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Inhaltsverzeichnis
Eine lange Geschichte 13
Alles fängt im Kopf an 25
Die Pheromone – Botschafter des Inneren 27
Was ist ein Aphrodisiakum? 31
- Teil 2: Die ätherischen Öle
Was ist ein ätherisches Öl? 36
Die Klassiker: Da kann nichts schiefgehen 39
Sandelholz 40
Rose 42
Jasmin 46
Ylang Ylang 48
Neroli/Orangenblüten 50
Die Gewürzöle: mit Vorsicht zu genießen 53
Zimt 54
Schwarzer Pfeffer 56
Ingwer 58
Kardamon 60
Koriander 62
Geheimtipps – und andere Helfer 65
Patchouli 66
Vanille 68
Zedernholz 70
Tuberose 72
Rosenholz 74
Muskatellersalbei 76
Hydrolate 79
Zitrusöle: der Gute-Laune-Faktor 81
Pampelmuse/Grapefruit 82
Mandarine 84
Bergamotte 86
Orange 88
Erotische Meditationen und Visualisierungen 93
Massage 98
Die Macht der Berührung 98
Die Ganzkörpermassage: mit Leib und Seele 101
Die Gesichtsmassage 102
Die Massage des Solar Plexus 104
Der Ritus der sechs Kostbarkeiten 108
Aromatische Tipps 110
Trockene Scheide 110
Yoni- und Lingampflege 112
Vorzeitige Ejakulation 113
Erektionsschwierigkeiten 114
Niedrige sexuelle Ansprechbarkeit 116
Dammriss und Dammschnitt 117
Empfindungslosigkeit in der Scheide 118
Liebeskummer 119
Mundgeruch 120
Das Deo 122
Eine romantische Atmosphäre schaffen 124
Wie man sich bettet… 128
…und kleidet… 128
…so liebt man. 128
Verhütung 128
Fruchtbarkeit und Schwangerschaft 129
Safer Sex 130
Einige Rezeptvorschläge 131
Praktische Hinweise 133
Vorsichtsmaßnahmen 133
Tipps und Dosierungen für Massage, Bad und Hautpflege 134
Lagerung und Haltbarkeit 136
Tipps für den Einkauf 137
Preislagen 138
Übersicht: Aphrodisische Eigenschaften der ätherischen Öle 143
Danksagung und Erwähnungen 145
Literaturverzeichnis 147
Stichwortverzeichnis 149
Anmerkungen 151
Eine lange Geschichte
Das Bemerkenswerteste gleich vorab: Wo auch immer in der Vergangenheit aromatische Pflanzen kultiviert wurden, wusste man um deren Wirkung auf die sexuelle und die spirituelle Ekstase. Diese Dualität von Sexualität und Religion zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des erotischen Parfüms. In früheren Zeiten wiesen schlechte Gerüche für die Menschen auf böse Mächte hin und angenehme Gerüche auf gute Mächte. Der hin-duistische Himmel und seine Götter dufteten lieblichst, genauso wie die griechischen Götter im Elysium oder das moslemische Paradies. Duftende Harze hielt man für Schweißtropfen oder Tränen der Götter und lieblichen Blütenduft für ein Werkzeug göttlicher Inspiration. Duft war das Bindeglied zwischen Diesseits und Jenseits. Durch Verbrennen wohlduftender Substanzen versuchte man, auf eine andere Ebene, sprich: in spirituelle Ekstase, zu gelangen und so mit den Göttern in Kontakt zu kommen; man glaubte auch, dass durch den auf-steigenden aromatischen Rauch die Gebete zum Himmel transportiert würden. Daher der Name „Parfüm“, von lateinisch per fumum – durch den Rauch. In der indischen und persischen Literatur treffen sich Liebespaare vor-zugsweise in duftenden Blütengärten. Da ist es kein Wunder, dass Mogul Jahangir im 16.Jh. für seine Gemahlin Nur einen Garten schuf, den er Shalimar, „Bleibe der Liebe“, nannte, und der heute nicht nur zu einem der schönsten Gärten in der ganzen Welt zählt, sondern auch dem bekannten Parfüm von Guerlain seinen Namen lieh. In Indien wurde die Geburt der Parfümerie dem Gott Indra zugeschrieben, einem hinduistischen Kriegsgott, dessen Brust mit Sandel-holz eingerieben ist. Im Kama Sutra ist oft von Düften und Parfümen die Rede. Die Kunst der erotischen Massage mit aromatischen Ölen wird in Indien seit langer Zeit gepflegt. Dabei massieren sich Liebende nicht nur gegenseitig – auch indische Elefantenkühe kommen in den Genuss einer Massage mit aphrodisischen Ölen, um ihren Bullen Lust auf die Paarung zu machen! Die gleichen Düfte, insbesondere Sandelholz, wurden und werden auch heute noch zum Meditieren und für andere religiöse Zeremonien verwendet. Im alten Ägypten findet man ebenfalls einen starken Zusammenhang zwischen Sexualität und Spiritualität. Die ägyptischen Priester waren außerordentlich geschickte Parfüm- und Kosmetikhersteller. Selber geschminkt und parfümiert, stellten sie liturgische Öle her, um damit u.a. ihre Götterstatuen zu parfümieren. Ursprünglich zu reinigenden Zwecken eingesetzte aromatische Salben für Frauen entwickelten sich bald zu echten Kosmetika. Nach dem Besuch im öffentlichen Bad – Hygiene und Körperpflege waren sehr wichtig – rieb man sich mit den von den Priestern hergestellten Pomaden ein: zur Hautpflege, um böse Geister fernzuhalten, als Anti-Aging-Mittel – und zu Verführungszwecken. Die Rezepte waren streng geheim, und es gab hunderte davon. Die gleichen aromatischen Kräuter wurden bei religiösen Zeremonien verbrannt, zum Einbalsamieren der Toten benutzt und kamen als Medikamente zum Einsatz. Neben Weihrauch und Myrrhe schätzte man auch Zimt, Zypresse, Wacholder und Iris. Der blaue Lotus (Nymphaea caerula) war wegen seiner aphrodisierenden und halluzinatorischen Wirkung sehr beliebt. Auch Kleopatra kannte natürlich die erotische Macht mancher Düfte und machte reichlich Gebrauch davon. Als Markus Antonius sie ans Ufer des Tibers bestellte, tränkte sie die Segel ihrer Barke mit Jasmin- und Rosenessenzen, so dass man sie schon von weitem riechen konnte. Und natürlich verfehlte dieser Trick nicht seine Wirkung. Markus Antonius verliebte sich unsterblich in sie. Die erste Liebesnacht verbrachten die beiden angeblich auf einem Teppich aus Rosenblättern. In der Sklaverei in Ägypten lernte das Volk Israel die Kunst der Par-fümerie kennen und trug sie später nach Palästina, in sein Heimatland. In der Bibel finden sich zahlreiche Hinweise auf duftende Salben, Räucherwerk und andere aromatische Substanzen. Sie wurden für die persönliche Hygiene benutzt, um Körper und Kleidung zu parfümieren, um Insekten fernzuhalten, Essen und Wein zu würzen, die Köpfe der Gäste zu ölen und die Toten zu bestatten. Judith parfümierte sich, um Holofernes zu verführen und ihm den Kopf abzuschlagen, und im Buch Esther kann man nachlesen, dass sich eine Jungfrau „sechs Monate mit Balsam und Myrrhe“ und sechs Monate mit anderen Pflegeprodukten auf ihre erste Nacht mit dem König Ahasverus vorbereiten musste, bevor sie in sein Harem überführt wurde. Die drei Weisen aus dem Morgenland brachten dem Jesuskind Weihrauch und Myrrhe dar, Maria Magdalena strich später mit ihren Haaren kostbare Nardensalbe auf seine Füße, und nach der Kreuzigung wurde er mit Myrrhe und Aloe einbalsamiert. Im antiken Griechenland waren ebenfalls alle Bereiche des täglichen Lebens von angenehmen Düften durchdrungen. Man schrieb den Ursprung und Gebrauch von Duft den Göttern zu. Diese besaßen ganz besondere Parfüme, die den Menschen nicht zugänglich waren. Die Götterverehrung war daher von lieblichen Düften begleitet, und duftende Kräuter mit ihren heilenden Eigenschaften galten als Geschenk der Götter an die Menschen. Besonders unter dem persischen Einfluss während der Regierungszeit Alexanders des Großen machten die Griechen regen Gebrauch von wohlriechenden Kosmetika. Die Frauen rieben sich ihre Brüste und Schenkel zum Vorspiel mit parfümierten Ölen ein. Mit Parfümen gefüllte kleine Vasen waren beliebte erotische Geschenke zwischen Verliebten und Geliebten beiderlei Geschlechts. Der griechischen Liebesgöttin Aphrodite, die der Legende nach mit einem weißen Rosenstrauch aus dem Schaum des Meeres geboren wurde, verdanken wir den Begriff „Aphrodisiakum“. Ihr zu Ehren feierte man alljährlich ein Fest, die Aphrodisia.
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