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> Satire > Das große Margaretha-Main-Buch 2
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Bücher Satire
Buch Leseprobe Das große Margaretha-Main-Buch 2, Margaretha Main
Margaretha Main

Das große Margaretha-Main-Buch 2


Lustige Geschichten für Jung und Alt

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Manchmal kommt es vor, dass ich viel mit dem Auto unterwegs sein muss. Ich habe hier und da eine Erledigung zu machen und bin so manchmal den ganzen Tag unterwegs. Einmal musste ich mit einer Fähre einen unserer großen Flüsse überqueren. Das ist nicht weiter schlimm und oft recht kurzweilig. Ich kann so die lange Fahrt kurz unterbrechen und etwas essen und mir obendrein die meist schöne Landschaft oder eher die schöne Fluss-schaft ansehen. Diesmal war ich im hohen Norden. Ich fuhr auf den Fähranleger zu und reihte mich in die Schlange der wartenden Autos ein. Schon tauchte die Fähre auf, legte an und entließ alle mitgebrachten Fahrzeuge ins Freie. Überschäumend, ob ihrer wieder gewonnen Freiheit, jagten die Menschen an mir vorüber. Jetzt durften wir auffahren. Ich setzte mein strahlendstes Lächeln auf. Das tat ich immer auf Fähr-anlegern. Vielleicht hatte ich Glück und der Einweiser wies mir einen gu-ten Startplatz zu, so dass ich auf der anderen Seite des Flusses schnell wieder runter kam und nicht hinter irgendwelchen LKWs her jängeln musste. Leider passe ich wohl irgendwie nicht so recht in eine Schublade. Ich sehe zwar ganz nett aus, fahre aber für ein Dummchen das falsche Auto. Meines macht immer ziemlichen Eindruck, ist sehr groß und bequem, hat aber den großen Nachteil, dass es schnell Neid auslöst. So, nun sind wir alle am Rätselraten. Ist die nun reich und schön oder nur reich oder nur schön? Ist das ihr eigenes Auto oder das Auto von ihrem Mann oder doch nicht oder viel-leicht? Ich muss mich immer wieder wundern, was für Gedanken manche Menschen so im Kopf haben. Ist das nicht völlig egal, was andere Leute für ein Auto fahren? Ich fahre 30 000 Kilometer im Jahr und kann das gute Stück von der Steuer absetzen. Warum also, um alles in der Welt, sollte ich ein kleineres Auto fahren? Nur weil das besser ins Raster passt? Nur weil es Frauen immer noch nicht so ganz zusteht, ein großes und vor allen Dingen bequemes Auto zu fahren? Ja, um Himmels Willen, soll ich die Kohle dem Finanzamt schenken, nur um der alteingesessenen Binsenweisheit über Frauen am Steuer zu genügen? Soll ich mir auf den langen Strecken den Rücken ruinieren und mich in einer kleinen Klapperkiste abeseln? Bin ich denn blöd oder wer? Ich hatte diesmal so etwa halbes Glück. Ich hatte zwar ziemlich weit vorn am Anleger gestanden und ein charmanter Einweiser hätte mich ohne gro-ße Mühe direkt vor der Ausfahrt der Fähre platzieren können, aber er hatte wohl ob meiner Weiblichkeit in Zusammenhang mit meinem riesigen Auto etwas den Überblick verloren und mich, um sich nicht wirklich entscheiden zu müssen, hinter einen anderen Wagen gewunken. So stand ich in der zweiten Reihe, rechnete mir aber trotzdem gute Chancen aus, schnellstens wieder von der Fähre zu kommen. Kein LKW hatte es sich vor mir bequem gemacht. Flugs stieg ich aus, um mir schnell eine Bockwurst zu holen. Diese Fähre fuhr nur höchstens ein kleines Viertelstündchen und so musste ich mich beeilen. „Man nich so forsch, junge Frau! Bleim se bitte beim Wagen, bis ich abkassiert hab, okay?“ Tja, so kann das gehen. In aller Ruhe wies er einem Auto nach dem anderen seinen Warteplatz zu. Dann fing er an zu kassieren, natürlich hinten. Das hatte er bestimmt mit Absicht getan, um mich zu ärgern. Natürlich hatte er das nicht. Als er die letzten Autos eingewiesen hatte, war er ja sowieso schon hinten gewesen. Warum sollte er also vorn anfangen? So stand ich in der frischen Brise also neben meinem schönen Auto und ließ die Flussschaft an mir vorüber ziehen. Dann endlich, wir waren schon auf der Hälfte der Strecke, kam er auch zu mir. „Ach, son großen Schein ham se? Da muss ich ers ma wechseln gehn.“ Schon war er im Imbiss ver-schwunden und schon war er auch schon wieder da. „Hia is ia Wechselgeld.“ Ich gab ihm etwas Trinkgeld und er freute sich erst und bedankte sich dann. Ich ließ ihn stehen und rannte zum Imbiss. „Zwei Bockwürste bitte.“ Die Bockwürste wurden über den kleinen Tresen geschoben. „Und noch eine Dose Cola bitte.“ Die Dose folgte den Bockwürsten. „Macht acht Euro.“ Mein lieber Schwan, dachte ich so bei mir, die nehmen das auch vom Lebendigen. Ich gab der netten Verkäuferin einen Zehner und sagte „stimmt so.“ Sie freute und bedankte sich und ich musste auch diese nette Frau stehen lassen, da die Fähre bereits anlegte. Schnell sprang ich ins Auto und startete den Motor. Schon hatte ich den Wählhebel auf „D“ geschoben und schon rollten wir von der Fähre. Die Würste und die Cola hatte ich im Fußraum der Beifahrerseite verstaut, da ich mir vorgenommen hatte, auf dem gleich hinter dem Anleger gelegenen Parkplatz zu halten, um alles genüsslich verzehren zu können. So fuhr ich vorsichtig von der Fähre und den kleinen Abhang hinauf. Alles super. Plötzlich bremste der Wagen vor mir abrupt ab. Mir blieb, um einen Auffahrunfall zu vermeiden, nichts anderes übrig, als ebenfalls abrupt ab-zubremsen. Das hatte zur Folge, dass mir die Würste von den Papptellern rollten und die Coladose durch den Senf, um ihn großflächig auf meiner schönen Fußmatte zu verteilen. Ihr wisst doch bestimmt wie das aussieht, wenn frau eine Malerrolle in die Farbe tunkt und damit großflächig eine Wand verschönert. Ja, so sah das auch aus. Allerdings handelte es sich in diesem Fall nicht um Farbe und was noch schlimmer war nicht um eine zu verschönernde Wand. Was sollte ich tun? Die Kolonne fuhr wieder an und ich natürlich auch. Ich konnte ja schlecht mitten in der Autoschlange anhalten, um meine kranke Fußmatte zu kurieren, die offensichtlich an akuter Gelbsucht litt. Endlich hatte ich die Auffahrt zum Parkplatz erreicht. Ich setzte schon den Blinker, als ich mit Schaudern erblicken musste, dass da mitten in der heiligen Ein-fahrt ein großes rundes Schild stand. Was für ein Schild? Na, so eins, was in der Mitte weiß und außen drum rum rot ist. Diese Dinger wollen einem mitteilen, dass die Durchfahrt verboten ist. Scheiße, was nun? Mir blieb also nix anderes übrig, als mit dem Strom der Autos weiter zu schwimmen. Die Schlange wurde schneller und ich beschleunigte. Ich konnte noch so vorsichtig Gas geben, die Coladose setzte unbeirrt ihr schändliches Tun fort. Wie an einer zu verschönernden Wand, rollte sie nicht mehr nur auf und ab, sondern jetzt auch kreuz und quer. Wieder wurde gebremst. Ein Bauer hatte sich mit seinem lahmen Trecker knallhart vorgedrängelt und schon rollte meine allerliebste Dose wieder in eine andere Richtung. Dieses olle Ding fing richtig zu frohlocken an und schien sehr stolz auf ihre Tätigkeit zu sein. Immer wieder sah ich, dass sie mir stolze rote Blicke zuwarf. Jetzt konnten wir endlich überholen und beim Ausscheren und Einscheren, wechselte die Dose erneut ihre Richtung. Ach, was war das gute Ding doch emsig bei der Sache. Dann nahte ein kleiner Gasthof und der hatte einen noch kleineren Park-platz vor der Tür. Ich setzte den Blinker und fuhr auf das kleine Areal. Schon hatte ich den Wählhebel auf „P“ geschoben und schon war ich aus dem Auto und noch schoner auf der anderen Seite und am allerschonsten hatte ich die Beifahrertür offen. Ein Bild des Grauens bot sich mir. Eine mittlerweile gelbe Coladose hatte ganze Arbeit geleistet. Erst jetzt stellte ich fest, dass nicht nur die Farbe, nein, der Senf systematisch und überall verteilt worden war, nein auch die Würste hatte es wer weiß wohin verschlagen. Die waren so unscheinbar gewesen, dass ich diese dünnen langen Dinger beim Fahren völlig aus den Augen verloren hatte. Ein paar Mal muss wohl die ehemals knallrote Dose auch sie überrollt haben. Na, jedenfalls, wie schon zuvor angedeutet, bot sich ein Bild des Grauens. Mir fiel blitzartig ein, dass ich noch eine leere Plastiktüte im Kofferraum hatte. Sofort war ich hinter dem Wagen und holte mir das gute Stück. Essen wollte ich diese verdreckte Schweinerei nun wirklich nicht mehr und so nahm ich eine Wurstpappe zur Hand, knickte die ein und versuchte da-mit die glitschigen Würstchen in die Tüte zu transportieren. Immer wieder entglitten mir diese schleimigen Dinger und eines rollte doch sogar, und dass ohne um meine Erlaubnis zu bitten, unter den Sitz. Ich versuchte von außen den Sitz zurück zu schieben. Das ging aber nicht, da die elektrische Sitzverstellung nur bei Belastung funktioniert. Also blieb mir nichts anderes übrig, als einzusteigen, meine Füße hoch zu halten und den Sitz zurück zu fahren. Als ich aufsah, stand ein älterer Mann neben dem Auto und linste mir ohne Scheu unter meinen hoch gerutschten Rock. „Na das sind ja schöne Aussichten. Dass ich so was noch erleben darf.“ Blitzschnell schloss ich meine Beine. Leider verlor ich ein wenig das Gleichgewicht. Ihr meint, dass das, wenn frau im Auto sitzt, nicht weiter schlimm ist? Natürlich ist das nicht lebensgefährlich, aber ich konnte nicht umhin, wenn ich meine Blöße schützen wollte, zumindest einen Fuß auf die Fußmatte zu stellen. Schon in Bruchteilen von Sekunden hatte der untere Teil meines Pumps eine senffarbene Farbe angenommen. Schon hatte ich mich wieder im Griff und stieg wieder aus. „Sie wissen, dass das hier Privatgelände ist und sie hier nur parken dürfen, wenn sie das Gasthaus aufsuchen wollen.“ „Guter Mann, allein für den Blick unter meinen Rock könnte ich sie bis an ihr Lebensende in den Knast bringen und obendrein habe ich hier eine bodenlose Schweinerei im Auto und noch obendreiner bleibt mir gar nix anderes übrig, als ihr Gasthaus zu betreten, da ich sonst auf der Stelle vor Hunger in die Hölle komme, klar?“ Der Mann, auf solch heftigste Verbalattacke nicht im Geringsten vorbereitet, trat vor Schreck einen Schritt zurück. Ich bückte mich, um dem furchtlosen Treiben der Dose und der Würste nun endlich und für alle Zeiten ein Ende zu setzen. Jetzt erst bemerkte ich, dass mir der Mann ohne den geringsten Anteil von Reue geradewegs unter den Rock stierte. Ich schwankte zwischen grandioser Ohrfeige und Ignoranz und entschied mich dann für die zweite Lösung, sonst wäre ich hier wohl nie fertig geworden. So wechselte ich in die Hockstellung und schon war dem Lustmolch der Blick versperrt. Hahaha, hatte ich es dem aber gezeigt, nä? Mit Hilfe der allergrößten Gnade der Göttin, hatte ich es nun geschafft eines der blöden Würstchen mit der Pappe zu schnappen. Es hatte sich aber auch lange genug geziert und war mir immer wieder durch die Lappen oder besser durch die Pappe gegangen. Jetzt war sein Weg unausweichlich und schon war es in der Plastiktüte verschwunden. Es zappelte zwar noch eine kleine Weile da unten herum, hatte aber keine Möglichkeit mehr zu entkommen. Nach etwa drei bis vier Stunden hatte ich auch die zweite Wurst verstaut. Allerdings ließ sich die blöde Coladose nicht so leicht überrumpeln. Immer wieder flutschte sie davon, um dadurch auch den letzten noch senffreien Flecken der Fußmatte zu beschmieren. Beherzt griff ich nun mit der bloßen Hand zu. Diesmal entkam sie mir nicht und schon zappelte auch sie im Netz, äh, in der Tüte. Leider hatte ich es versäumt, mir ein Papiertaschentuch aus der Handtasche zu holen und so musste ich es mit der linken Hand probieren, da, wie gerade eben schon beschrieben, die rechte voller Senf war. Also mit der linken Hand die hintere Tür auf der Fahrerseite geöffnet, mit der linken Hand die Handtasche aus dem Fußraum geholt, die war nämlich bei der ganzen Bremserei da hin gefallen, die Tasche öffnen, wühlen, wühlen, wühlen, das ist bei Damenhandtaschen ja normal, Taschentuch finden und Hände abwischen. Ach, war das schön. Es wurde auch höchste Zeit, da der Senf schon anfing zu brennen. Und brennender Senf auf der Haut, das könnt ihr euch ja wohl denken, ist nicht gut. Der Stierer hatte sämtliche meiner Aktionen mit Argusaugen verfolgt. Aber ich hatte ihm ein wirklich riesengroßes Schnippchen geschlagen. Ich hatte natürlich die ganze Zeit akribisch darauf geachtet, dass ich immer brav, wie sich das für ein keusches Mädchen (haha) gehört, in die Hocke ging und jedwede Bückstellung unterließ. Ich stieg wieder ein, warf dem Stierer noch eine Kusshand zu und brauste davon. Ich wäre gern eingekehrt, konnte mich aber der Ahnung nicht erwehren, dass der Stierer mir hätte Gesellschaft leisten wollen und darauf hatte ich nun überhaupt und gar keine Lust. Ein paar hundert Meter weiter hielt ich bei einem Griechen an und ließ mir eine große Portion Gyros mit Zaziki schmecken. Die junge Wirtin war ein Augenschmaus und so verließ ich wohl gestärkt an Körper und Geist die Gaststätte. Auf meinem weiteren Weg hielt ich an einer Tankstelle an, die auch eine Waschanlage beherbergte. Das war ein echter Glückstreffer. Ich tankte und fuhr mein allerschönstes Auto in diese Waschanlage. Ehe ich den Chip einwarf, holte ich die senfigste aller Senfmatten aus dem Auto und reinigte diese mit dem Hochdruckreiniger, während mein allerschönstes Auto gewaschen wurde. Die senfigste aller Senfmatten sträubte sich zwar immer wieder und wollte vor dem harten Wasserstrahl davon laufen, hatte aber zum guten Schluss keine richtige Chance und konnte sich ihrer Reinigung nicht entziehen. Das Senfaroma durfte ich noch ein paar Tage genießen. Dann verflüchtigte es sich aber doch und klare reine Luft zirkulierte wieder in meinem allerschönsten Auto. Am Abend auf der Rücktour hatte ich es überhaupt nicht eilig. Trotzdem musste ich an der Fähre keine Sekunde warten und kaum war ich aufgefahren, legten wir auch schon ab. Der Kassierer nahm mir sofort mein Geld weg und schon konnte ich in aller Ruhe im Imbiss so zwei bis sieben Würstchen vertilgen, ohne in Stress zu geraten. Die Verkäuferin war so von mir angetan, dass sie meinte, ich solle doch noch ein paar Mal hin- und herfahren, um noch die achtzehnte oder siebenunddreißigste Wurst zu essen. Ich lehnte, trotz der Schmackhaftigkeit dieser Speise, dankend ab. Immer wenn es am schönsten ist, soll frau aufhören, nä?


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