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Buch Leseprobe OFF-ROAD-MANUAL  revised edition, Arnold  Christians
Arnold Christians

OFF-ROAD-MANUAL revised edition


zweite überarbeitete und erweiterte Auflage

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7)         Anspruchsvolle Wasserdurchfahrt


Gerade die anspruchsvolle Wasserdurchfahrt ist der Nervenkitzel schlechthin. Jeder Fehler in der Vorbereitung oder beim Durchfahren des Wassers kann zu schweren Schäden oder auch Totalverlust führen. Wie bereits im Titel „einfache Wasserdurchfahrt“ erklärt, mag die Technik unseres Geländewagens kein Wasser. Deshalb erfordert die anspruchsvolle Wasserdurchfahrt, die mit Tiefen oberhalb der freigegebenen Wattiefe lockt, eine ganz besondere Vorbereitung.


Wer sein Fahrzeug nicht schon von vornherein auf eine tiefe Wasserdurchfahrt vorbereitet hat, muss improvisieren, wenn er vor einem Fluss ohne eine Umfahrung oder Brücke steht. Jetzt zeigt es sich, wer seinen Geländewagen genau kennt. Die freigegebene Wattiefe lässt sich noch einfach ermitteln. Doch wo zieht der Motor seine Verbrennungsluft an? Oberhalb des Kühlers? Im Kotflügel? Auf jeden Fall ist es besser, jetzt einen Schnorchel am Fahrzeug montiert zu haben. Auch wenn jemand einen Schnorchel nachträglich montiert hat, ist dieser auch wirklich abgedichtet? In fast 100% aller Fälle sind entweder die zum Luftfilterkasten laufenden Leitungen nur gesteckt und somit nicht wasserdicht oder der Regenwasserablauf im Luftfilterkasten ist nicht verschlossen worden! Man sollte diese Verbindungen als erstes überprüfen.


Die Wattiefe wird meistens durch die Position der Be- und Entlüftung der Achsen, Getriebe und Verteilergetriebe begrenzt. Wer bereits einen hochgelegten Luftansaugschnorchel besitzt, kann mit wenig Aufwand auch die Be- und Entlüftung der Achs-, Haupt- und Verteilergetriebe an dieser befestigen und so hochlegen! Dabei ist auch an den Tank bzw. dessen Be- und Entlüftung zu denken!


Wer keine hochgelegte Luftansaugung besitzt, kann jetzt durch Improvisation glänzen: Sie sollten versuchen, die serienmäßige Luftansaugung mit Hilfe eines flexiblen Schlauches (z.B. ein Abluftschlauch eines Wäschetrockners) durch ein Fenster in den Innenraum zu verlegen. Die Verbindung zur Luftansaugung im Motorraum ist mit Hilfe von „Panzerband“ gut zu befestigen und abzudichten. Benötigt Ihr Geländewagen noch sogenannte „wading-plugs“? So sind diese jetzt einzubauen. Die Wading-plugs sind zwei Schrauben, die bei einigen älteren Motoren zur Abdichtung des Zahnriemen- und des Steuergehäuses dienten. Diese Öffnungen (Wading-plugs) waren bis in die neunziger Jahre eine übliche Technik zur Verschleißkontrolle am Zahnriemen und Steuergehäuse.


Bevor Sie ins Wasser fahren, ist es erforderlich den Motor und die komplette Beleuchtung auszuschalten. Ein starker Temperaturabfall beim Einfahren in das kalte Wasser würde sonst bei beiden Systemen thermische Spannung und Risse verursachen. Insbesondere die Streuscheibe der Scheinwerfer, der Turbolader und der Auspuffkrümmer sind sehr temperaturempfindlich.


Werfen wir jetzt noch ein Blick unter die Motorhaube: Hier stellt man sehr schnell fest, dass es viele Kabelverbindungen gibt. Jeder kann sich vorstellen was passiert, wenn diese Verbindungen mit Wasser in Berührung kommen. Sollte es sich sogar um Salzwasser handeln, ist ein Kurzschluss aufgrund der besseren Leitfähigkeit des Salzwassers vorprogrammiert. Selbst wenn wir durch Süßwasser fahren, müssen wir diese Verbindungen zumindest provisorisch vor direktem Wasserkontakt schützen. Aber wie? Als am längsten haltbar hat sich hier Haarspray gezeigt! Es klingt im ersten Moment merkwürdig, aber Haarspray bildet eine dichte Oberfläche und ist damit auch wasserabweisend. Alle Kontakte und Verbindungen, die wir mit dem Haarspray einsprühen wollen, müssen staub- und zumindest fettfrei sein. Ganz wichtig sind die Sicherungen und ganz besonders deren Rückseite. Dort befinden sich die offenen Kabelenden. Die meisten Sicherungseinheiten kann man mit zwei- bis vier Schrauben lösen und gelangt so an die Rückseite. Anschließend kann man die Sicherungen gut einsprühen. Vergessen Sie aber nicht die Vorderseite! Diese Methode sollte nicht als Scherz missverstanden werden, auch wenn es manchmal auffällig richt! Informieren sie Ihren Lebenspartner/in darüber dass auch ein Geländewagen ab und zu ein wenig Haarspray braucht…!


Etwas aufwendiger als Haarspray ist Silikonpaste, welches als Gleit- und Trennmittel verkauft wird. Sie ist temperaturunempfindlich und transparent und wird auf die entsprechenden Steckerverbindungen aufgetragen. Dieser Schutz ist außerdem wesentlich beständiger als Haarspray.


Einen etwas größeren Aufwand haben naturgemäß die Benzinmotoren. Wenn Ihr Geländewagen noch einen herkömmlichen Verteiler besitzt, nehmen sie den Deckel einmal ab. Nach dem sie diesen gereinigt und mit etwas Kontaktspray gegen Korrosion geschützt haben, sollten sie jetzt einen Ring aus Silikon auf die Verteilerkappendichtung auftragen. Bei einigen Verteilerkappen (z. B. von Nissan) ist in dem Verteilerkappenboden eine kleine Öffnung zum Ablaufen von Kondenswasser vorhanden. Diese Öffnung muss ebenfalls mit verschlossen werden.


Benutzen Sie möglichst kein anderes Material als Silikon, denn Silikon klebt nicht und lässt sich später leicht wieder entfernen. Als nächstes sind die Zündkerzen dran: Ziehen sie die Zündkerzenkappen ab und dichten Sie im Bereich der vorhandenen Gummi Dichtung mit Hilfe von einer Silikonwurst noch einmal zusätzlich ab.


Alles, was noch mit Elektronik zu tun hat, sollte jetzt noch mit einer handelsüblichen Klarsichtfolie eingepackt werden. Besonders die „Blackbox“ also der Hauptrechner im Geländewagen. Die Blackbox ist meistens nur oberflächlich im Fahrzeug oder unter der Motorhaube geschützt. Aber immer in einem Bereich platziert, der vom Spritzwasser erreicht werden kann. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wo sich die Blackbox befindet, um sie entsprechend zu schützen.


Bei einigen Fahrzeugen (z. B. Land-Rover Defender) sind Sicherungskästen und Batterie unterhalb des Fahrer- oder Beifahrersitzes eingebaut. Aufgrund der niedrigen Einbauhöhe ist hier besonders auf wasserfeste Kabeldurchführungen zu achten.


Zum Abschluss wird jetzt noch eine große Folie direkt vor dem Kühler befestigt und zwar so groß, dass der komplette Kühler abgedeckt wird, auch der Teil der sich unterhalb der Stoßstange befindet. Zur Befestigung an der Karosserie eignet sich auch hier das sogenannte Panzerband, es klebt sehr gut und lässt sich fast rückstandsfrei entfernen. Die Folie bewirkt, dass kein Schwallwasser durch die Kühlerlamellen in den Motorraum eindringt. Wer einen elektrischen Kühlerventilator hat, sollte ihn während der Wasserdurchfahrt ausschalten, wenn möglich. Ist keine Folie vor dem Kühlergrill befestigt, kann der Kühlerventilator durch die Wucht des hereinströmenden Wassers verbiegen. Ist der Ventilator vor dem Kühler montiert, wird dadurch der dahinter liegende Kühler schwer beschädigt! Ansonsten soll die Folie verhindern, dass der Kühlerventilator mit dem Wasser in Berührung kommt und das sich Wasser im Motorraum als Sprühnebel verteilt. Die Folie soll aber nicht nur vor Schwallwasser schützen, sondern auch verhindern, dass das Wasser im Bereich der Kühlrippen zum Stehen kommt. Durch das stehende Wasser, das meist schlammgesättigt ist, verdunstet das Wasser und der Schlamm verklebt die Lamellen, wodurch der Motor nicht mehr richtig gekühlt werden kann und überhitzt. Eine Situation, wie sie bei Trials und Trophies häufig zu sehen ist.


Bei fast allen Geländewagen ist es erforderlich weitere Öffnungen wie z.B. Heizung, Turboladerkühlung, usw. noch vor eindringendem Wasser zu verschließen! Diese befinden sich meisten auf der Motorhaube oder Kotflügel.


Wichtig: Bei der Wasserdurchfahrt nicht anhalten! Nur wenn Ihr Geländewagen ständig bei der Wasserdurchfahrt in Bewegung bleibt, kann das Wasser im Motorraum nicht hoch ansteigen. Bleiben Sie im Wasser aber stehen, steigt das Wasser auch im Motorraum an und kann ihn komplett fluten. Dieses kann dann zu Schäden am Motor und/oder der Elektronik führen.


Vor der Einfahrt ins Wasser sollte mindestens ein Bergegurt hinten am Geländewagen montiert werden. Eine eventuelle Bergung durch ein anderes Fahrzeug ist somit wesentlich schneller möglich.


Bei der Einfahrt ins Wasser, fahren wir der Situation angepasst! Bei schlammigem und felsigem Untergrund muss mit entsprechender Geschwindigkeit und eingelegtem Untersetzungsgetriebe gefahren werden. Sollte es sich um ein Fließgewässer handeln, darf auf keinen Fall gegen die Strömungsrichtung gefahren werde. Der Wasserdruck würde derart steigen, dass der Motorraum geflutet wird. Sollte jedoch trotz aller Vorbereitung der Motor absterben, versuchen Sie jetzt den Geländewagen gegen die Strömung abzustellen. Dadurch wird verhindert, dass Wasser im Auspuff bis zum Motor hochsteigen kann!


TIPP: Je langsamer ich fahren kann desto sicherer komme ich zum gegenüberliegendem Ufer. Müssen Sie allerdings wegen des Untergrundes schneller fahren, weil z.B. der weiche Untergrund dieses verlangt, so brauchen Sie, wie bei jeder Wasserdurchfahrt üblich, die Untersetzung. Allerdings ist es jetzt umso wichtiger, dass die Antriebskraft auch auf den Untergrund übertragen werden kann. Bedenken Sie, solange der Innenraum im extrem tiefen Wasser nicht geflutet ist, schwimmt auch ein 2,5 Tonnen schwerer Geländewagen!


 


 


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