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Friesenhagen Der Hexenwahn im Wildenburger Land


von Uwe Knepper

regionale_buecher
Ausstattung:
40 vollfarbige Seiten, über 40 Bilder aus dem Wildenburger Land, Rückend
Preis:
12.95 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
-kein Verlag-
Kontakt zum Autor oder Verlag:
friesenhagener-geschichte [at] web.de
Leseprobe

Viele Menschen haben schon einmal von Hexenverbrennungen oder Hexenwahn gehört. Einige vielleicht sogar im Zusammenhang mit der Gemeinde FRIESENHAGEN im Wildenburger Land. Dort wurden zwischen den Jahren 1590 und 1652 über 200 Männer und Frauen aus dem Herrschaftsbereich Wildenburg aufgrund von Verleumdung und Denunzierung als Hexen oder Zauberer verbrannt.An der Stelle, wo einst unschuldige Menschen ihr Leben lassen mussten, steht heute eine Kapelle, die der Heiligen Anna geweiht ist. Im Volksmund nennt man sie auch ROTE KAPELLE. Die rote Farbe soll als Mahnung an das viele Blut, dass dort vergossen wurde, erinnern.Natürlich ist man sich in Friesenhagen auch heute noch seiner Geschichte bewusst. Aber die Geschehnisse, die schon so viele Jahre zurückliegen, kann kaum jemand mehr im Detail beschreiben. Über 200 Jahre sind seit der letzten Hinrichtung vergangen und Hexen findet man nur noch im Märchen. Wer von uns kennt heute noch seine Ur-Ahnen aus tiefster Vergangenheit? Peter Schmidt, Lieschen Koch, Theis vom Hammer, Peter Quast, Johann Klein von Stade, Johann Solbach, Heiman Kemper, Theis Busenhagen oder Arnold Kremer genannt Pfalzgraf zu Kappenstein.Namen, die auch heute noch in Friesenhagen vertraut klingen! Doch wer waren diese Menschen, was erlebten sie, wie starben sie und wer erinnert sich heute noch an sie?Anfang der 50er Jahre schrieb Joseph Rinscheid aus Niederfischbach die geschichtliche Erzählung "...noch einmal meine Kinder sehen". In diesem kleinen Buch, dass der Autor im Selbstverlag herausbrachte, beschrieb er die Geschehnisse um Agnes Schmidt - die am 17. Dez. 1650 der Hexerei bezichtigt auf dem Scheiterhaufen ihr Leben lassen musste und zuvor nur noch einen letzten Wunsch hatte: "...noch einmal meine Kinder sehen"!Die Erzählung um Agnes Schmidt ist keine erfundene Geschichte! Agnes Schmidt und alle mit ihr genannten Personen haben tatsächlich gelebt! Somit bietet das kleine Buch von Joseph Rinscheid eine wunderbare Gelegenheit, in das dörfliche Leben der Gemeinde FRIESENHAGEN vor über 350 Jahren zu blicken und dabei zeitgleich die grausamen Geschehnisse des Hexenwahns zurück in unser Bewusstsein zu rufen. Gedenken wir Agnes Schmidt, die tapfer den letzten Weg zum Scheiterhaufen auf den Blumenberg ging, an Kaplan Wilhelm Breuer, der sich des Unrechts vollkommen bewusst war und so vielen dem Tode geweihten Menschen Trost und Beistand spendete. Oder an jenen bereits erwähnten Pfalzgraf von Kappenstein - Arnold Kremer dessen Einkerkerung im Dezember 1650, nur wenige Tage nach Agnes Schmidts Hinrichtung, dafür sorgte, dass Graf Hermann von Hatzfeldt seinem obersten Gerichtskommissar - HERMANN HEISTERMANN - das Handwerk legte, dieser nach Paderborn fliehen musste und sein grausames Werk in Friesenhagen nicht vollenden konnte.Dank der Recherchen Joseph Rinscheids, sind uns viele der alten Überlieferungen auch heute noch zugänglich. Die Erkenntnisse Rinscheids habe ich durch meine eigenen Nachforschungen ergänzt, und somit soll das vorliegende Buch dazu beitragen, dass die Geschehnisse nicht in Vergessenheit geraten und auch in der heutigen Zeit, auf neue und moderne Art, wieder jedem Interessierten zugänglich sind. Doch nun tauchen Sie ein in eine längst vergessene Zeit voller Unrecht und Grausamkeiten...im Gedenken an über 200 Menschen, die auf brutalste Weise ihr Leben lassen mussten...vor über 350 Jahren in einem kleine Ort namens FRIESENHAGEN. D I E S I S T I H R E G E S C H I C H T E! ------------------ Helene Schmalz + 1617 Helene war die Frau des alten Schulmeisters Johannes Schmalz und war gebürtig aus Niederfischbach. Helene und ihr Mann Johannes lebten auf dem Hof von Lieschen Koch, der Mutter von Agnes Schmidt. Die beiden zählten mit zur Familie und da sie selber kinderlos waren, kümmerten sie sich gerne und liebevoll um die Kinder von Lieschen Koch, die allgemein nur die „Köchsche“ genannt wurde. Besonders Agnes hatte Helene in ihr Herz geschlossen. Auch für Agnes Schmidt war Helene wie eine Mutter. Im Jahr 1617 wurde Helene der Hexerei beschuldigt und von den Wildenburger Häschern abgeführt. Agnes Schmidt war damals 17 Jahre alt und es traf sie wie ein Schlag, als die geliebte mütterliche Freundin abgeholt wurde. Sie wollte sogar selber zur Wildenburg, um dort mit dem eigenen Leben für die Unschuld von Helene einzustehen. Damals erwiderten ihr die Wildenburger Häscher: „Warte nur, wir werden dich noch früh genug holen. Wenn du so an der alten Hexe hängst, bist du wohlmöglich selber eine.“ Wie wahr der erste Teil dieser Aussage einmal werden würde, ahnte die junge Agnes damals noch nicht.Helen Schmalz rief Agnes zu: „Geh nach Hause und bete für mich. Eine Hexe bin ich nicht und werde mich nie als eine solche bekennen, auch wenn man mich in Stücke reißt.“ Was sich die tapfere Helen vorgenommen hatte, hielt sie auch! Sie war eine der wenigen Menschen, die den gesetzlich zulässigen Folterungen stand hielt ohne sich schuldig zu bekennen!Obwohl die Folterknechte versuchten sie dazu zu bewegen ihre Schuld einzugestehen, blieb Helene standhaft. Womöglich auch, damit Agnes nicht auch noch unter Verdacht geriet. Nachdem Helene nicht gestehen wollte, wurde sie insgesamt viermal gefoltert. Das vierte Mal sogar derart heftig, dass dies im Verhörprotokoll vermerkt wurde. Helene gestand nicht. Nach der bestehenden Halsgerichtsordnung, zurückgehend auf Karl den V., hätte sie nach der vierten Folterung freigelassen werden müssen. Davon wollte der Hexenrichter jedoch nichts wissen, zu peinlich war ihm die Tatsache, dass es ihm nicht gelungen war, die „Wahrheit“ aus der alten Frau hervor zu bringen. Erst durch das flehentliche Bitten ihrer Angehörigen bei den Herren von Hatzfeld, wurde ihre Freilassung angeordnet und man brachte sie zurück nach Friesenhagen. Vorher musste Helene jedoch „Urfehde schwören“ – dies bedeutete, dass sie an Eides statt versichern musste, die über sie verhängte Haft und die Folterungen nicht an ihren Landsherren und deren Untertanen rächen zu wollen. Johannes Schmalz musste die gesamten Kosten für den Prozess gegen seine Frau übernehmen.Die einst gesunde und starke Frau war jedoch gebrochen. Ihr Zustand verschlechterte sich zusehends und auch die gute und aufopferungsvolle Pflege ihrer Familie und im Besonderen ihrer Ziehtochter Agnes Schmidt halfen nicht Helene Schmalz wieder zu Kräften zu bringen. Zu sehr war sie von Folter und Pein gezeichnet. Ihre Kräfte waren aufgebraucht und nur wenige Monate nach der qualvollen Tortur verstarb die tapfere Helene Schmalz.Helene Schmalz gehörte, neben Kaplan Wilhelm Breuer, auf den wir noch näher eingehen werden, zweifelsohne zu den Helden jener Zeit und auch ihren Namen sollten wir nicht vergessen! Sie stand ein für ihre Überzeugung und bezahlte dafür mit ihrem Leben. Ihre Ehre konnte ihr jedoch kein Hexenrichter der Welt nehmen.

Klappentext

Die Geschichte der Friesenhagener Hexenprozesse. Wissenswertes zu einem der grausamsten Kapitel unserer Geschichte. Neu überarbeitet und zusammengetragen von Uwe Knepper. Illustriert mit zahlreichen Photos aus dem Wildenburger Land – von Manuela Köpke Die Geschichte der Friesenhagener Hexenprozesse. 40 Seiten Informationen zu einem der grausamsten Kapitel unserer Geschichte. Lesen sie noch einmal alle Zahlen, Namen und Fakten zu den Friesenhagener Hexenprozessen - anschaulich zusammengestellt - in dieser neuen Publikation. Über 40 Bilder aus Friesenhagen und dem Wildenburger Land! - Zahlreiche zeitgenössische Darstellungen von Hexenprozessen! - Der Prozess gegen Johann Stausberg - Ausführliche Details zu allen Prozesstagen! - Zahlen und Namen zu dem Prozess gegen Arnold Kremer - Pfalzgraf zu Kappenstein - Zahlreiche Informationen zu vielen Dorfbewohnen und deren Schicksal! - Chronik der Hexenprozesse sowie - Zusätzliche Infos über Hexenprozesse aus Freudenberg und Plittershagen!