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> Satire > Die Elfe wird flügge
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Bücher Satire
Buch Leseprobe Die Elfe wird flügge, Margaretha Main
Margaretha Main

Die Elfe wird flügge


Band 2 der Elfen-Reihe

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Dann gab es mal wieder so ein wirklich tolles Erlebnis. Meine Pfarrzeit be-gann. Als nagelneue Vorkonfirmandin musste ich nun einmal in der Wo-che zum Vorkonfirmandenunterricht. Allein das Schreiben dieses elenden Wortes macht mir noch heute Schwierigkeiten. Der Pastor erwartete uns in der Schule. Dort war ein Klassenraum für uns reserviert, um die Kirche nicht extra für uns paar Leute anheizen zu müssen. Und da das Schul-gebäude ja sowieso beheizt war, wurde da echt Geld gespart. Uns war es auch ganz recht, da das Sitzen in der Schule doch bequemer war, als das geduckte Ausharren auf den harten Kirchenbänken. Und außerdem konnte ich dort besser schreiben, da wir in der Kirche immer unsere Hefte auf den Knien halten mussten. Ja, so lernte ich viel über die Kirche und die Bibel und manche Sachen interessierten mich sogar. Allerdings ging mir die Frauenfeindlichkeit doch schon sehr schnell auf den Geist. Irgendwie waren immer wir Frauen an allem Schuld. Das ging schon mit Adam und Eva los. Angeblich machte der liebe Gott erst Adam. Und nur weil der arme Tropf sich so allein fühlte, wurde dann auch Eva erschaffen. Der liebe Gott nahm also eine Rippe von Adam und formte daraus die Eva. Damit hatte ich schon mal meine Probleme, da wir im Schulunterricht gelernt hatten, dass alle Menschen, egal ob Mann oder Frau, zwölf Rippen haben. Wie konnte das sein, wenn doch eine Rippe beim Manne fehlt. Eigentlich müssten alle Männer irgendwie schief laufen. Da ich das aber nur manchmal bei sehr alten Männern beobachtete, konnte das ja nicht stimmen. Außerdem gab es auch ein paar alte Frauen, die schief liefen. Waren das dann gar keine rich-tigen Frauen oder stimmte die Bibelgeschichte nicht. Als ich mit meiner Vorlauterei den Pastor danach fragte, bekam ich nur zur Antwort, dass ich doch sehr gotteslästerlich sei. Dabei hatte ich eine solche gar nicht im Sinn gehabt. Ich wollte doch nur Klarheit über solche ko-mischen Sachen haben. Dann kam auch noch der Satz, dass Eva als Frau dem Manne, also Adam, untertan sein sollte. Aha, dachte ich, der brauchte also nur `ne Putzfrau und Köchin und Wäscherin. Das gefiel mir aber gar nicht. Und dann kam die Geschichte mit der Paradiesvertreibung. Eva pflückte einen Apfel und reichte ihn Adam. Dieser Trottel nahm den und biss hinein. Das hatte zur Folge, dass beide aus dem Paradies geschmissen wurden und Eva sollte Schuld daran sein. Warum das so sein sollte, leuchtete mir überhaupt nicht ein bisschen ein, da Eva den Apfel doch nur gereicht hatte. Da ist die schon so gutherzig und gibt Adam den Apfel, anstatt ihn selbst zu vertilgen, und schon ist sie Schuld. Der Trottel hätte doch den Apfel nicht essen müssen und wenn er schon so schlau ist, wie heute die Männer übrigens auch, dann hätte er ihn ja wegwerfen oder den Tieren geben können und schon wäre nix passiert. Auch die Geschichten von Jesus mochte ich. Das mit der jungfräulichen Geburt verstand ich auch nicht und ich fragte den Pastor danach. Der kriegte nur einen roten Kopf und erklärte mir, dass ich für derlei Dinge noch zu jung sei. Ja, ja, das ist immer die Standartausrede, wenn die Er-wachsenen selbst keine Ahnung haben. So plätscherte der Pfarrunterricht vor sich hin. Und irgendwann wurde Jesus dann verraten und ans Kreuz geschlagen. Das fand ich sehr grausam. Wie kann man so was machen? Sehr froh war ich darüber, dass der gute Mann von den Toten wieder auferstanden ist und allen eine lange Nase zeigte. Das hatten die blöden Erdlinge nun davon. Immer haben die auf den Erlöser gewartet und wenn er dann da ist, haben die nix besseres zu tun, als den armen Bengel, der doch immer nur den anderen geholfen hat, ans Kreuz zu nageln. Da verstehe einer die Menschen. Na ja, so war das eben. Und nach vielen Sprüchen und Versen aus dem Katechismus, der Bibel und dem Gesangbuch hatten wir schon das erste Jahr hinter uns gelassen. Ich konnte jetzt Psalmen auswendig und Kirchen-lieder und Bibelverse und, und, und. Manche lernte ich schnell, andere wieder nicht.


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