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keine Aufsehen erregende Familientragödie, kein Amoklauf, niemand wurde ermordet oder verhaftet. Und doch brach an diesem Junimorgen in der kleinen Küche eine beinahe heile Welt mit einem lautlosen Knall zusammen. "Ich habe mich verliebt ..." - dieses Geständnis von mir an meine Frau kam früh morgens noch vor dem Frühstück. Eigentlich wollte ich es ihr nicht sagen, dachte, ich könne es vor ihr verbergen, es würde wie eine Erkältung von alleine vergehen. Doch wenn man sich sieben Jahre lang kennt, lässt sich nichts mehr voreinander verbergen. Mein Gewissen hätte so etwas auch niemals zugelassen. Tränen stiegen mir in die Augen, mein Blick flehte um Verzeihung, und sie, sie reagierte überraschenderweise völlig kühl und gefasst. Viel zu kühl. Draußen dämmerte der Tag, und hier in der Küche herrschte eine Eiseskälte. Mir wurde schrecklich klar, dass das der Beginn von etwas war, was ich noch gar nicht abschätzen konnte. Diese Erkenntnis fraß sich langsam aber unaufhaltsam in mein Bewusstsein. Die Ereignisse würden über mir zusammenstürzen, unsere scheinbar heile Welt war aus dem Lot, trudelte wie ein abstürzendes Flugzeug und stand kurz vor dem finalen Aufprall. Alles, absolut alles war aus den Fugen geraten, ich konnte es einfach nicht fassen. Ein Gefühl, wie wenn man ohnmächtig zuschauen muss, wie sich eine Lawine, die man selbst ausgelöst hat, mit unaufhaltsamer Wucht ihren Weg bahnt. Das Allerschlimmste jedoch: Da waren doch auch zwei kleine Kinder, die von all dem nichts wussten. Sie schliefen noch selig, nichts von der Bedrohung ahnend. So klein waren sie, so schutzlos und so ausgeliefert. Lara war gerade mal zwei Jahre jung und Tim sechs. Wie dramatisch sich meine kleine Verliebtheit für die Kinder auswirken sollte, wurde mir erst später bewusst - später, nachdem es bereits zu spät für eine Umkehr war. Wie blind ist doch der Mensch, ich ahnte nicht im Geringsten, welche Konsequenzen mein Fühlen und Tun haben würde. Dennoch musste ich damals so handeln, ich hatte den einmal beschrittenen Weg weiter zu gehen; es gab keinen anderen. Nicht, weil mir irgendjemand gesagt hatte, was ich tun müsse, wie ich mich verhalten solle, es war vielmehr dieser innere Wegweiser, der in eine Richtung zeigte, die keinen anderen Weg zuließ. Ich will hier erzählen, wie es zu der Trennung kam, wie es vielleicht immer wieder zu ähnlichen kleinen und großen Familientragödien kommt. Aber vor allem will ich auch über das "Danach" berichten, wie es mir später erging, wie es vielleicht x-tausend anderen Vätern ergeht - und wie ich die ganze Situation immer noch nicht ganz cool betrachten kann. Niemand bekommt hier irgendeine Schuld zugewiesen, denn es gibt keinen Schuldigen. Die Schuldfrage ist völlig unwichtig, genauso unerheblich wie sie es in jedem Ehescheidungsverfahren ist. Wer hat je etwas mit Schuldzuweisungen erreicht, es wird doch nur eine zerstörerische Spirale von Angriff und Verteidigung in Gang gesetzt. Ich habe auch lange gebraucht, bis ich eingesehen habe, dass Schuldgefühle bei einer Trennung niemandem nutzen. Es geht mir also weder um Schuld, noch um Rechtfertigung, noch darum, irgendjemanden anzugreifen! Viel wichtiger finde ich die Klärung der Frage, ob man etwas aus einer Trennung lernen kann. Trennung ist nicht das Ende aller Hoffnungen und Träume (auch wenn in diesem Stadium eher das Gegenteil der Fall zu sein scheint). Auch nach einer Trennung ist das Leben lebenswert, wenngleich auch mit sehr viel mehr Anstrengung verbunden. Sicher bringt die Auflösung einer Beziehung sehr viel Leid für alle Beteiligten mit sich. Und ganz sicher leiden die Kinder mehr darunter als jeder Erwachsene....
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"Jedes zweite Wochenende" schildert die Erfahrungen und Gedanken eines Vaters, der sich inmitten der Liebe zu seinen Kindern, der Suche nach innerer Freiheit und Selbstverwirklichung, sowie einer gescheiterten Ehe befindet. Auf humorvolle wie auch nachdenkliche Weise beschreibt der Autor den nicht einfachen Spagat zwischen dem Wunsch, seinen Kindern auch außerhalb des bekannten Familienmodells weiterhin ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit geben zu können, sowie den eigenen Weg im Leben nicht aus den Augen zu verlieren. Ein emotionales Buch, das jenen Mut machen soll, die sich in einer ähnlichen Situation zwischen Ehepartner, Kindern und dem Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt befinden. Aber auch in glücklichen Beziehungen dient dieses Buch als Anregung zum Nachdenken, um die Zeichen einer beginnenden Entfremdung rechtzeitig zu erkennen.
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