch!

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