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Der Lama und sein Schüler
Vor langer Zeit lebte in einem großen Kloster ein Lama, der so geizig und raffsüchtig war, dass ihn darin keiner Reise übertraf. Da der Lama aber dennoch schriftkundig war, hatten sich drei Schüler um ihn geschart, die er unterrichtete. Die Schüler wohnten im Kloster und aßen bei den Mönchen.Der Lama, ein wohlgenährter Mann, bekam von den Gläubigen immer wieder gute Speisen und Leckerbissen, die er aber ganz allein zu verspeisen geruhte. Die Schüler, die oft daneben standen, bekamen von ihm nichts ab, er aß alles allein auf.Eines Tages sagte der wagemutigste der drei Schüler zu seinen Freunden: „Passt auf, wir spielen dem alten Geizkragen einen Streich! Wenn der Lama nämlich etwas Fleisch geschenkt bekommt, dann muss ich ihm immer die Fleischklöße sieden. Wetten, dass er mich bald zum Essen einlädt, spätestens dann, wenn ich ihm seine Fleischklöße bringen muss.“Die anderen wollten dies nicht für möglich halten und gingen mit ihrem Mitschüler eine Wette ein. Nicht lange danach kam der Lama mit einem ordentlichen Stück Fleisch nach Hause und der Schüler wurde von dem Lama angewiesen, für ihn die Fleischklöße zuzubereiten. Der Schüler nahm die besten Zutaten und bald schwammen neun duftende Fleischklöße im Topf.Als er mit der Mahlzeit bei dem Lama in der Zelle erschien, versteckten sich die beiden anderen hinter der Tür um zu lauschen. Während nun der Schüler dem Lama auftrug, begann er nebenbei zu erzählen: „Denkt Euch nur, Meister, was gestern mein Vater bei seiner Arbeit für ein Glück hatte! Beim Graben mit der Harke fand er nämlich einen länglichen, gelben, schweren, stark verschmutzten Gegenstand. Er kam nach Hause damit, wusch ihn ab: reines Gold! Da war Buddhas Hand selbst im Spiel, meint Ihr nicht auch, verehrter Meister?“Der Lama hielt mit dem Essen inne und bot seinem Schüler einen Kloß an: „Und was hat dein Vater mit dem Gold gemacht?“ fragte der Lama.Der Vater sagte zu mir: „Bring mir ein Beil! Wir hacken die Hälfte von diesem Barren ab und die bringst du deinem Meister!“Der Lama langt aus der Schale einen neuen Fleischkloß und schob ihn dem Schüler zu. „Und was geschah dann?“ Der Schüler kaute noch an dem Kloß und antwortete mit vollem Mund. Dann sagte meine Mutter: „Kauf ein schönes Stück Tuch zum Einwickeln dafür. Einem Lama bringt man nur etwas, das auch eingewickelt ist.“Da langt der Lama schnell einen dritten Kloß dem Schüler hinüber und sagte atemlos in großer Erwartung: „Ja, und dann, wo gingst du hin?“„Verehrter Meister, ich kaufte eine Tasche, um das Gold im Tuch auch schleppen zu können!“
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Ein Krug voller Ameisen
Es war einmal ein armer Mann, der lebte mit seiner Frau in einer kleinen Hütte. Die beiden waren sehr fleißig und so brauchten sie trotz ihrer Armut nicht zu hungern. Oft ging der Mann in die nahen Berge, um Holz zu suchen, Beeren zu pflücken und Heilkräuter aufzuspüren.Eines Abends ging er sehr früh schlafen, zog die Decke über sich und sagte zu seiner Frau: „Ich will morgen sehr früh aufstehen, denn ich will morgen gleich nach Sonnenaufgang in die Berge gehen.“ Und bedeutungsvoll fügte er hinzu: „Höre, Frau, am Fuß des Berges mit den vielen Kiefern steht ein hoher Baum - und unter diesem Baum ist eine Kanne voller Silber versteckt. Diese Kanne will ich morgen ausgraben, wenn noch niemand um die Wege ist.“Als er dieses sagte, hatte es eben zu regnen aufgehört, es war ganz still geworden überall, so dass man nur aus der Ferne einen Frosch quaken hörte.„Und wie findest du die Stelle, an der du graben musst?“ fragte erstaunt und neugierig die Frau. „Dies ist ganz leicht“, sagte der Mann, „man braucht nur den großen Stein dort wegzurollen und an dieser Stelle dann nach zu graben.“Da der Abend ruhig und alles ringsum ganz still war, hatte der Nachbar in seiner Hütte alles mit angehört. Schnell holte er einen Spaten, schlich sich leise aus seiner Hütte und hastete im Mondenschein den Bergen zu. Nach mehreren Stunden fand er tatsächlich die hohe Kiefer, unter der ein großer Stein lag. Vorsichtig rollte er den Stein beiseite, grub an der Stelle nach und fand alsbald einen bauchigen schweren Krug in der Erde. Erwartungsvoll hob er ihn aus dem Loch, griff hinein und - schrie auf. In diesem Krug befanden sich keine Silberstücke, sondern viele, viele Ameisen, von denen einige ihn sogleich in die Hand gezwickt hatten.In seinem Ärger und Zorn über die vergebliche Mühe nahm er den Krug auf die Schulter, lief nach Hause und kletterte dort voller Ingrimm auf das Dach seines Nachbarn. Als er oben auf dem First saß, löste er einige Ziegel vom Dach und spähte hinunter in die Schlafkammer. Ganz deutlich konnte er den Nachbarn auf seinem Bett liegen sehen.
In seinem Zorn rief er hinunter zu dem Schlafenden: „Die Sache mit dem Krug und dem Silber ist Erstunken und erlogen! Hier, du kannst Ameisen essen!“
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Einfühlsame Fotografien entführen den Leser in eine fremde Welt. Noch heute, so scheint es, leben die Helden und Jungfrauen der Märchen in den kleinen Dörfern, in den einsamen Gompas zwischen schneebedeckten Bergriesen, zwischen Wüsten und Stürmen und der Wind trägt die Wünsche der Gebetsfahnen bis an die Hänge des heiligen Kailash.
Ein Buch für Freunde von Märchen und für Liebhaber des etwas anderen Blickwinkels auf Menschen einer Landschaft.
"Die Muscheljungfrau" wurde erstmals zur Leipziger Buchmesse 2006 vorgestellt.
Auslieferung nach Bestelleingang, nur sehr kleine begrenzte Stückzahl
Dieses Buch gibt es exklusiv nur bei LuuBooks!
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