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Buch Leseprobe Spielplatz der Spione, Peter Rieprich
Peter Rieprich

Spielplatz der Spione


Berliner Geschichte und Geschichten

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Freund und Feind hören mit

Zu allen Zeiten waren Staaten erpicht, die Kommunikation feindlicher oder auch befreundeter Staaten zu belauschen, um so die Pläne und Absichten dieser zu erfahren. Wurden in früheren Zeiten Briefe geöffnet und Kuriere abgefangen, so richteten sich die Begehrlichkeiten mit Aufkommen der Telefonie und später des drahtlosen Funks darauf, auch diese Kommunikationswege abzuhören.

Einen beeindruckenden Erfolg hatte hierbei die Funkaufklärung der deutschen Armee zu Beginn des Ersten Weltkrieges zu verzeichnen, die nicht unwesentlich zum deutschen Sieg in der Schlacht von Tannenberg beigetragen haben soll. Allerdings war dieser Erfolg nicht unbedingt der Findigkeit der deutschen Abhörer zu verdanken, sondern im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die russische Seite den Großteil ihres Funkverkehrs unverschlüsselt abwickelte. Natürlich begannen daraufhin die Armeen aller Kriegsparteien und auch neutrale Länder ihre Kommunikation zu verschlüsseln, was aber damals noch mühsame Handarbeit mit Codebüchern und Schlüsseltabellen bedeutete.

Diesen Aufwand gedachte der Berliner Elektroingenieur Arthur Scherbius zu reduzieren. Er reichte im Jahr 1918 ein Patent für eine Verschlüsselungsmaschine nach dem Rotorprinzip ein und gründete 1923 die Chiffriermaschinen-Aktiengesellschaft mit Sitz in der Steglitzer Straße 2 (heute Pohlstraße). Da Arthur Scherbius 1929 nach einem Unfall verstarb, hat er den großen Erfolg seiner Erfindung nicht mehr erlebt, und er hat sich sicherlich auch nicht vorstellen können, dass mehr als 70 Jahre nach seiner Erfindung ein britischer Autor einen Weltbestseller über seine Maschine schreiben würde und ein erfolgreicher Hollywood-Film darüber gedreht werden sollte. Diese Verschlüsselungsmaschine erhielt den Namen Enigma (griechisch: Rätsel) und war ursprünglich für zivile Fernmeldezwecke konstruiert und auf Fachmessen angeboten worden. In den 1930er Jahren wurden militärische Stellen auf das Gerät aufmerksam, es wurde mehrfach modifiziert, verbessert und bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges sollen in der Deutschen Wehrmacht, bei Nachrichtendiensten und zivilen Stellen mehr als 30.000 Enigma-Geräte im Einsatz gewesen sein. Hergestellt wurden sie in Erfurt, München und Bremen sowie von den beiden Berliner Firmen Heimsoeth & Riecke in der Uhlandstraße 136 in Wilmersdorf und Konski & Krüger in der Chausseestraße 117. Da an den alten Produktionsorten nichts mehr auf die geheimnisumwitterten Maschinen hindeutet, bleibt nur der Weg ins Museum, um sich ein plastisches Bild von der Enigma zu machen. Glücklicherweise hat das Berliner Museum für Kommunikation ein Exemplar in seiner ständigen Ausstellung. Das Gerät in einem Schaukasten wirkt recht unscheinbar, ein klobiger Kasten mit einer Vielzahl von Steckbuchsen an der Frontseite und einer, heute antiquiert anmutenden, Tastatur oben. Man mag kaum glauben, dass dieses Gerät während des Zweiten Weltkriegs für Militär und Geheimdienste solch eine entscheidende Bedeutung hatte. Deutsche Militärs und Geheimdienstler hielten die Verschlüsselung mit der Enigma für abhörsicher. Allerdings gelang es dem britischen Geheimdienst mittels erbeuteter Codebücher, der seinerzeit modernsten Technik, und nahezu 6 000 hochqualifizierter Spezialisten, einen Großteil der mit Hilfe der Enigma verschlüsselten Funksprüche »zu knacken«.


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