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> Satire > Der lange Weg zum Ruhm
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Bücher Satire
Buch Leseprobe Der lange Weg zum Ruhm, Margaretha Main
Margaretha Main

Der lange Weg zum Ruhm


Band 6 der Elfen-Reihe

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Am Montag war der Elektriker gekommen und hatte sich ein bisschen gewundert. Das mit dem Wundern ist ja nicht schlimm. Das kann ja jedem mal so ohne weiteres passieren. Er meinte nur, dass wir doch ganz bestimmt aus völligem Versehen das falsche Zimmer tapeziert hätten, da in dem jetzt fertigen ja noch gar keine Kabel verlegt worden waren. So stemmte er lustig pfeifend die neue, gerade erst trockene, Tapete wieder auf, um seine bescheuerten Kabel zu versenken. Männer! Dachte ich so bei mir. Immer müssen die alles kaputt machen, ohne ein winziges Stückchen Rücksicht zu nehmen. So war auf der Stelle das nächste Wochenende gerettet. Wir hatten sowieso noch keinen Plan fürs Wochenende gemacht. So waren wir dieser Last entronnen und rissen ebenfalls fröhlich pfeifend die nagelneue Tapete wieder runter. Schnell waren die Elektrikerrisse verspachtelt und schon mit einem Föhn getrocknet. Frau mach ja manchmal blöd sein, so blöd aber auch wieder nicht und schon einige Millisekunden später saß die noch nagelneuere Tapete an der Wand. Was freuten wir uns doch. Hatten wir nicht wirkliche und ehrliche Weitsicht an den Tag gelegt?
Der Elektriker, der noch einmal hereingeschneit kam, wunderte sich über unsere Geschwindigkeit und mit vor Stolz geschwellten Brüsten standen wir vor ihm. Ja, das hätte der Mann nicht von uns gedacht, nä? „Wie habter denn den Spachtel so schnell trocken gekricht?“ „Och, mittem Föhn.“ „Ach, mittem Föhn? Und wie lange habter da so rumgetrocknet?“ „Na, bis der Spachtel trocken war.“ „Wisst ihr nich, dass Spachtel langsam trocknen muss, damit er auch inner Tiefe richtich aushärten kann? Nua anne Oberfläche trocknen reicht nich.“ „Mist, un nu?“ „Wenn ihr Pech habt, kricht die Tapete nachher `n paar kleine Hügel. Wenn ihr Glück habt, verfärbt sich die Tapete `n bisschen.“ „Ach, dann ham wa bestimmt Glück. Wir streichen die Tapete einfach mit einer Farbe die so aussieht wie getrockneter Spachtel und schon sind wa außem Schneider.“ „Könnta ja probiern. Gute Idee.“
Leider hatten wir dann Glück im Unglück. Die Tapete wellte sich nicht nur, sondern ließ auch eine leichte Verfärbung durchscheinen. Wir warteten ab bis wirklich alles trocken war und nahmen mit großer Freude zur Kenntnis, dass sich die kleinen Hügel fast von selbst wieder verkleinerten. Nun kam noch die trockenenspachtelfarbene Farbe drauf und schon sah kein Mensch mehr etwas von unserem Missgeschick. Aber, wir hatten wieder etwas dazugelernt. Ja, manchmal kann frau sogar von Männern was lernen. Wer hätte das gedacht, nä? Und im Notfall konnten wir ja immer noch ein paar große Bilder aufhängen. Spätestens dann würde niemand mehr sehen, welche enormen gedanklichpsychologischen Leistungen in dieser Wand steckten.

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