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> Satire > Hinter den Bergen und anderswo
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Bücher Satire
Buch Leseprobe Hinter den Bergen und anderswo, Laswintha Merz
Laswintha Merz

Hinter den Bergen und anderswo


Satirische Geschichten vom Katherlieschen

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Es war im eintausendneunhundertachtundsiebzigsten Jahr nach der Zeitenwende am elften Tag nach der ersten Tagundnachtgleiche. Obwohl es noch dunkel war, hätte nur ein geschulter Beobachter mit einem guten Fernrohr das schwache Lichtpünktchen entdecken können, das in der Nähe von Algol im Sternbild Perseus flimmerte. Schon eine Stunde später wäre der Punkt schon mit bloßem Auge zu entdecken gewesen, wenn ihn nicht die aufkommende Dämmerung an Helligkeit übertroffen hätte.


Am frühen Morgen bewölkte sich der Himmel über der Rheinischen Tiefebene. Die matt schimmernde silberne Scheibe schwebte noch so hoch, daß sie nicht einmal vom Radar des Köln-Bonner Flughafens erfaßt wurde. Als der Berufsverkehr schon abgeebbt war, folgte sie lautlos der Frankfurter Straße und bog dann auf der Höhe des Autobahnzubringers Köln-Merheim nach links ab. Sie überquerte eine mannshohe Einzäunung und kam neben einer schäbigen kleinen Holzbude zum Stehen.


Ein Mann in einem freudlos grauen Arbeitskittel näherte sich ihr mit einen Meßgerät und klemmte an der glänzenden Karosserie ein dünnes rotes Papier fest. Dann ging alles seinen gewohnten Gang. Ein paar Augenblicke lang befand sich der metallische Flugkörper am Ende einer Schlange, bald war er eingekeilt und erst nach langer Zeit an den Kopf vorgerückt.


Dort fanden geheimnisvolle Rituale statt, nur den Eingeweihten verständlich und von allen gefürchtet. Auch das ging vorüber. Schließlich, als alles vorüber war, die bange Frage: Genügte es oder war ein zweiter Opfergang erforderlich? Das Orakel gab Auskunft: Wiederkommen, am besten noch heute. Die silberne Scheibe hob ab. Stundenlang hätte sie selbstvergessen über den Baumwipfeln dahingleiten können, aber die Zeit drängte. Demütig senkte sie sich in einen dunklen Hinterhof hinab. Dort blieb sie lange verschwunden, fast so lange wie beim ersten Mal.


Doch dann schwang sie sich trimphierend über die Dächer empor, folgte lautlos der Frankfurter Straße und bog an der Stelle links ab, wo sich an einem Gebäude der 20. Buchstabe des lateinischen Alphabets in den Himmel reckte. Ihm hatte sich der 21. Buchstabe angeschlossen, der mit dem fünften eine enge Verbindung eingegangen war. Den Abshcluß bildete der 22. Buchstabe.


Die Scheibe setzte über die mannshohe Einzäunung hinweg, die Tür des Flugobjekts öffnete sich, aber die Treppe wurde nicht ausgefahren. Das kleine grüne Männchen in der Pilotenkanzel starrte ungläubig auf den geschlossenen Schalter, seine langen dünnen Antennenfühler zitterten in hilfloser Wut und langsam kollertenj zwei dicke Tränen aus seinen bernsteingelben Facettenaugen.


„Das Gefühl kenne ich“, sagte Frieder zu Katherlieschen, „daran brauchst du mich nicht zu erinnern.“


 


 


 


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