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> Satire > Jung und knackig wie Methusalem
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Bücher Satire
Buch Leseprobe Jung und knackig wie Methusalem, M. K. Ruppert
M. K. Ruppert

Jung und knackig wie Methusalem



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Wir fahren gerade an einer Hochzeitsgesellschaft vorbei, wo wir mitansehen müssen, wie ein Brautpaar mit einer ganzen chinesischen Wochenration Reis beworfen wird. In einem kurzen Augenblick überlegte ich mir, noch mit ein paar Hubtönen mein Beileid kundzutun, aber in Mailand würde dies eh im Chaos an Geräuschen untergehen. Und außerdem wohnen ja auch Leute in den angrenzenden Häusern. Leute, wie der Kasper vor mir, der jetzt schon an der dritten Ampel seinen Motor abwürgt. „Wenn du nicht Auto fahren kannst, ist das ja keine Schande, aber benutze dann gefälligst die U-Bahn“, gebe ich einen gut gemeinten Rat an meinen hoppelnden Mitbürger. „Ach ja, apropos Haus aussuchen, wir haben am Samstag einen Termin beim Makler.“ Susanna sah aus dem Beifahrerfenster, um mir keine Chance zu geben, ihr böse Blicke zuzuwerfen. „Ich muss erst schauen, ob ich da einen Termin...“ begann ich zwischen zwei Dauerhub-Orgien. „Du hast keinen, ich habe bereits mit deiner Sekretärin telefoniert. Sie hat den Makler für Samstag eingetragen.“ Mit einer Handbewegung war klar, dass für sie diese Diskussion abgeschlossen war.  Bekanntlich hat es wenig Sinn mit Frauen, welcher Art auch immer zu diskutieren. Wie alle Männer dieser Welt füge ich mich mit der Gewissheit, alles wird schon werden, Susanna macht das schon. Alles was dem Mann noch bleibt ist die öffentliche Diskussion mit anderen Verkehrsteilnehmern. Zugegeben, die meisten Konversationen sind etwas rüde. Und der Fahrer glaubt, je mehr Hubraum unter der Motorhaube, je mehr Paragraphen (ja so was gibt es im italienischem Verkehrsrecht) würden ihm zugeordnet sein, aber am Ende sind sie doch ganz normale Menschen wie du.. und... der andere eben... Klar, spricht vieles dafür, sich in verrauchte leicht schmuddelige Straßenbahnen zu zwängen, in denen selbst im Winter Temperaturen herrschen wie in einer Telefonzelle im Hochsommer. An einigen Tagen steigt man sogar inklusive seines Portmonaies wieder aus der U-Bahn. Aber eigentlich fahre ich gerne mit dem Auto durch die City, auch wenn es immer stressig und laut wird und sich das Herz erst nach knapp einer Stunde wieder von den leichten Krämpfen erholt. Genaugenommen fahre ich überhaupt nur deswegen... das einzige, was wirklich stört, sind die zugeparkten Gehsteige. Wo soll ich denn jetzt wieder parken? Es ist doch jeden Tag dieselbe...



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