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Reiseberichte
Buch Leseprobe Yukon River, Ufniarz Jean
Ufniarz Jean

Yukon River


1500 Kilometer auf Nordamerikas wohl .....

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01. Vorbereitung Ein neuer Funke, sich einbrennend, einbrennend in den Zunder - Gehirn, einfressend, einfressend und antreibend, auslösend, auslösend im Abenteuer zu schwelgen, zu Träumen. Zu Träumen, und verursachend, verursachend für Veränderung! Jean Ufniarz Es bohrt, drückt und drängelt im Gehirn. Immer wieder wird Neues gesucht und der Drang zum Sprung in die Welt verstärkt sich. Es ist wieder soweit, aber nach den Erlebnissen im Jahr 2001 musste diesesmal etwas anderes herhalten. Doch, was? Nach reiflichem Überlegen entschloss ich mich zu etwas schonenderem als dem Laufen, und endete wieder bei der schon damals entstandenen Idee mit dem Yukon River! Auf der Suche nach etwas schwimmendem wurde ich sodann auch im „Sperrmüll“ fündig. Das Billigste war gerade gut genug und forderte schnellstmöglich nach Begutachtung. Laut Schilderung des Verkäufers handelte es sich um ein altes Faltboot der Art “Lauser“, einem Sport – Wanderkajak der Firma Germania, in gutem Zustand. - Was auch immer dies bedeuten mag. - Nichtsdestotrotz wurden die technischen Daten im Internet aufgetrieben, und mit einer Länge von 4,50 Meter, einer Breite von 70 Zentimeter, einer Seitenhöhe von 23 Zentimeter, sowie einer Zuladung von guten 200 Kilogramm, erschien es mir auch als ein brauchbares Gefährt. Wobei die Sitzluke mit ihrer Länge von 1,25 Meter auch kein großes Problem für mein Fahrgestell sein sollte. Zusammengefaltet in einer Stabtasche von 1,35 Meter und einem Gewicht von 18,5 Kilogramm ist dies auch noch angemessen. Und mit seiner schnittigen Bootsform sollte es auch bei Wellengang sicher und stabil im Wasser liegen, wobei die Höhe über dem Kiel viel Stauraum, dafür leider auch Windanfälligkeit verspricht. Faltboote besitzen den Vorteil der Flexibilität. Man kann sie „einfach“ mitführen und bei Bedarf aufbauen. Festboote dagegen sind beim Transport ziemlich umständlich und kostenaufwendig, auch wenn sie meist eine höhere Stabilität aufweisen. Jedoch Flexibilität muss ja kein Minuspunkt sein! In Ermangelung eines fahrbaren Untersatzes wurde zum kurzfristig angesetzten Besichtigungstermin umgehend ein Fahrservice verdonnert (Danke Dobi). Und in einer Nacht - und - Nebel - Aktion das schon etwas schwach auf der Brust anmutende Faltkajak für 300 DM aus dem Schwabenland in den Rhein Neckar Bereich (manche sagen, hier gäbe es sogar eine Grenze) importiert. Da war es, 20 Jahre alt, mit einigen Gebrauchsspuren, aber als Projekt der Arbeit würdig. Der erste Aufbau zog sich, obwohl schon beim Vorbesitzer alles einmal getestet wurde, etwas länger hinaus und so wurden die Teile vorerst zur Sicherheit durchnummeriert. Im Folgenden riefen mich Schmirgelpapier, Holz - Gummileim, Eichenspanten, Bohrer, Messinghülsen sowie Schräubchen und viel Bootslack zur Arbeit. Versehen mit einem Gepäcknetz auf dem Heck, sowie im vorderen Lukenbereich links und rechts, Innentaschen für das Reparaturkit und die Spritzschürze (aus einem alten Poncho zurechtgeschnitten, vernäht und verklebt) und natürlich zu guterletzt der „Wilson Flagge“ wurde die Reaktivierung abgeschlossen. Endlich konnte man sich auch in meinem „Kellerloch“ wieder einigermaßen bewegen. Von der anderen Seite gesehen, wäre ein Rettungsfloß zur Verfügung gestanden, wenn mich wieder einmal ein Wasserrohrbruch in meiner "Zelle" bedroht. Nachdem das blaue Baumwolloberdeck noch imprägniert war, stand auch der Jungfernfahrt und dem eigentlichen Test nichts mehr im Wege. Ist eine Rolle möglich? Komme ich im fließenden Wasser wieder ins Boot ohne Grund zu haben? Wie stabil liegt es im Wasser? Schwerpunkt?? Habe ich genug Platz im Boot?????? Und ich sag euch, als Belustigung vieler Spaziergänger in Mannheim am Rheinauer See und in den Rheinarmen, ging es für mich als Nichtpaddler im März 2002 im 7 - Millimeter Neopren zum Test. Und es war 3 Zentimeter kalt! Tatsächlich, es schwamm und die angegebenen 200 Kilogramm Zuladung bei einem Eigengewicht von 18,5 Kilogramm stimmten auch. Mit einem Segel wäre das ganze eindeutig kraftsparender ausgefallen, jedoch bei meinen eigentlich nicht vorhandenen Kajakkenntnissen gleich mit dem Segeln anzufangen, hätte im Endeffekt wohl Schwimmen bedeutet. War der Zerstörer jedoch mit einer derartigen Beladung in Fahrt, konnte ihn nichts stoppen. Ich sah mich im Geiste schon im Yukon River absaufen, weil mich die Strömung über seichtes Wasser zieht und es mir den Boden aufreißt! Trotzdem fand sich sogar noch ein Freiwilliger, welcher der Tour einige Tage beiwohnen wollte. Chris, der Konstrukteur des Gepäckwagens einer früheren Tour (Burned – In 72 Tagen von Dawson Creek nach Fairbanks / AK), welcher sich mit mir in Whitehorse treffen wollte. Somit gab es nur noch eines zu tun: Es folgte die feierliche Namensgebung des "Kampfschiffes"! „Sunshine“ war geboren! Wobei mit Nahendem Aufbruch auch der Expeditionsdrang und die freudige Erwartung stieg, während das Chaos der Planung glücklicherweise wieder einmal langsam verebbte. Gerade in der Planungsphase ist man bestrebt immer an alles denken zu wollen. Tipp: Das funktioniert nie! Ihr könnt es versuchen, aber über dem ganzen stehen zu wollen ist Utopie. Überlasst aber nie jemand anderem die Planung eurer Tour. Hängt euch immer selber rein, beziehungsweise arbeitet alle Punkte mit eurem Reisepartner oder Team gemeinsam aus, sonst erlebt man vielleicht böse Überraschungen! Jedes Teammitglied muss vor Beginn der Tour über alle Punkte informiert sein! Und endlich war es soweit. Mittels freiwillig ernanntem „Privat Chauffeur“ ging’s eigentlich weniger pünktlich, dafür aber umso schneller gen Frankfurt. Hier wurden die zwei Riesenpakete an Boot und Ausrüstung verladen, während ich dank meines Fahrers der wohl der Meinung war meinen Hüftringen etwas gutes tun zu müssen mit vier Kilogramm Keksen in einer Pappschachtel meinem Flieger entgegenstrebte.

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