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Reiseberichte
Buch Leseprobe Yukon River, Jean Ufniarz
Jean Ufniarz

Yukon River


1500 Kilometer auf Nordamerikas wohl legendär

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Dann passiert es, die Strömung reißt Shin auf die andere Seite einer Insel, während es mich in Untiefen zieht, bis ich sprichwörtlich im Regen stehe. Nach 400 Metern treideln des Kajaks, bin′s ja schon langsam gewöhnt, spüre ich die Füße nicht mehr. Mit zwei Eisklumpen im Boot geht es zum anderen Ende der Insel, wo ich eigentlich auf Shin treffen müsste. Jedoch nichts. Nach einer Stunde warten und absuchen der Insel schieße ich ein weißes Rescuelight (rot gilt allgemein als Signal, wenn Hilfe benötigt wird, grün als Entwarnung und weiß bedeutet Kontaktaufnahme) und versuche, durch Rufen (ziemlich unsinnig wegen dem Wind und den Wellen) Kontakt aufzunehmen. Nichts! Vielleicht hat er mich ja, während ich am Treideln war, eingeholt und ist weitergezogen? Vielleicht aber auch nicht, und würde er das überhaupt tun?


Hier kann ich nichts weiter machen, also entscheide ich mich, schnellstmöglich nach Beaver zu paddeln, dem nächsten Dorf, welches wir gemeinsam besuchen wollten. Trifft er dort nicht ein, oder treffe ich ihn auf dem Weg dahin nicht, ist ein SAR (Search and Rescue) Einsatz zu starten. Aber ich bin trotzdem nicht alleine. Shin ist zwar verschwunden, aber Murphy ist wieder da. Der Wind nimmt weiter zu, Wellen ohne Ende. Ich befinde mich mittig des Flusses, um die kürzeste und sicherste Linie fahren zu können. Es geht rauf und runter wie auf dem Jahrmarkt, nur macht es jetzt keinen Spaß mehr. Die Lage hat sich drastisch geändert. Bug unter und Wasser rein, bloß nicht aufhören zu paddeln, sonst geht die Stabilität der Geschwindigkeit verloren! Nun geht es mir wie Shin gestern - almost submarine. Aber Murphys Law schlägt natürlich, wie es in so einer Situation immer passiert, gnadenlos zu. Das Doppelpaddel bricht mittig (wirklich der schlechteste Zeitpunkt dafür). Ich denk, ich bin im falschen Film! Im Kanustil versuche ich fluchend über 40 Minuten, gute 200 Meter Wasserweg an eine Insel hinter mich zu bringen. Während jede Welle nichts anderes zum Ziel hat, als mich zum Kentern zu bringen.


Ich gelange jedoch nur bis an eine Gravelbar (Kiesfeld), sichere das Kajak und ziehe schnell unter eine Plane. Es scheint ich bin beim Paragliding. Es zieht mich fast über die gesamte Insel. Stop, Auszeit, Pause für den Kopf, Wärme für den ausgekühlten Körper. Nachdem endlich ein Feuer brennt, gibt es erst einmal bestimmt ein Kilogramm, ihr wisst schon, Nudeln. Danach aber sieht die Welt schon wieder anders aus. Partner verloren, Paddel gebrochen, alles nass und keine Ahnung wo ich genau bin, aber es ist etwas wärmer durchs Essen.


Problemwürdigung und Prioritäten setzen. Es gibt jetzt nur eines, was wichtig ist, „Fahrbereitschaft“ herstellen und nach Beaver, denn Shin ist abkömmlich. Vielleicht sitzt er ja auch irgendwo und denkt genauso, das wäre gut, vielleicht aber auch nicht! Das weiß keiner! So brenne ich die Verbindungshülse des


Paddels aus und ruiniere mir beim Anpassen des Gegenstückes (keine Maßarbeit, aber passt) mein Jagdmesser. Das Paddel ist jetzt fast zehn Zentimeter kürzer und biegt sich unter Belastung ganz schön durch, was für mich weniger Kraft auf dem Blatt bedeutet. Na ja, Hauptsache es funktioniert. Wobei ich aber schon auf den Test gespannt bin.


Eigentlich ist es Schwachsinn, jetzt weiter zu ziehen, aber es muss sein. In derartigen Situationen darf eines nie versagen – die Psyche. Selbst wenn einige Zeit gebraucht wird, um den Kopf wieder freizubekommen, er muss arbeiten. Logisch, analytisch alles verarbeiten und schnell entscheiden. Bevor ich mich jedoch wieder den Wellen aussetze, ziehe ich das Kajak ein paar hundert Meter am Rande des Kiesfeldes durch das


Wasser. Dabei komm ich auch noch schneller vorwärts als beim Paddeln.


Eine geschlagene Stunde später fällt mir am Ufer ein blaues Fleckchen ins Auge. Beim näherpaddeln entpuppt es sich als grünes Tarp mit einem Feuer, und da, man höre und staune, steht ein pitschnasser Japaner mit Namen Shin und flucht auf Teufel komm raus. Da fällt einem ein Stein vom Herzen.


Obwohl man sich kaum kennt. Eine Reisegemeinschaft bedeutet in Extremsituationen nichts anderes, als – einer für alle und alle für einen!!!


 


 


War sein Tag besser als meiner? Das überlasse ich eurer Fantasie!


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