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Ratgeberbücher
Buch Leseprobe Mein Schicksal ist mein Schicksal, Alex Mazur
Alex Mazur

Mein Schicksal ist mein Schicksal


Erkenntnisse über d. Gesetzmäßigkeit...

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B Das Phänomen „Schicksal“


Wir alle kennen das Sprichwort: „Jeder ist seines Glücks Schmied“ oder „Schlecht ist der Soldat, der nicht davon träumt, General zu werden“. Diese und ähnliche Weissagungen vermitteln die Überzeugung, dass der Mensch in der Lage ist, sein Schicksal selbst zu gestalten. Im Licht dieser Überzeugung erscheint der Mensch als die Krönung der Schöpfung. Als Oberwesen, das Kraft seines mächtigen Geistes dazu befähigt ist, auf Ereignisse, die die Grundlage der Schicksalsbildung darstellen bewusst einzuwirken. Daraus könnte man die logische Schlussfolgerung ableiten, dass der Mensch das Prinzip der Schicksalsstruktur bereits entschlüsselt hat. Ferner scheint es ihm gelungen zu sein, die Gesetzmäßigkeit der Schicksalsbildung erkannt zu haben. Dem ist aber nicht so! Ungeachtet dessen ist diese Auffassung dennoch zum Standard menschlicher Erziehung geworden und wird seit Jahrhunderten gepfl egt und vermittelt. Für die Gewährleistung des für das Überleben der Gesellschaft erforderlichen Leistungsniveaus war das sicherlich eine notwendige Folge gewesen. Ihre besondere Ausdruckskraft fi ndet dieser Erziehungsgrundsatz mit der Entstehung des industriellen Zeitalters, indem sie zum Bestand der gesellschaftspolitischen Ideologie hochstilisiert wird. Wie oft hörten wir in der Schule und zu Hause, dass nur wenn wir fl eißig und diszipliniert seien, eine gute Benotung bekommen könnten. Darauf aufgebaut bleibt uns diese Lebensauffassung auch im Erwachsenenalter anhaften. Fleiß, Anpassung und Disziplin werden zu unbedingten Voraussetzung des berufl ichen Erfolgs propagiert. Wobei man unter Erfolg eine vor allen Dingen materielle Substanz in Form eines Vermögenszuwachses verstanden hat. Im Umkehrschluss aber bedeutet diese Regel, dass jeder der erfolgreich ist fl eißig, anpassungsfähig und diszipliniert ist. Schwieriger erscheint aber die Gestaltung eines nicht-materiellen Erfolgs. Denn was man unter nicht materiellem Erfolg zu verstehen vermag, scheint nicht mehr eindeutig zu sein. Immerhin besteht Einigkeit darüber, dass ein solcher Erfolg sich in der psychischen Verfassung bündelt. Voraussetzung dafür ist, den Sinn des Lebens zu erfassen und zu erfüllen. Wenn es nur so einfach wäre ein glückliches Leben zu führen, hätten wir vermutlich eine ganz andere Qualität an menschlichem Potenzial mit einer anderen Umwelt um uns herum. Elend und Krieg, Krankheit und Untergang von ganzen Kulturen hätten vermieden werden können. Leider belehrt uns die Realität eines Besseren. Nicht jeder, der in der Schule fl eißig ist, hat den gleichen Erfolg zu verzeichnen, wie jemand, der es mit dem Fleiß nicht so genau nimmt. Oft haben materiell besserstehende Personen ihren materiellen Erfolg nicht unbedingt der besseren Leistung zu verdanken. Eine Unmenge von anderen Gründen, die mit dem Fleiß oder hervorragender Anpassungsfähigkeit eher nichts zu tun haben, tauchen in diesem Zusammenhang auf. Dazu gehört u. a.: Erbe, Heirat, Spieltrieb, Fund, Folgen von politischen Ereignisse. So haben viele Kinder reicher Eltern beispielsweise ihren Reichtum ausschließlich ihrer Geburt zu verdanken; wie oft wurde ein Partner einer geschlossenen Ehe zum bevorzugten Günstling des Schicksals, indem er/sie den Genuss eines weit höheren materiellen Erfolges als vor der Heirat erleben durfte; Spieltrieb oder Fund sind Tatbestände von Ereignissen, die oft völlig unverhofft einem Menschen in den Schoss fallen. In diesem Zusammenhang genügt es nur an die Lottomillionäre oder an die Bauer zu denken, die auf ihrem Grundstück Öl entdeckt haben; Auch Ereignisse mit einem politischen Hintergrund überschütten zuweilen Menschen mit einem Reichtum, von dem sie noch nicht einmal zu träumen gewagt haben. Eine Menge von Neureichen in Russland bestätigt diese Annahme. Gleichzeitig ist eine beträchtliche Anzahl an Persönlichkeiten, aber auch an einfachen Menschen, bekannt, die trotz ihres Fleißes und hervorragender Leistung den gebührenden Erfolg nicht erlebt haben. Dazu gehören in erster Linie bekannte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kultur, die auf Grund der reichhaltig vorhandenen bekannten Beispielen namentlich nicht erwähnt zu werden brauchen.


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