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Reiseberichte
Buch Leseprobe Das Dali-Land, Christine Lawens
Christine Lawens

Das Dali-Land


Ampurdán

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Seit fünf Minuten versuche ich, bewegungslos da zu sitzen. Nun hab ich es geschafft: Die kleine Eidechse kommt erneut aus ihrer Mauerritze hervor, huscht auf den Felsvorsprung und bleibt mit hochgestrecktem Kopf, neben meiner Hand in der Sonne hocken.
Ruhig ist es hier oben, still und einsam, wenn keine Touristen da sind.
»Geh dort um die Ecke zu einem Fensterbogen und dann hast du einen Blick, der dir gefallen wird. Setz dich hin und tu nichts. Dann siehst und spürst du das Ampurdán«, sagt Raúl mein Begleiter und lässt mich allein. Das Ampurdán ist ein 30 km breite spanische Küstenlandschaft zwischen den östlichen Pyrenäen und den nördlichen katalanischen Küstenketten.
Ich wollte alles sehen und diesen Landstrich spüren. Doch so abwechslungsreich dieser Abschnitt Spaniens auch ist - richtig erfahren und erleben kann man ihn nur mit Ruhe und Geduld. Der starke Duft, der mich hier oben in den Bergen umweht, kommt von den wilden Kräutern. Hinter dem Kloster steigen die Felsen schroff in die Höhe, bedeckt mit Heidekraut, Ginster und krüppeligen Pinienbäumen. Beschwerlich muss der Weg früher hierher gewesen sein. Heute hat mir Raúl erzählt, parken die Touristen wenige Meter vor dem Eingang.
Dieses mächtige Benediktinerkloster trägt zweifellos zum Teil die Schuld an der radikalen Abholzung der Bergwälder, wodurch diese einst so blühende Landschaft in ödes, unfruchtbares Felsenland verwandelt hat. Im 18. Jahrhundert verließen die Mönche, denen das Leben in den einsamen Höhen zu eintönig und entbehrungsreich geworden war, das Kloster. Die Dorfbewohner plünderten das herrliche Besitztum völlig aus und trugen Steine ins Tal, um ihre eigenen Häuser damit zu bauen.
San Pedro de Roda war in früherer Zeit gegründet worden, dass es bereits in den Dokumenten aus dem Jahre 943 als sehr alt bezeichnet wird und zu den romanischen Bauwerken der Costa Brava gehört. Sant Pere thront auf rund 500 Meter Höhe über Port de la Selva und lohnt den Weg schon allein aufgrund der fantastischen Aussicht.
Seine herrschende Lage verdankt das Kloster den Piraten, die im Mittelalter die mediterranen Küsten unsicher machten.


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