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> Politik, Gesellschaft > M„dchen in Fernost
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Politik, Gesellschaftskritik
Buch Leseprobe M„dchen in Fernost, Viktoria Grantz
Viktoria Grantz

M„dchen in Fernost



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Meine Güte, wie hatte er sich auf diese Reise gefreut? Wie viel Energie hatte er für diese Reise aufgewendet? Jetzt endlich saß er im Flugzeug und die kleine dumme Welt zog unter ihm vorüber. Er hatte alles im Griff und er schwelgte in dem Gedanken, seinem Ziel schon ziemlich nahe zu sein. Jäh wurden seine Träumereien von der hübschen Stewardess unterbrochen. „I hope, You have a wonderful flight.“ „Yes, no problem.“ Diese junge Dame sah sehr gut aus in ihrem Kostüm mit den Zeichen der Fluggesellschaft auf der Jacke. Er betrachtete unverhohlen ihre schönen Beine. Ja, wirklich, eine sehr schöne junge Frau. Und wie schon viele Male zuvor, ärgerte er sich ein wenig darüber, dass er diesen schönen langen Beinen nicht wirklich etwas abgewinnen konnte. Warum war er so anders geworden? Konnte er nicht, genau wie alle anderen Männer auch, solche schönen langen Frauenbeine anziehend und erotisch finden? Wie viel einfacher wäre sein Leben gewesen? Wie leicht hätte er es damit haben können? Aber er konnte noch so lange darüber nachdenken, es wollte sich keine Normalisierung einstellen. Nur bei dem Gedanken an ein kleines nacktes Mädchen wurde ihm die Hose eng. Nur mit Hilfe eines solchen kleinen nackten Mädchens war es ihm möglich, die wochenlang aufgestaute Wut, den Hass auf sich selbst wieder abzubauen. Nur nach einer Begegnung mit einem kleinen nackten Mädchen war er wieder ausgeglichen.


Leider wurden diese Begegnungen immer häufiger nötig. Vor dreißig Jahren hatte er noch fünf oder sechs Monate durchgehalten. Das konnte er sich heute nicht mehr vorstellen. Im Laufe der Jahre waren die Abstände immer kleiner geworden. Heute brauchte er das eigentlich täglich. Vor fünfunddreißig Jahren hatte er sogar überlegt, ob es nicht sinnvoll wäre, beruflich in eine bestimmte Richtung zu gehen. Was hatte er mit sich gerungen? Wäre es nicht angebracht gewesen Kinderarzt zu werden oder Heimleiter in einem Kinderheim? Allerdings konnte er keine soziale Ader an sich entdecken und so hatte er lieber Betriebswirtschaftslehre studiert. Das mit den kleinen Mädchen würde sich bestimmt eines Tages geben und dann wäre er gefangen gewesen in einem Beruf, den er eigentlich gar nicht mochte. In der Wirtschaft sah er damals gute Aufstiegschancen und er wollte so viel Geld verdienen, dass er sich seine gelegentlichen Ausflüge in die Welt der kleinen Mädchen leisten konnte, ohne Arzt oder Heimleiter zu sein. Und außerdem konnte er als Betriebswirt in die Firma seines Onkels einsteigen. Der handelte mit allem was sich vermarkten ließ und hatte seinen Laden mit den Jahren enorm vergrößert. Warum sollte er so eine Chance ungenutzt vorüber ziehen lassen? Während seiner Studienzeit hatte er mit einigen seiner Mitstudentinnen geschlafen, aber nie die richtige durchschlagende Befriedigung erfahren. Es was zwar ab und zu ganz nett gewesen, aber wenn er dann an seine kleine Schwester dachte, verblasste jede dieser jungen Frauen zu einem Schatten. Manchmal musste er während des Beischlafs sogar mit Absicht an ein kleines Mädchen denken, um zumindest diesen Akt einigermaßen zu überstehen. Er wollte ja nicht als Schwächling dastehen. Es wurde ja schon genug getuschelt und auffallen wollte er ja nun weiß Gott nicht. Seiner kleinen Schwester hatte er eingeredet, dass alle großen Brüder ein solches Geheimnis mit ihren Schwestern teilen würden. Sie machte ihm keine Probleme, kam sogar ab und zu von selbst zu ihm ins Bett, um sich an ihn zu kuscheln. Dieses Gekuschele war zwar nicht sein Ding, aber er ließ es geschehen. Auch er musste schließlich Opfer bringen, wenn er sich das Stillschweigen seiner Schwester sichern wollte. Auch ihr Kindergarten- und später ihr Grundschulgequatsche lagen ihm überhaupt nicht. Was interessierte ihn, ob ihre Banknachbarin gestern im roten Kleid und heute im grünen zur Schule erschienen war? Ihre Eltern waren beide täglich außer Haus und so spielte er gern den Ersatzvater für die Kleine. Leider kam sie dann eines Tages in die Pubertät. Ihr Geruch änderte sich und sie begann zu bluten. Anfangs verdrängte er seinen Ekel noch, aber als sich dann auch noch ihre Brüste entwickelten, „musste“ er die Universität wechseln und damit auch seinen Wohnort. So ging eine der schönsten Zeiten in seinem Leben unwiderruflich zu Ende. Schon bevor er von Hamburg nach München verzogen war, hatte er sich oft Gedanken über seine sexuelle Zukunft gemacht. Wie sollte er in einer völlig neuen Umgebung ein kleines Mädchen finden? Mit bangem Gefühl war er zum ersten Mal in seine neue Universität gegangen. Aber er hatte großes Glück. Viele Studenten spielten Babysitter, um sich ein paar Mark zu verdienen. Darin sah auch er seine Chance. Er wurde zwar von seinen Eltern großzügig unterstützt und hätte gar nicht arbeiten müssen, aber so einen Job wollte auch er machen. Da er äußerst liebenswürdig sein konnte, wenn er wollte, hatte er keine Probleme damit, sich einzuschmeicheln. In drei Familien sah er rund um die Uhr nach dem Rechten und machte sich so unentbehrlich. Auch in diesen Familien gingen beide Elternteile arbeiten und so holte er die Töchter manchmal schon morgens aus dem Bett, um sie zur Schule zu begleiten. Die Eltern waren froh über sein Engagement und begrüßten ihn jeden Morgen freudig. In zwei der drei Familien funktionierte seine Kleine–Schwester–großer–Bruder–Geheimnis–Technik sehr gut. Das Mädchen aus der dritten Familie war nach dem ersten Körperkontakt sofort schreiend weggelaufen. Dem Himmel sei Dank war es nicht zum Äußersten gekommen und so konnte er sich gegenüber ihren Eltern heraus reden. Er hatte nach diesem Vorfall noch ein paar Tage durchgehalten und sich dann mit dem Hinweis auf viele Prüfungen aus dem Staub gemacht. Nur nicht auffallen. Natürlich wusste er genau, dass das was er da tat, von der Gesellschaft nicht toleriert wurde. Aber was sollte er machen? Und er war ja bei Weitem nicht der Einzige. Auch wenn sich jeder abschottete so gut es ging, erkannte man sich schon irgendwie, wenn man aus demselben Holz geschnitzt war. Hier eine unüberlegte Formulierung, da ein unkontrollierter Blick, wenn es um das Thema Kinderbetreuung ging und schon wusste der Insider, was los war. Aber warum sollte er damit aufhören? Warum sollte er nicht so leben, wie er gern leben wollte? War nicht diese ganze Moralgeschichte nur vorgeschoben? Waren es nicht gerade die Moralapostel, die am lautesten schrieen, diejenigen, die hinter verschlossener Tür nichts anderes taten als er? Und auch die Eltern. Manchmal, wenn alles gut lief, musste er sein Handeln kaum noch verstecken. Die waren doch alle so egoistisch, dass sie nicht wirklich hinsehen wollten, sonst hätte sein Tun doch schon viel früher auffallen müssen. Hauptsache sie waren ihre eigentlich unbequemen Vorzeigekinder los. Hauptsache sie konnten sich im Beruf, in der Gesellschaft etablieren. Wen kümmerten da die Kinder? Und hatten es ihm die Mädchen nicht häufig auch sehr leicht gemacht? Auf der Suche nach Liebe, Anerkennung, Zuneigung und Zärtlichkeit waren doch schnell einmal die Grenzen überschritten worden. Wie viele Kinder genossen denn noch eine richtige Erziehung? Diese Gören waren es doch nur noch gewohnt, dass sie pfiffen und die Erwachsenen sprangen. Die Eltern wurden doch gar nicht mehr ernst genommen. Wenn dann jemand wie er auftauchte und ein wenig durchgriff, war alles ganz einfach. Diese verwöhnten Bälger waren sofort völlig irritiert und teilweise sogar verschreckt, wenn er die Stimme etwas erhob und wenn sie merkten, dass er keinen Spaß machte, taten die alles für ihn. Diese blödsinnige antiautoritäre Erziehung brachte doch überhaupt nichts. Aber ihm sollte sie Recht sein, arbeitete sie ihm doch sehr zu. Wenn die Menschen so weiter machten, brauchte er sich um seine sexuelle Zukunft nicht zu sorgen.


Mehr als einmal war er sogar in einer prekären Situation „erwischt“ worden und nichts war geschehen. Einmal war sogar eine Mutter dazu gekommen, während er sein Ding im Unterleib einer Achtjährigen hatte. Sie hatten beide auf ihrem Bett gelegen. Er hinter ihr. Die Mutter war ins Zimmer gekommen. Der kurze Rock des Mädchens war nach oben geschoben und seine Hose war offen. Er hatte sich nur kurz aufgestützt und so getan, als würde er ihr die Deklination englischer Verben erklären. Die Mutter hatte nur einen kurzen Blick auf sie beide geworfen und war lächelnd wieder gegangen. Abends hatte sie ihn sogar für seine Fürsorge gelobt und nicht bemerkt, dass achtjährige Mädchen noch keine englischen Verben deklinieren. Ein anderes Mal hatte er ein Mädchen kniend vor ihm auf dem Kinderbett postiert. Sie befriedigte ihn gerade oral, als die Großmutter das Zimmer betrat. Er hatte sie erst entdeckt, als sie schon neben ihnen stand. Sie hatte nur einen kurzen Blick auf das Geschehen geworfen und war mit den Worten „lasst euch nicht stören“ wieder gegangen. Einige Zeit später hatte er gehört, wie die Oma dem Mädchen erklärte „so was machen Männer eben manchmal. Das ist nicht weiter schlimm. Das habe ich als Kind auch machen müssen. Du musst dir nur anschließend den Mund kräftig mit Wasser ausspülen, Nein, nein, davon stirbt man nicht, Kind“.


 


Vierundzwanzig Jahre zuvor, wurde etwa hundert Kilometer nördlich von Bangkok ein Mädchen geboren. In der kleinen Hütte lebten auch noch die Eltern ihrer Mutter und so war es sehr eng und auch sehr schmutzig. Nach ein paar Jahren war ihr Vater an einer Blutvergiftung gestorben. Der Großvater war körperlich am Ende und so konnten nur noch Mutter und Großmutter für ein wenig Einkommen sorgen. Die Mutter nähte aus billigen Stoffen Kleider und die Großmutter wusch und flickte für die Nachbarn. Die Armut war sehr groß und an manchem Tag war Schmalhans Küchenmeister. Marsha wurde ab dem fünften Lebensjahr zu einer nahen Müllkippe geschickt, um dort noch verwertbare Reste zu sammeln. Allerdings kam sie meistens mit wertlosem Zeug zurück, da sie nicht die einzige Sammlerin war. Die größeren Kinder nahmen ihr alles ab, was noch einigermaßen wertvoll erschien. Und wie sollte sie sich gegen zehn- oder zwölfjährige Jungen durchsetzen?


Eines Tages kehrte sie nach vielen Stunden des Sammelns zur Hütte zurück. Großes Geschrei empfing sie. Großvater und Großmutter schimpften lautstark mit ihrer Mutter. „Wenn du schon für Geld zu den Nachbarsmännern gehst, hättest du wenigstens aufpassen können, dass die dir nicht noch ein Kind anhucken. Was sollen wir jetzt machen? Wir haben so kaum genug zu essen. Lass es abtreiben! Sofort!“ Marsha wusste nicht um was es ging, bemerkte aber natürlich den großen Ärger und verzog sich lieber hinter die Hütte in den Schatten eines Baumes. Nun hatten sie schon kaum etwas zu essen und die Erwachsenen mussten sich dauernd streiten. Sie verstand das nicht. Nach ein paar Wochen bemerkte Marsha, dass der Bauch ihrer Mutter immer runder wurde. Sie wusste nicht, was los war. War jetzt auch ihre Mutter krank geworden. Es dauerte ein paar Tage bis sie sich traute ihre Großmutter danach zu fragen. Diese erklärte Marsha, dass sie bald ein kleines Brüderchen oder Schwesterchen bekommen würde. Marsha wusste nicht so recht, ob sie sich darüber freuen sollte oder nicht. Was hatte die Großmutter noch damals gesagt? „Wir haben schon so nicht viel zu essen. Wo von sollen wir dann noch ein Kind ernähren?“ Viel Zeit zum Nachdenken blieb ihr allerdings nicht. Sie musste ja wieder zur Müllkippe und sich mit den großen Kindern herumärgern. Da hatte sie wirklich keine Zeit, sich mit Dingen zu beschäftigen, an denen sie sowieso nichts ändern konnte.


Eines Tages erschien eine fremde Frau auf dem Platz vor der Müllkippe. Sie war mit einem Fahrrad gekommen, stand nur da und beobachtete die Kinder beim Sammeln und Wühlen. Alle Kinder hatten sie gesehen und beobachteten sie aus den Augenwinkeln. Was konnte die hier wollen? Die sah nicht so arm und schmutzig aus wie die anderen Frauen aus dem Dorf. Nach etwa einer Stunde war sie plötzlich wieder verschwunden. Ein paar Tage später tauchte sie wieder auf und beobachtete die Kinder erneut. Diesmal allerdings blieb sie länger und als Marsha an ihr vorbei nach Haus gehen wollte, wurde sie von der fremden Frau angesprochen. „Hallo, Du!“ „Ja?“ „Komm doch mal her zu mir.“ Marsha war etwas ängstlich und blieb stehen. Lieber einen kleinen Abstand einhalten. Man wusste ja nicht, was die Frau wirklich wollte. Es gingen ja schon seit langem Gerüchte im Dorf herum, dass Fremde kämen, um Kinder zu stehlen. Zumindest hatte man das den Kindern immer wieder eingebläut. War das vielleicht eine Frau, die Kinder stahl? „Nun komm doch mal näher. Ich beiße dich nicht.“ Marsha wollte schon wegrennen, als sie etwas Gelbes in der Hand der fremden Frau erblickte. „Nun komm schon her. Ich schenke dir auch diese Banane.“ Wer konnte bei einer solch schönen gelben Banane schon nein sagen? Marsha trat neugierig näher. „Wie heißt du denn?“ „Marsha“ wisperte Marsha leise. „Ach, Marsha? Das ist aber ein schöner Name.“ Marsha nickte nur. Sie hatte sich nie Gedanken darüber gemacht, ob ihr Name schön war oder nicht. Marsha war eben ihr Name und mehr nicht. „Wie alt bist du denn?“ Marsha wusste es nicht und zuckte nur mit den Schultern. Über solche Banalitäten hatte sie noch nie nachgedacht. Wozu auch? Es gab eben Babys, kleine Kinder, große Kinder und Erwachsene. Wie alt die alle waren, wusste sie nicht. Wie sollte sie sich das auch bei all den vielen Leuten im Dorf merken. Und obendrein würde das dann sowieso bald nicht mehr stimmen, da ja alle älter wur-den. Nein, das war ihr viel zu kompliziert. „Komm, Marsha, lass uns doch ein Stück zusammen gehen. Ich muss in diese Richtung.“ Die Frau wies zu einem Weg, der von Marshas Dorf wegführte. Marsha blieb wie angewurzelt stehen. „Na, nun komm schon. Wir gehen auch nicht weit. Nur bis zum nächsten Busch dahinten. Ich will dir doch etwas zeigen und das müssen die anderen Kinder ja nicht alle sehen. Ich möchte dir ein Geschenk machen, und es wäre doch doof, wenn es dir die anderen Kinder wieder wegnehmen würden, oder?“ Das sah Marsha ein und so ging sie vorsichtig und mit Sicherheitsabstand der Frau nach. Auf diesem Weg war sie noch nie gegangen. Sie wusste nicht wo der hinführte und sie fürchtete sich ein wenig. Aber wenn es nur bis zum nächsten Busch ging, war das ja nicht so schlimm. Das waren ja nur ein paar Meter. Die Frau schob ihr Fahrrad vom Weg herunter hinter den Busch. Marsha folgte ihr und war schon ganz gespannt auf das Geschenk. Was wollte diese fremde Frau ihr wohl schenken? Plötzlich blieb die Frau stehen und lehnte ihr Fahrrad an einen Busch. Sie ging auf Marsha zu und gab ihr die Banane. Marsha griff blitzschnell zu und trat wieder ein paar Meter zurück. In Windeseile hatte sie die Banane geschält und schon nach wenigen Augenblicken verschlungen. Ach, war das köstlich. So eine schmackhafte Banane hatte sie schon lange nicht mehr gegessen. „Nun hab dich doch nicht so. Ich tu dir schon nichts.“ Marsha blieb stehen wo sie war. Die Frau ging zu ihrem Fahrrad zurück und öffnete eine braune Tasche. Sie holte noch mehr Bananen hervor und zeigte sie Marsha. „Willst du noch eine?“ Jetzt war es um Marshas Vorsicht geschehen. Wie ein Blitz rannte sie auf die Frau zu und wollte sich die Bananen schnappen, aber in dem Moment, als sie zugriff, hatte die Frau die Bananen schon wieder in der Tasche verstaut. Marsha erschrak ein wenig über die schnelle Bewegung der Frau und ging wieder auf Abstand. „Wenn du die Bananen haben willst, musst du schon noch ein wenig mit mir reden.“ Na, gut, dachte Marsha, reden können wir ja ein wenig. Sie ließ die Tasche mit den Bananen keine Sekunde aus den Augen. „Sag mal, Marsha, was machen eigentlich deine Eltern?“ „Mein Vater ist tot. Meine Mutter und meine Oma nähen für die Nachbarn und meine Mutter geht für Geld zu Männern und bekommt bald ein Kind.“ Sie plapperte so vor sich hin. Das mit den Männern für Geld verstand sie zwar nicht, aber für die vielen köstlichen Bananen musste man eben etwas erzählen. „Gehst du denn auch für Geld zu Männern?“ „Nein.“ „Und was machst du so den ganzen Tag? Gehst du zur Schule?“ „Nein, ich gehe den ganzen Tag auf der Müllkippe sammeln. Da gibt es noch so viele Sachen, die man gebrauchen kann.“ Die Frau öffnete ihre Tasche und holte eine Banane hervor. „Hier, die ist für dich.“ Marsha kam blitzschnell näher und entriss der Frau die Banane. „Wenn du noch mehr willst? Ich habe noch die ganze Tasche voll da-von.“ Marsha hatte nun auch die zweite Banane verschlungen. Die Frau war ja wirklich nett und sah auch eigentlich gar nicht gefährlich aus. Marsha ging ein paar Schritte auf sie zu. „Du bist ja wirklich ein schönes Mädchen, Marsha. Zieh doch mal dein Kleid aus und zeig mir deine ganze Schönheit.“ Marsha schwankte wieder hin und her. Wa-rum sollte sie ihr Kleid ausziehen? Die Frau öffnete wieder die Tasche und Marsha konnte ganz viele Bananen darin sehen. „Nun komm schon. Stell dich nicht so an. Ich tu dir schon nichts. Ich will doch nur mal deine Schönheit bewundern.“ Tja, dachte Marsha, was soll schon passieren? Wenn ich dafür mit einem ganzen Arm voller Bananen nach Haus komme, haben auch die anderen einmal etwas Gutes zu essen. So streifte sie sich ihr Kleid über den Kopf und stand nun nackt vor der Frau. Die Frau betrachtete Marsha von oben bis un-ten. „So, und nun dreh dich mal um.“ Marsha gehorchte. „Und nun bück dich mal.“ Marsha bückte sich. Die Frau war Stück für Stück näher gekommen und hinter ihr in die Hocke gegangen. Jetzt besah sie sich Marshas Unterleib ganz genau und untersuchte ihr Geschlecht und ihren Po. Das kitzelte ein wenig, aber für so viele schöne Bananen musste man eben Opfer bringen. Marsha kicherte vor sich hin und nach einer Weile stand die Frau wieder auf. „So, jetzt kannst du dir dein Kleid wieder anziehen.“ Marsha zog sich ihr Kleid wieder über den Kopf und wartete gespannt auf die Bananen. „Hier hast du die Bananen, aber du musst mir versprechen, dass du niemandem von unserem kleinen Schwatz erzählst. Wenn du willst, komme ich morgen wieder und bringe dir noch mehr Bananen.“ Mar-sha versprach zu schweigen und ergriff die Bananen. Schon rannte sie an der Müllkippe vorbei und schlug den Weg nach Haus ein. Die fremde Frau ließ ihr einen kleinen Vorsprung und radelte ihr dann hinterher. Marsha war so mit ihren Bananen beschäftigt, dass sie nicht mitbekam, dass die Frau sie verfolgte. Als Marsha dann in ihre Hütte rannte, stieg die Frau ab und beobachtete für eine Weile die armselige Unterkunft. Dann fuhr sie in die Richtung aus der sie gekommen war davon.


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