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regionale Bücher
Buch Leseprobe Die schönsten Dörfer Berlins, Edwine Bollmann / Peter Rieprich
Edwine Bollmann / Peter Rieprich

Die schönsten Dörfer Berlins


Das Entdeckungsbuch zum Berliner Landleben

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Rixdorf – Kutschen, Böhmen und Plaisir
Mit dem Pferdebus fuhren die Berliner Anfang des 20. Jahrhunderts in froher Erwartung nach Rixdorf zum Plaisir. Der Sänger und Schauspieler Willi Rose hat das Lebensgefühl dieser Zeit in vielen Gassenhauern zum Ausdruck gebracht. Rixdorf war der Inbegriff frivoler Unterhaltung in den damals zahlreichen Vergnügungsetablissements rund um den Richardplatz. „In Rixdorf is Musike“ war die ultimative Aufforderung zu Tanz und Saufgelagen. Heinrich Zille beschrieb das Ambiente folgendermaßen: „Mutter tanzt wie wild sich warm, mit det Jüngste uff`n Arm! Vater spielt im Hausflur Skat mit die Herrn vom Mieterrat! Maxe rechts am Stall vahaut eenen wejen seine Braut! Alles schiebt und tanzt mit Dampf – Else hat schon Wadenkrampf!“ Dass sich die Vergnügungssüchtigen in den Tanzpalästen beim Schieber allzu nahe auf den Leib rückten war ein Stein des Anstoßes und 1912 wurde das Schiebertanzen offiziell polizeilich verboten. Der schlechte Ruf von Rixdorf sollte gerettet werden. Als weiterer Schritt, um das verruchte Image loszuwerden, erfolgte im gleichen Jahr die Umbenennung in „Neukölln“.
Aber von alledem ahnte man 1360 bei der Gründung des Dorfes „Richardsdorp“ durch die Johanniter noch nichts. Im Laufe der Jahre wurde aus „Richardsdorp“ „Rieksdorf“, schließlich dann „Rixdorf“. Der Richardplatz war das Herz des Dorfes und die Schmiede, mitten auf dem Dorfanger, der Dreh- und Angelpunkt. 1624 erstmals erwähnt, war seit 1797 ein Schmied hier ansässig, der Werkzeuge und Ackergeräte der Bauern reparierte und die Pferde beschlug. Für 150 Jahre war die Schmiede in Familienbesitz. Über die Jahre wurde das Gebäude mehrfach umgebaut und renoviert und noch heute lodert das Schmiedefeuer in den historischen Räumen der als Kunst- und Messerschmiede genutzten Werkstatt. Das Wohnhaus der ehemaligen Schmiedemeister, vor dem sich noch ein historischer Feuermelder befindet, wird seit 1991 als Frauentreffpunkt genutzt und bietet ein abwechslungsreiches kulturelles Programm. Ein guter Kunde des Schmiedemeisters anno dazumal war sicherlich der Fuhrunternehmer Gustav Schöne, der 1894 seinen Fuhrbetrieb mit zwei Pferden aufnahm, um Ärzte zu ihren Patienten zu kutschieren. Das Unternehmen wuchs schnell und bezog 1910 das Anwesen Richardplatz 18, gegenüber der Schmiede. Ob weiße Hochzeitskutsche, schwarze, reich verzierte  Beerdigungskutsche oder Landauer, im Familienbetrieb Gustav Schöne gibt es bis heute für jeden Anlass das richtige Gefährt. Die Remise birgt viele historische Kutschen, die gelegentlich auch als Requisiten für Film und Fernsehen vermietet werden. Da gibt es beispielsweise eine Postkutsche etwa von 1870, einen Leichenwagen mit üppigen Schnitzereien von 1850, Alt-Berliner Kremser von 1890 oder auch eine original Alt-Berliner Droschke etwa Baujahr 1860, die noch bis 1949 als Taxi auf Berliner Straßen unterwegs war. Zu besonderen Anlässen werden die Remisen für Besucher geöffnet. Nur eine Remise bleibt geschlossen: die Leichenkammer. Das Unternehmen wird heute zudem als Bestattungsinstitut geführt.


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