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Ratgeberbücher
Buch Leseprobe Wege vom Schatten ins Licht, Manuela Miedler
Manuela Miedler

Wege vom Schatten ins Licht


Neue Lebensfreude trotz Diagnose Krebs

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Die Bewältigung der Krise Diagnose Krebs war für mich harte Arbeit. Jedes Mal wenn ich dachte, jetzt kann ich meine Situation annehmen, fiel ich wieder in ein tie­fes schwarzes Loch. Es war eine sehr durchwachsene Zeit für mich, ich schwankte zwischen Hoffnung, Hoffnungslosigkeit, Trauer und Zorn. Voller Hoffnung und Ver­trauen stellte ich mich meiner Aufgabe. Da ich mich psychisch sehr gut auf meine Operation vorbereitet habe und dank meiner guten körperlichen Verfassung, konn­te ich mich sehr schnell erholen.


Während meiner Chemotherapie und Bestrahlung fühlte ich mich jedoch durch die unerträgliche Übelkeit ausgelaugt und kraftlos. Durch den Schatten der Müdig­keit und Verzweiflung verlor ich meinen Weg aus den Augen.


In dieser Verfassung sah ich im Juli 2002 die Sondersendung des ORF (des Österreichischen Rundfunks) über das Jahrhunderthochwasser in Österreich. Die Bilder der Verwüstung durch die Wasserfluten, die den Menschen ihre ganze Exis­tenz wegspülten, gingen mir sehr nahe. Am Ende der Sendung wurden auch Fotos von Menschen gezeigt, die durch die Flut ums Leben gekommen waren. Ganz deutlich kann ich mich an jede Einzelheit dieser Sendung erinnern, wie ich alleine bei gedämpftem Licht vor dem Fernseher saß und meinen Tränen freien Lauf ließ. Durch diese Reinigung wurde mein Blick in meine Zukunft wieder frei und klar.


Ich konnte nun das Gefühl der Verzweiflung annehmen - endlich nahm ich auch meine Müdigkeit wahr. Und mir wurde bewusst, dass ich nun schon seit Mai sehr hart an meinem Gesundwerden arbeitete und meine Kraftreserven aufgebraucht waren. Bewusst ließ ich mich in das Gefühl des „Nicht-Mehr-Könnens" fallen und gönnte mir Ruhe.


Ich schrieb mir meine Erfahrungen, Gedanken, Ängste und Empfindungen, von der Zeit der Diagnosestellung bis zur Behandlung und danach, von der Seele. So hatte ich eine zweite Möglichkeit an der Bewältigung meiner Erkrankung zu arbei­ten und eröffnete mit meinem ersten Buch „Vom Schatten ins Licht - Von der Diagnose Krebs zu neuer Lebensfreude" vielen Leserinnen und Lesern die Chance, an meinen Erfahrungen ihre eigene Situation zu reflektieren. Und ihren Weg vom Schatten ins Licht, von der Krise zur Chance, vom Kampf zum Leben und von der Selbstaufgabe zur Lernaufgabe zu gehen.


Ich sehe meine Aufgabe darin, den Menschen, die an Krebs erkrankt sind, einen Weg zu zeigen, trotz Diagnose Krebs einen Regenbogen am Horizont zu erkennen. Als ein eher seltenes, beeindruckendes und weltweit bekanntes Naturschauspiel ist der Regenbogen ein wichtiger Bestandteil zahlreicher Mythen und Religionen. Die


Regenbogenfahne zum Beispiel ist ein in der Geschichte immer wiederkehrendes Symbol, das meist Vielfalt zum Ausdruck bringt.


Bevor wir uns am Anblick dieses Naturschauspiels - des Regenbogens - erfreu­en können, gibt es aber meist ein gewaltiges „Donnerwetter". Ein heftiges Gewitter macht uns Angst, da wir uns diesen Naturgewalten ausgeliefert fühlen. Aber wir können viel für unsere Sicherheit während eines Gewitters tun. Damit wir nicht direkt vom Blitz getroffen werden, suchen wir Schutz in Gebäuden oder Fahrzeugen, ver­meiden den Aufenthalt in Gewässern und Schwimmbecken und die unmittelbare Nähe von Bäumen und Masten. Auf offenem Gelände stellen wir unsere Füße zu­sammen, gehen in die Hocke, ziehen unseren Kopf ein und halten mit unseren Armen unseren Körper fest.


Aber durch die Entladung der aufgestauten Energie kommt es meistens zu einer angenehmen Abkühlung. Und als Geschenk erhalten wir von Mutter Natur den wun­derbaren Anblick eines Regenbogens, der am gesäuberten, geklärten Horizont strahlt.


Mein Ziel ist es, Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen Weg zu zeigen, wie Sie statt nur Schwarz oder Weiß, Gesund oder Krank, Schulmedizin oder Komplemen­tärmedizin auch das Dazwischen und das Gemeinsame erkennen.


Der Regenbogen ist der Übergang zwischen Gewitter und abgekühlter frischer Luft. Nehmen Sie sich doch bitte einmal die Zeit und betrachten Sie die wunder­schönen Farben eines Regenbogens. So wie jeder Regenbogen einzigartig ist, sind auch Sie, liebe Leserin und lieber Leser, einzigartig.


Ich wünsche Ihnen auf Ihrer Reise von der Diagnose Krebs zu neuer Lebens­freude viel Kraft, Liebe und eine große Portion Urvertrauen, damit Sie auch immer das Heilgebliebene vor Augen haben und nie vergessen, dass Sie Anspruch auf die beste Betreuung haben.



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