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Lohnt sich Atheismus?


von Thomas Lüken

politik_gesellschaft
ISBN13-Nummer:
9783833484612
Ausstattung:
112 Seiten
Preis:
8,90 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
-kein Verlag-
Kontakt zum Autor oder Verlag:
t.lueken[at]web.de
Leseprobe
Lohnt sich Atheismus Wir entscheiden ständig in kleinen und großen Dingen darüber, ob sich etwas für uns lohnt oder nicht: Ich muss in einer Stunde weg, lohnt es sich da noch groß zu kochen oder schieb ich lieber einfach eine Tiefkühlpizza in den Ofen? Für 20 Euro kann ich jetzt umsonst ins deutsche Festnetz telefonieren, telefoniere ich überhaupt so viel? Lohnt sich das? Die Liste solcher Fragen ließe sich endlos erweitern, und alle diese Fragen haben ihre Berechtigung. Die Frage, ob sich die Spielregeln lohnen, die ich für mein gesamtes Leben annehme, hat also eine nicht zu überbietende Berechtigung. Wer jetzt fragt, ob ich überhaupt irgendwelche Regeln brauche, dem antworte ich, dass der, der keine Regeln hat, für sich als Regel Nr. 1 den Satz aufstellt "es gibt keine Regeln" und sich wie alle anderen fragen kann, ob sich dieses Regelwerk für ihn oder sie lohnt. (Wenn ein Ringrichter zwei Kickboxern zuraunt: Ab jetzt ohne Regeln!, findet der Kampf ja weiterhin statt.) Wer bei seiner Überlegung zu dem Schluss kommt, der Glaube an einen Gott lohne sich für ihn nicht, dem rate ich also, er soll davon die Finger lassen. Da die Frage nach den Grundlagen des gesamten Lebens aber wichtiger ist als die Frage lecker kochen oder Tiefkühlpizza, sollte man sich dafür etwas Zeit nehmen. Und das tun wir jetzt. 0-Euro-Job oder Multimillionär? Im Grunde stellt sich jeder, der wissen will, ob sich eine bestimmte Sache für ihn lohnt, folgende drei Fragen: Was muss ich tun? Was krieg ich dafür? Was passiert, wenn ich es nicht mache? Wir stellen uns vor, wir sind auf Jobsuche. (Dafür brauchen viele von uns sicherlich nicht sehr viel Phantasie heutzutage.) Wir lesen zwei Stellenanzeigen, in Auftrag gegeben von der göttlichen und der atheistischen Firma. Die erste Firma verlangt eine engagierte Mitarbeit und gibt als Entlohnung an: mehr Glück und Freude als wir uns überhaupt vorstellen können. Die Zahlung erfolgt zwar nicht pünktlich zum Monatsersten, wird aber nach dem Ruhestand endlos fortgesetzt. Wer kein Engagement zeigt, bekommt die Kombipackung Schmerz, Verzweiflung und Einsamkeit - ebenfalls unbefristet. Hm, das sieht erstmal nach einem Haufen Stress aus. Sehen wir uns vor Vertragsunterzeichnung lieber noch mal die Konkurrenz an... Unsere Mitarbeiter müssen gar nichts tun, bekommen aber auch nichts. Hm, auch nicht ganz das, was uns vorschwebt. Eine Kombination aus Gehalt der ersten Firma und Anforderung der zweiten wäre nicht schlecht...
Klappentext
Über das Buch Große Teile der deutschen und europäischen Bevölkerung werden in den offiziellen Statistiken nicht mehr als Christen geführt. Sie gelten als „konfessionslos" oder als Menschen „ohne Bekenntnis". Haben diese Menschen ihr Bekenntnis noch nicht gefunden, haben sie es wieder verworfen oder einfach irgendwo unbeaufsichtigt herum liegen lassen? Der Autor dieses Buches, heute katholischer Theologe, früher lange Zeit überzeugt davon, dass Gott nicht existiert, kennt die Innenansichten beider Seiten und geht der Frage nach, ob der Atheismus als Weltanschauung für mein Leben taugt: Ist der Atheismus wahr? Fahre ich mit ihm besser? Der Autor verzichtet dabei gleichzeitig auf ein erdrückendes theologisches Fachvokabular wie auf eine salbungsvoll-pastorale Sprache, sondern argumentiert logisch, kenntnisreich, mit pointierten Beispielen und viel Humor. Dabei wird eines immer deutlicher: Egal, ob ich in irgendwelchen Statistiken als mit oder ohne Bekenntnis geführt werde - ohne Überzeugung fehlt mir etwas.
Rezension