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Rettet der Deutsch!


Die Rückkehr der Sprachpanscher

von Jens Petersen

satire
ISBN13-Nummer:
9783868502190
Ausstattung:
broschiert
Preis:
11.99 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
Tredition
Kontakt zum Autor oder Verlag:
pearson1@gmx.net
Leseprobe

Claudia Roth

 

Die Grünen sind ja so eine Partei für sich. Gute zwanzig Jahre zähes Ringen um Frauenquoten, Umwelt- und Naturschutz, Friedensbewegung und Bundeswehreinsätze haben aus dieser Partei letztendlich so etwas wie eine (inzwischen eher dunkel-) grün angestrichene kleine Schwester der sonstigen Parteien im Lande gemacht.

Längst passé sind die Zeiten von Turnschuhministern und strickenden Quotenfrauen in den Parlamenten. Da präsentieren sich inzwischen auch durchaus menschelnde Spitzenkräfte der Grünen dem staunenden Volk. Zu ihnen gehört beispielsweise Claudia Roth. Die blonde Vorzeigegrüne gibt sich scheint’s alle Mühe, Volksnähe zu demonstrieren. Leider schießt sie dabei übers Ziel hinaus. So geschehen – und gesehen - Ende März 2008 in der Fernsehsendung „Zimmer frei“ im WDR-Regionalprogramm.

Inhalt der Sendung ist es, dass jeweils ein (oft eher Halb-)Prominenter sich bei den Gastgebern Christine Westermann und Götz Alsmann vorstellt, um ein Zimmer in der virtuellen Fernseh-WG zu bekommen. Unter Zuhilfenahme von musikalischen Darbietungen, möglichst schlagfertigen Gesprächsrunden und Spielen, die sich teils auf Kindergeburtstagsniveau befinden, soll das Saalpublikum letztendlich mittels grüner oder roter Karten die Entscheidung treffen, ob der/die Kandidat/in einziehen darf. Claudia Roth durfte. Bei einer Gegenstimme.

Ich frage mich wirklich, ob Menschen, die über Auslandseinsätze der Bundeswehr mitentscheiden oder auch andere Beschlüsse von weltpolitischer Tragweite treffen, sich derart kindisch-albern präsentieren dürfen. Zumal Frau Roth ja auch erst kurz zuvor dabei war, als die Bundestagsabgeordneten sich eine „unbedingt notwendige“ Inflationsanpassung (Diätenerhöhung klingt ja schließlich viel zu negativ) um 9,4 Prozent genehmigten. Aber der Wähler hat ja ein notorisches Kurzzeitgedächtnis, beziehungsweise überhaupt kein Langzeitgedächtnis…

Vielleicht sollte man derlei TV-Sendungen mit Bundespolitikern in Zukunft direkt vor Ort in Kandahar, Masar al Sharif oder Kundus vor Livepublikum produzieren. Anschließend könnten die weltpolitischen Entscheidungen der Berliner Parlamentarier möglicherweise kompetenter ausfallen. Wenn sie denn dann noch welche treffen können.

Nur kurz nach ihrem Auftritt Marke „Fettnäpfchen“ war dann wieder die Weltpolitik dran. Frau Roth wurde pflichteifrig von Journalisten zum Thema Olympiaboykott in China befragt. Sie sagte dazu: „Ich würde ihn zum jetzigen Zeitpunkt nicht befürworten.“ (Also hält sie sich zunächst alle Türen offen, ein typischer Politikerreflex. Bloß keine klare Meinung äußern.) Aber dann darf der aufmerksame Zeitungsleser sie einmal mehr bei Deutsch auf Kindergeburtstagsniveau erwischen: „Aber ausschließen finde ich falsch, weil das rechtfertigt ja das weitere Vorgehen.“ Mal ganz davon abgesehen, dass dies eine Äußerung mit Null-Inhalt ist (Wen oder was will sie ausschließen? Was für ein weiteres Vorgehen würde dieses Irgendwas/Irgendwen rechtfertigen?), sollte man Frau Roth ein bisschen Nachhilfeunterricht in deutschem Satzbau erteilen. Aber all dies bringt mich auch auf eine kühne Idee: Diese Frau hat in letzter Zeit ein großes Talent unter Beweis gestellt! Hohle Phrasen, albernes Gehampel im Fernsehen, Holperdeutsch - mit Claudia Roth wäre doch wohl endlich die Nachfolge für Thomas Gottschalk bei „Wetten dass?“ geregelt – oder etwa nicht? Nur die Haare müsste sie noch etwas wachsen lassen.

Klappentext

Sie sind wieder da, die Sprachpanscher (eigentlich waren sie auch nie „weg“)! Nur ein knappes halbes Jahr nach dem Erstling hat Autor Jens Petersen wieder so viel Material gesammelt, dass es für ein weiteres Buch zum Thema reicht. Und diesmal trifft es auch die Promis! Politiker, Sportler, Journalisten – niemand ist vor den sprachlichen Nachstellungen des Autors sicher. Rund 150 Namen umfasst allein das Namensregister am Ende des Buchs – Beleg dafür, dass Jens Petersen diesmal auch nicht vor großen Namen Halt macht.
Götz Alsmann etwa taucht weit vorne auf; ein Schwerpunkt sind diesmal allerdings Sportler und Sportjournalisten wie „Jogi“ Löw, „Kalli“ Feldkamp, Steffen Simon, Günter Netzer, Berti Vogts oder Rolf „Töppi“ Töpperwien. Auch Magazine wie Stern oder Spiegel sind diesmal „dran“ – und natürlich finden auch die „Stars“ des Erstlings wieder „liebevolle“ Berücksichtigung.
Zwischen den Zeilen bleibt aber, bei allem Spott, bei aller Ironie, bei allem Zynismus Eines stets les- und erkennbar: die Liebe zur deutschen Sprache, die den Autor umtreibt, und die bei seinem eigenen Umgang mit ebendieser sehr viel Sorgfalt erkennen lässt.