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Die Bundesrepublik Deutschland kann sich dem internationalen Handel und der weiteren Verbreitung von Rauschgift keineswegs entziehen. Der weltweite Rauschgiftmarkt hat bereits ein gigantisches und für die meisten Menschen unvorstellbares Ausmaß erreicht. Und der Markt wird in den nächsten Jahren weiter wachsen, dessen seien Sie sich ganz sicher! Alles andere ist gefährliches Wunschdenken.
Wie andere Bereiche gehört auch der Drogenhandel zu jenen gesellschaftlichen „Erscheinungsformen", die sich grundsätzlich langfristig entwickeln und genau deshalb auch über längere Zeiträume durch die breite Gesellschaft weder ernsthaft noch hinreichend wahrgenommen werden. Solche „Fehlentwicklungen" können niemals schnell und abrupt gestoppt werden, sondern bedürfen stets langfristiger Korrekturen und Bekämpfungsstrategien. Ein Süchtiger ist eben nicht von heute auf morgen clean, genauso wenig ist eine Überalterung der Gesellschaft mangels Geburten nicht innerhalb einer Legislaturperiode korrigierbar. Diese Tendenz umzukehren, dauert Generationen. Deshalb ist es so außerordentlich wichtig, gerade bei solchen, sich schleichend vollziehenden Prozessen rechtzeitig zu handeln und diesen so frühzeitig wie möglich gegenzusteuern. In Bezug auf eine wirksame Drogenpolitik wurde das in Deutschland, aber auch weltweit versäumt - wie eben bei einer ganzen Reihe anderer problematischer Entwicklungstendenzen auch, sei es die jahrzehntelang verschlafene Klimapolitik, wobei die gravierende Erderwärmung noch einige Generationen nach uns deutlich spüren werden, oder sei es die Knappheit einiger existenzieller Rohstoffe, die immer rarer werden, und Alternativen noch längst nicht in dem Ausmaß zur Verfügung stehen, wie sie heute eigentlich schon dringend benötigt würden. Zu zaghaft und zu vorsichtig, vor allem nicht kritisch genug geht man vielfach die großen Themen unserer Zeit an - und wenn, dann ist es meist längst zu spät, um noch rechtzeitig Veränderung herbeizuführen. Wie so oft ist in solchen Fällen jedes verspätete Handeln nur noch reine Schadensbegrenzung, manchmal sogar nur politisches Alibi, um den Menschen vorzugaukeln, wenigstens irgendetwas unternommen zu haben.
Widmen wir uns zunächst der Entwicklung und gegenwärtigen Drogensituation in Deutschland. Um sich ein Bild von der langfristigen Entwicklung in unserem Land machen zu können, werden im Vergleich beispielhaft auch einige Zahlen aus früheren Jahren angeführt. Was die Zahlen im Einzelnen zum Ausdruck bringen und was man dazu unbedingt wissen muss, wird nachfolgend noch erläutert, denn Statistik und Realität liegen hier ebenfalls meilenweit auseinander.
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Steigender Drogenmissbrauch und zunehmende Kriminalität sind Folgen einer Politik der Verharmlosung sowie Resultat kollektiver Verdrängung, aber auch Hilflosigkeit in einer in vielen Bereichen krankenden Gesellschaft.
Die jährlich registrierten Rauschgiftstraftaten in Deutschland sind langfristig weder rückläufig noch geben sie Aufschluss über die tatsächliche Zahl der Delikte und das individuelle Leid der Betroffenen.
Mike Gawen schildert eindringlich, aber ohne moralischen Zeigefinger den deutschen Status quo, der von Machtlosigkeit, Unkenntnis und Verdrängung gekennzeichnet ist. Dabei verweist er auf aktuelle Fakten und Zahlen und unterstreicht diese mit eigenen beruflichen Erfahrungen.
Der Autor erläutert auf verständliche Weise die gesellschaftlichen Zusammenhänge und verschafft mehr Klarheit über das derzeitige Ausmaß der Verbreitung von illegalen Drogen. Und er macht deutlich, warum sich unsere Gesellschaft dem Problem der illegalen Drogen endlich stellen muss.
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