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Buch Leseprobe Das Nichtraucher-Büchlein …, Svantje Lund
Svantje Lund

Das Nichtraucher-Büchlein …


… für Anfänger

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Von der Angst, etwas „aufzugeben“ und an Gewicht „zuzulegen“


 


Sie wissen, dass ein Hund sich selbst, Entschuldigung, die Eier leckt. Wissen Sie auch, warum? 


Weil er es kann. 


Der Witz dieser Erkenntnis liegt ganz klar in ihrer Einfachheit, die mit einer Portion Frechheit garniert als kurze gepfefferte Antwort serviert wird. Und dabei hat es diese Einfachheit gewaltig in sich, denn sie ist verblüffend naheliegend.


 


Wieso hören Sie nicht einfach auf zu rauchen? Weil Sie es nicht können? Interessant –


 


Eines in aller Kürze gleich vorweg: Sie brauchen keine Angst davor zu haben, dass Sie etwas aufgeben müssen. Das Wort „aufgeben“ klingt theatralisch und nach einem ungewollten Abschied, so, als stünden Sie auf einem Bahnhof, zückten ein Taschentuch, um dem abfahrenden Zug, aus dem Sie gerade ausgestiegen sind, unter Tränen Lebewohl zu sagen. Denn obschon Sie nun einen anderen, einen rauchfreien Weg einschlagen wollen, halten Sie das 1. Klasse-Ticket, das Ihnen einen lebenslangen Platz im Raucherabteil sichert, noch immer in der Hand. Aber, wie sagt man so schön? „Der Zug ist abgefahren“. Also stecken Sie das Taschentuch ein und machen Sie sich auf zu Ihrer neuen Reise-Route in Richtung „Ab durch die Dornenhecke“. 


 


Und falls Sie jetzt auf die Idee kommen, Sie müssten jetzt erst noch eine rauchen, denken Sie doch mal spontan an das, was man sonst noch alles so muss oder müsste oder sollte oder eben auch nicht: 


„Der Müll muss raus, ich habe jetzt aber keine Lust und gleich fängt meine Lieblingsserie an, also lasse ich es.“ Oder: „Ich müsste unbedingt mal wieder bei Tante Grete anrufen. Aber es muss ja nicht unbedingt heute sein und außerdem ruft die Badewanne, also lasse ich es.“ Vielleicht aber auch: „Ich habe tierischen Schmacht und müsste unbedingt eine Zigarette rauchen, allerdings regnet es draußen, meine Lieblingsserie fängt gleich an und eigentlich ... aber ich lasse es nicht.“ 


 


Wer hätte gedacht, dass etwas zu lassen schwieriger sein kann, als etwas Unliebsames zu tun?


Wobei „Wasser-lassen“ durchaus sehr entspannend sein kann. Ähnlich dem „Schmacht“ führt starker Harndrang dazu, dass man dringend mal „muss“. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang, der sich mehrmals am Tag wiederholt. Manchmal müssen wir sogar so doll, dass es uns völlig egal ist, dass das Gebüsch, in dem wir gerade unsere Notdurft verrichten, direkt an einer stark befahren Bundesstraße gewachsen ist. Wenn wir am Tag viel trinken, ist das gesund. Allerdings müssen wir dann auch öfter wasserlassen, was wiederum nervig sein kann, weil wir aus anderen Tätigkeiten herausgerissen werden:


„Sorry, ich muss schon wieder pullern ...“


„Hast du ’ne Blasenentzündung oder ’ne Konfirmandenblase?“


„Ne, viel getrunken. Ist doch gesund.“


Dieser Dialog klingt noch recht realitätsnah, aber haben Sie den hier schon mal gehört?


 


„Sorry, ich muss schon wieder eine schmöken ...“


„Hast du ’ne Schmachtlippe oder ’ne Reizlunge?“


„Ne, ich bin Genießer, kann aber nicht damit aufhören.“


Klingt irgendwie paradox, kommt Ihnen aber irgendwie bekannt vor?


Das Wasserlassen gehört zum normalen Ablauf im menschlichen Körper und zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen. Wird der Körpereigentümer zur Toilette oder aber ins Gebüsch geschickt, wenn die Blase voll ist, so ergibt das also einen Sinn. Versuchen Sie jetzt mal, das Zigaretterauchen in den Ablauf zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen zu integrieren. Mir fällt dazu nur der schleimige Auswurf danach ein, der insofern sinnvoll ist, als dass Partikel, die nicht in den Körper gehören, regelmäßig rausgeschmissen werden. Denn alles, was während des Rauchens einer Zigarette passiert, bringt Ihre Körperfunktionen gehörig durcheinander. Ihr Gehirn wird dabei mit Glücksgefühlen bestochen, womit die getarnte Illusion perfekt ist und nicht „aufgegeben“ werden will. Das Zigaretterauchen wird zum Ritual.


 


Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass Sie als Nichtraucher mehr Zeit haben, über die Sie frei bestimmen können, als zu Raucherzeiten. Wahrscheinlich haben Sie sogar weniger Stress, da Sie beispielsweise bei der Arbeit nicht mehr permanent zur Uhr schielen, und prüfen ob oder wann die nächste Raucherpause ansteht. Was Sie vermissen könnten, ist der Kick, den Ihnen eine Zigarette in bestimmten Situationen gibt, weil Sie sich ein Leben „ohne“ vielleicht noch nicht vorstellen können. Was Sie wahrscheinlich nicht unbedingt vermissen werden, ist das Begehren, das sich in Form eines beißenden Schmachts durch Ihren Brustkorb schleicht und Sie zum Äußersten bringen kann: Sie meinen, Sie können es nicht lassen. 


Wenn Sie das nächste Mal der Schmacht bedroht, dann fragen Sie ihn doch mal, was er denn machen würde, wenn Sie jetzt nicht zur Zigarette greifen wollen. Hören Sie sich seine Antwort an und überlegen Sie kurz, ob Sie sich noch immer drohen lassen wollen oder ob Sie spontan in schallendes Gelächter ausbrechen.


 


Wenn Sie sich für das Lachen entscheiden, dann tun Sie das am besten gleich laut und genüsslich. Ihr Körper schüttet beim Lachen Glückshormone aus und baut außerdem Stresshormone ab. Eine wirklich tolle Sache, für die es sich lohnt die Werbe-Trommel zu rühren: „Lachen, eine gesunde Körperreaktion, die Sie entweder allein, zu zweit, in der Gruppe, orts-, sowie zeitunabhängig und sogar kostenfrei konsumieren können. Lachen Sie mit, verschütten Sie Hormone.“


Ich gehe mal davon aus, dass Sie Ihr Lachen nicht spontan an irgendeinen schwarz gekleideten Mann verkauften, nur weil dieser Ihnen dafür reichlich Taler böte. 


Also lachen Sie wohl auch, weil Sie es können.


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