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Ratgeberbücher
Buch Leseprobe So viel Liebe wie mein Kind braucht, Harville Hendrix,Helen LaKelly Hunt
Harville Hendrix,Helen LaKelly Hunt

So viel Liebe wie mein Kind braucht


Der gemeinsame Weg in ein erfülltes Leben

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Renate Götz Verlag
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In meiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Psychotherapeut und Lehrer genieße ich das Privileg miterleben zu dürfen, wie Menschen an ihren wichtigsten persön­lichen Beziehungen arbeiten. Viele Jahre davon widmete ich mich vorrangig der Ehe und der Frage, wie Menschen ausgehend vom ersten Zauber ihrer romanti­schen Anziehung eine dauerhafte Partnerschaft voll Liebe und tiefer Freund­schaft aufbauen könnten. Diese Frage interessierte mich in beruflicher, aber auch in persönlicher Hinsicht. Viele Jahre meines Lebens habe ich mich der her­ausfordernden Aufgabe gewidmet Rahmenbedingungen zu entwickeln, wie man (Ehe-)Partner darin unterstützen kann leidenschaftliche Freunde zu werden.


Als ich den Eindruck hatte, es wäre nun an der Zeit, mein Wissen auch in Buchform weiterzugeben, schrieb ich So viel Liebe wie Du brauchst - Der Weg­begleiter für eine erfüllte Beziehung. Meine Frau Helen inspirierte und unterstütz­te mich dabei. Helen und ich arbeiteten mit der Zeit immer intensiver zusammen und begannen auch gemeinsam zu schreiben - was sich darin zeigt, dass auf dem Cover dieses Buches nicht nur mein Name, sondern auch Helens Name zu finden ist.


Als Autoren dieses Buches möchten wir die wichtigste und herausforderndste aller Beziehungen in den Mittelpunkt stellen: die Elternschaft. Es wäre unnatür­lich oder unglaubwürdig gewesen, hätten entweder Helen oder ich allein dieses Buch verfasst. Wir haben es gemeinsam geschrieben und verwenden deshalb auch bewusst das Wort »wir«. Bei Erfahrungen, die einen von uns beiden ganz persönlich betreffen, wird das erkennbar sein.


Wir freuen uns sehr über die Möglichkeit, unsere Gedanken zum Thema »Eltern-Sein« nun der Allgemeinheit und interessierten Berufsgruppen vorstellen zu können. Es ist beeindruckend, hier ein rasch wachsendes Interesse erkennen zu können. Wir spüren und erleben, welch großes Potenzial an Wachstum und Spiritualität in dauerhaften Partnerschaften steckt. Es wird uns eine Freude sein, uns mit diesem Thema weiterhin zu beschäftigen und neue Erkenntnisse dazu zu gewinnen.


Unsere eigene Familie


Es ist gut nachvollziehbar, dass sich unser persönliches Interesse an Fragen zum Themenkreis »Eltern-Sein« aus unserem Privatleben und der Beziehung zu unseren eigenen Kindern ableitet. Deshalb möchten wir zu Beginn ein wenig über uns selbst und unsere Kinder erzählen. Wenn wir uns im Folgenden ge­meinsam so persönlichen Themen wie Elternschaft und bewusste Eltern-Kind-


Beziehung nähern, scheint es sinnvoll, einige Aspekte unseres Privatlebens ein­zubringen.


Wir sind eine Patchwork-Familie und haben sechs Kinder. Jeder von uns bei­den brachte zwei Kinder mit in die Ehe und miteinander bekamen wir noch eine Tochter und einen Sohn. Wir haben beide ein Universitätsstudium in Psycholo­gie abgeschlossen. Harville begann seine berufliche Laufbahn als Prediger einer Baptistengemeinde und in der pastoralen Beratung. Mittlerweile kann er auf jahr­zehntelange Erfahrung als Psychotherapeut zurückblicken. Sein besonderer Schwerpunkt liegt in der Arbeit mit Paaren. Helen engagierte sich in dieser Zeit aktiv in ihrer Gemeinde und ihr besonderes Anliegen war es, benachteiligte Men­schen, besonders Mädchen und Frauen, auf ihrem Weg zu begleiten.


Bei unserem Bemühen, aus acht verschiedenen Persönlichkeiten eine ge­meinsame, funktionierende Patchwork-Familie zu machen, merkten wir, wie drin­gend und wichtig unsere Suche nach neuen Erkenntnissen über das Eltern-Sein war. Wir wollten herausfinden, was Familien helfen kann. Wir hatten sechs sehr gute Gründe, warum wir lernen wollten, wie es funktionieren könnte. Genauer betrachtet waren es sogar acht gute Gründe, wenn wir uns selbst dazuzählten. Eines der größten Geschenke aus unserer Lehrzeit als Eltern ist die Einsicht, dass jede Anstrengung, die wir unseren Kindern zuliebe tätigen, als doppelter Segen zu uns zurückkommt. Einerseits ist es ein Segen erleben zu dürfen, wenn unsere Kinder sich gut entwickeln. Das schenkt tiefe Zufriedenheit. Und anderer­seits ist es wirklich ein Segen, seine eigene Mitte zu finden und authentischer zu werden - durch jeden Rückschlag, von dem wir uns wieder erholen, durch jeden Konflikt, den wir miteinander lösen und durch jede Schwierigkeit, die wir bewusst meistern. Das, was wir unseren Kindern geben, schenken wir uns im Grunde selbst.


Das heißt nun nicht, dass es ein leichter Weg wäre. Nicht immer hatten wir selbst den Eindruck »gesegnet« zu sein. Eltern zu sein erschien uns oft als har­te Arbeit und es wurde nicht gerade leichter dadurch, dass unsere Erziehungs­stile zeitweise nicht übereinstimmten. Wir waren kein harmonisches Ganzes, kein kunstvoller Wandteppich, sondern eher ein paar bunte Wollknäuel in einem gemeinsamen Strickkörbchen.


Alle unsere Kinder waren uns wirklich gute LehrerInnen und jene beiden, die noch daheim wohnen, zeigen uns weiterhin, wohin unser Weg gehen kann. Wir haben das wichtigste Werkzeug für bewusste Eltern-Kind-Beziehungen, den Imago-Dialog, mit ihnen gemeinsam erarbeitet. Es war nicht so, dass wir diese Methode entwickelt hätten und danach unsere Kinder überredet, sie uns zuliebe auszuprobieren. Sie waren echte Partner, als wir austesteten, in welcher Form der Imago-Dialog und die Theorien der Imago-Methode in einer realen Familie mit realen Kindern und Eltern angewendet werden können. Unsere ganz persön­lichen Unzulänglichkeiten, Missverständnisse und Fehler schwingen in diesem Buch ebenfalls mit. Manchmal schienen unsere Enttäuschungen und Erschöp­fung überhand zu nehmen und unser einziger Trost war in solchen Momenten die Überzeugung, dass manchmal zwar keine großen Veränderungen möglich sind, aber jeder kleine Schritt zu mehr Selbstreflexion und Bewusstheit schon ei­ne entscheidende Veränderung darstellt.


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