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> Politik, Gesellschaft > WIR LIQUIDIEREN!
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Politik, Gesellschaftskritik
Buch Leseprobe WIR LIQUIDIEREN!, Michael Dullau
Michael Dullau

WIR LIQUIDIEREN!


Auftragstötungen im dt.-dt. Grenzgebiet

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GRÜNES LICHT FÜR EINEN ROTEN


 


Der Stoß traf Andre so hart und unvermittelt, dass es ihm für einige Sekunden den Atem nahm. Er kippte seitlich weg und fiel auf den Betonboden des Wachturms, ohne sich abfangen zu können. Nicht einmal schreien konnte er, so sehr hatte ihn der Stoß mit dem Vierkantholz den Brustkorb zusammengedrückt.


Andre lag auf dem Boden und rang nach Luft. Er versuchte aufzustehen, der Schmerz zwang ihn zurück auf den Beton. Aus dem Halbdunkel sah er zwei riesige Stiefel auf sich zukommen, in deren Spitzen sich die gelbe Sichel des Mondes spiegelte.


»Ublyndok! – Bastard!«


Diese Stimme kannte er!


»Oh, nein!«, stöhnte Andre leise.


Das Paar Stiefel kam bedrohlich auf ihn zu. Kurz vor seinem Kopf machte es halt. Der linke Stiefel stellte sich auf seinen rechten Unterarm, der rechte trat ihn mit voller Wucht in den Bauch. Andre schrie auf vor Schmerzen.


»Maslobojtschik – Wichser!«


Die bärenhafte Stimme des Starshinas, des Hauptfeldwebels der Kompanie, dröhnte im Wachturm. Der Hauptfeldwebel war auf Kontrollgang und hatte wie immer getrunken. Andre roch seinen alkoholgeschwängerten Atem.


»Mandowocha! – Sackratte!«, brüllte der Starshina. »In meiner Kompanie wird nicht gepennt! Nur wenn ich es befehle! Kapiert?! – Mandowocha!«


Hoffentlich ist nichts gebrochen, dachte Andre, und tastete nach seinen Rippen. Mühsam richtete er den Oberkörper auf. Die Luft kam langsam zurück. Die Schmerzen in Brust und Bauch ließen ein wenig nach. Jetzt nur keine weitere Schwäche zeigen!


Da traf ihn aus dem Halbdunkel eine Ohrfeige, die die Wucht eines Faustschlages besaß. Sein Kopf schleuderte zurück und knallte gegen die Wand des Wachturms.


»Sukin Syn! – Hurensohn!«, brüllte der Hauptfeldwebel.


»Verzeihen Sie, Genosse Hauptfeldwebel«, presste Andre hervor.


Da traf ihn eine zweite Ohrfeige mit ebensolcher Wucht, dieses Mal jedoch von rechts. »


Die richtige Abreibung kriegst du noch, Kolomoizew! Am Sonntag, wenn ich 24-Stunden-Dienst habe! Dann werde ich nur für dich da sein! – Moya malen’kaya pizda! – Meine kleine Fotze!«


Der Hauptfeldwebel lachte.


»Dann gibt es eine Abreibung! Von den Starshinas des Bataillons! Das wird ein Spaß! Kannst dir schon mal den Arsch einschmieren!«


Der Hauptfeldwebel, ein bulliger Mann aus einem Dorf unweit von Wladiwostok, lachte brüllend. Dann nahm der gut zwei Meter große und über zweieinhalb Zentner schwere Starshina das Vierkantholz wie ein Streichholz auf und stapfte mit schweren Schritten die stählerne Treppe des Wachturms herunter.


Andre war während seines Wachdienstes auf einem der Wachtürme der Kaserne eingeschlafen und hatte den Hauptfeldwebel nicht kommen hören. Er war direkt nach einem mehrwöchigen Manöver, bei dem er kaum mehr als vier Stunden pro Nacht geschlafen hatte, zur Außenwache des Objektes eingeteilt worden. Er hatte sich nur kurz hingehockt, um sich von dem stundenlangen Stehen auszuruhen. Dabei musste er eingeschlafen sein.


Andres Herz klopft wild. Noch eine Abreibung überstehe ich nicht!, hämmerte es in seinem Kopf.


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